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Runder Tisch diskutiert über Schulgesundheitsfachkräfte in NRW

Die Teilnehmenden des Runden Tisches zum Thema Schulgesundheitsfachkräfte in NRW (vordere Reihe, v.l.): Prof. Dr. Daniel Mays (Universität Siegen), Dr. Silke Pawils (UKE Hamburg-Eppendorf) und Gudrun Braksch (AWO Potsdam); (mittlere Reihe, v.l.): Dr. Axel Iseke (Landeszentrum Gesundheit NRW), Thomas Tegethoff (Schulministerium NRW) und Heike Reineke (Gesundheitsministerium NRW); (hintere Reihe, v.l.): Carolin Quenzer-Alfred (Universität Siegen), Dr. Ulrike Horacek (Gesundheitsamt Recklinghausen) und Dr. Holger Schmidt (Gesundheitsministerium NRW).

Auf Initiative der Universität Siegen prüft eine Projektgruppe den Einsatz sogenannter Schulgesundheitsfachkräfte in NRW.

Wer gesund ist, hat bessere Bildungschancen. Stürzt ein Kind auf dem Schulhof, führt der Weg ins Sekretariat, wo es eine Erstversorgung in Form von Pflastern und Trost gibt. Stellt eine Lehrkraft bei einem Kind eine Hör- oder Sehschwäche fest, so können die Eltern zwar darauf hingewiesen werden. Häufig bleibt es aber bei Empfehlungen, weil schlicht die Zeit für tiefergehende Gespräche fehlt und Lehrkräfte Eltern lediglich beraten können. In Brandenburg werden daher im Rahmen eines Modellprojektes seit 2016 sogenannte Schulgesundheitsfachkräfte eingesetzt – examinierte Krankenpflegekräfte, die eine entsprechende Fortbildung durchlaufen haben. Hessen und Schleswig-Holstein sind dem Brandenburger Beispiel gefolgt. „Wir tun nicht gut daran, immer mehr Aufgaben auf die Lehrkräfte zu übertragen. Wir müssen uns vielmehr die Frage stellen, wie wir die Teams an Schulen multiprofessionell zusammenstellen können“, sagt Prof. Dr. Daniel Mays. Der Erziehungswissenschaftler der Uni Siegen macht sich für eine Umsetzung des Projektes der Schulgesundheitsfachkräfte in Nordrhein-Westfalen stark und hat dafür jetzt einen runden Tisch ins Leben gerufen.

Anfang März fand ein erstes Treffen in Siegen statt, an dem unter anderem Heike Reinecke vom Gesundheitsministerium und Thomas Tegethoff vom Schulministerium des Landes Nordrhein-Westfalen teilgenommen haben. „Es geht erst einmal um die generelle Frage, ob wir in NRW die Möglichkeit haben, ein vergleichbares Projekt auf den Weg zu bringen. Auf jeden Fall war eine große Grundmotivation aller Beteiligten zu erkennen“, freute sich Mays über die vielen Zusagen zur Teilnahme an der Expertenrunde. So reiste auch Dr. Silke Pawils, Leiterin der Forschungsgruppe Prävention im Kindes- und Jugendalter am Uniklinikum Hamburg, mit ersten Ideen für eine Implementierung aus der Hansestadt zur Expertenrunde an. Im Rahmen der langjährigen Forschungskooperation zwischen Uni Siegen und Uniklinikum Hamburg entstand die Initiative, die guten Erfahrungen der anderen Bundesländer auch gewinnbringend in NRW umzusetzen. 

Gudrun Braksch vom AWO-Bezirksverband Potsdam berichtete von ihren Erfahrungen aus Brandenburg, wo sie Leiterin des Modellprojekts ist. Die Leiterin des Gesundheitsamtes Recklinghausen, Dr. Ulrike Horacek, untermauerte die Notwendigkeit von Schulgesundheitsfachkräften, um Chancengleichheit und Inklusion armer oder chronisch erkrankter Kinder auch in NRW zu verbessern.

Nach dem positiven Verlauf des ersten Treffens wurde für Mai ein weiterer Termin vereinbart. „Es sind noch viele Fragen zu klären“, sagt Prof. Mays. Zum Beispiel, wie umfangreich die Aufgaben der Schulgesundheitsfachkräfte wären, auch in Abgrenzung zu anderen Berufsfeldern in Schulen. Würde es dabei um die Erstversorgung bei Verletzungen, Gesundheitsförderung und Prävention sowie Unterstützung von Kindern mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen gehen, oder würde auch die Lehrergesundheit miteinbezogen? „Letztlich geht es darum, Gesundheitsgerechtigkeit herzustellen. Denn unterschiedliche Startbedingungen gibt es nicht nur in Sachen Bildung“, so Mays.