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Bürgerbeteiligung gestartet

„Uni (kommt) in die Stadt“ nimmt Fahrt auf: Bei der 4. Hochschulkonferenz im Audimax sowie im Rahmen des Bürgerdialogs im Apollo-Theater wurde das Projekt vorgestellt. BürgerInnen, Studierende und Uni-Beschäftigte waren und sind um ihre Meinung gebeten.

Das Projekt „Uni (kommt) in die Stadt“ ist für die Universität und die Stadt Siegen eine Jahrhundertchance. Daran ließen die Ha_audiVerantwortlichen bei den öffentlichen Informations- und Diskussionsveranstaltungen an der Universität und im Siegener Apollo-Theater keinen Zweifel. Wenn zwei weitere Fakultäten der Universität vom Haardter Berg in die Siegener Innenstadt ziehen, hat die Uni die Möglichkeit, ihre Gebäude und Flächen so zu gestalten, wie Studierende und WissenschaftlerInnen sie in Zukunft benötigen. Die Stadt Siegen hat die Chance, nach „Siegen zu neuen Ufern“ einen weiteren, großen Impuls für die Stadtentwicklung zu setzen. „Wir haben gemeinsam das Absprungbrett erreicht. Jetzt gilt es, Herausforderungen anzunehmen, Chancen zu nutzen – und das Projekt in den kommenden Jahren erfolgreich zu gestalten“, eröffnete Uni-Rektor Prof. Dr. Holger Burckhart die Hochschulkonferenz. Siegens Bürgermeister Steffen Mues sagte beim Bürgerdialog im Apollo-Theater: „Es ist uns sehr wichtig, das Projekt in enger Zusammenarbeit mit der Universität umzusetzen und dabei auch die Anregungen der Bürgerinnen und Bürger zu berücksichtigen.“

Zwei-Standort-Strategie

Ha_richterDer geplante Umzug der Philosophischen Fakultät und der Fakultät Bildung-Architektur-Künste in die Innenstadt ist Teil der universitären Zwei-Standort-Strategie: Die Fakultäten mit den meisten Studierenden und Beschäftigten sowie der stärksten Vernetzung untereinander sollen in die City ziehen. Für die Naturwissenschaftlich-Technische und die Lebenswissenschaftliche Fakultät soll der bestehende Campus Adolf-Reichwein-Straße auf dem Haardter Berg modernisiert und ausgebaut werden. Die bauliche Entwicklung folge so der Strategie-Entwicklung der Universität, sagte Uni-Kanzler Ulf Richter (Foto links). Er betonte, dass die Analyse der bestehenden Campus Hölderlinstraße und Paul-Bonatz-Straße hohen Sanierungsbedarf ergeben habe. Statt einer langwierigen und aufwendigen Sanierung der in die Jahre gekommenen Gebäude bevorzugt die Hochschule den Weg in die City.

Bundesweite Sichtbarkeit

Richter betonte außerdem, dass das Projekt „Uni (kommt) in die Stadt“ bundesweit eine hohe Aufmerksamkeit auf sich ziehe. Auch im Land NRW beobachte man genau, was in Siegen passiere: „Es handelt sich um eines der ersten Projekte im Hochschulbau, bei denen die Universität selbst Bauherrin ist“, sagte Richter. Die Bauherreneigenschaft ist durch das neue Hochschulgesetz etabliert worden. Die Universität wird Eigentümerin der Gebäude und ist für sie verantwortlich, die Beteiligung des Bau- und Liegenschaftsbetriebs (BLB) entfällt. „Gemeinsam mit der Stadt möchten wir die neuen Gebäude und Flächen nachhaltig und als Lebensraum gestalten.“

Nördlicher und südlicher Campus

Entstehen sollen zwei Campus in nördlicher und südlicher Nähe zum bestehenden Campus Unteres Schloss. Der „Campus Nord“ im Ha_hobuBereich der „Vorderen Friedrichstraße“ ist für die Philosophische Fakultät I vorgesehen. Der „Campus Süd“ im Bereich „Häutebachweg/Löhrtor“ ist der geplante Standort der Fakultät II (Bildung Architektur Künste). Beide Standorte sind in direkter Nähe zu den zentralen Uni-Gebäuden am Unteren Schloss, der neuen Mensa und des neuen Hörsaal- und Seminarzentrums im Karstadt-Gebäude.

Städtische Hinterhof-Bereiche aufwerten

Dass auch die Stadt Siegen erheblich vom Projekt „Uni (kommt) in die Stadt“ profitieren kann, betonte Stadtbaurat Henrik Schumann. Das zeige unter anderem ein Blick auf die bisherigen Projekte der Universität in der Innenstadt: Von der Renovierung des Unteren Schlosses, über den Umbau des ehemaligen Gefängnisses zur Bibliothek bis hin zum Bezug des Kreisklinikums seien alle gelungen: „Die Universität ist sehr gut mit diesen Immobilien umgegangen, alle Projekte sind nachhaltig angelegt und wurden mit viel Fingerspitzengefühl angegangen.“ Auch die Bereiche „Vordere Friedrichstraße“ sowie „Häutebachweg/Löhrtor“ könnten durch die Uni stark aufgewertet werden, erklärte Schumann: „Wir haben hier aktuell eine Hinterhof-Atmosphäre ohne besondere Aufenthaltsqualität. Auch ohne die Universität würde in den kommenden Jahren der Druck steigen, hier etwas zu tun.“ Vorteilhaft für alle Menschen in Siegen ist, dass durch das Projekt kein Wohnraum verknappt wird. Stattdessen werden die Campus-Areale geschickt miteinander verbunden, sodass fußläufig alle drei Standorte auf kurzen Wegen zu Fuß oder per Rad erreichbar sind.

Beitrag zum Klimaschutz

Stadtbaurat Henrik Schumann erläuterte außerdem die positiven Wirkungen des Projekts im Hinblick auf den Klimaschutz. Während derzeit ein enormer Pendelverkehr zwischen den Standorten der Universität herrscht, kann dieser durch die Konzentration auf zwei große Standorte enorm reduziert werden. Der städtebauliche Wettbewerb soll außerdem dazu dienen, grüne Flächen und den Flusslauf der „Weiß“ in der Innenstadt zu erschließen, um so die Lebensqualität für alle Menschen zu erhöhen.

Dezentrales Parken am Rand der Innenstadt

Ha_parkenEine große Herausforderung sind Verkehr und Parksituation in der Innenstadt. Verkehrsplaner Dirk Meinhard vom Aachener Ingenieurbüro IVV rechnet künftig an einem „normalen“ Semestertag mit rund 4.500 Studierenden und Uni-MitarbeiterInnen an den Innenstadt-Standorten. Die Fakultäten sowie Mensa, Bibliothek und Hörsaalzentrum als zentrale Einrichtungen seien mit Bus und Bahn sehr gut zu erreichen, erklärte Meinhard, allerdings: „Mit dem Auto werden Studierende und Beschäftigte nicht bis zum Campus fahren können, die Parkplatz-Kapazitäten reichen nicht aus.“ Als Lösung schlug Meinhard die Schaffung dezentraler Parkmöglichkeiten mit einer Kapazität von jeweils rund 600 Stellplätzen an Rand der Innenstadt vor – an den Standorten Siegerlandhalle und Sieghütte: „Der letzte Kilometer zum Campus muss von dort aus per Bus, Fahrrad oder zu Fuß zurückgelegt werden.“ Je 175 Abstellplätze für Fahrräder sollen an den beiden neuen Campusstandorten jeweils eingerichtet werden.

Ideen von renommierten Architekten und Stadtplanern

Auch die Architektin Ina Schauer vom Büro „Pesch Partner“ in Dortmund sieht in dem Projekt große Chancen für Uni und Stadt: „Dafür möchten wir im Rahmen eines städtebaulichen Wettbewerbs die besten Gestaltungsideen von renommierten Architekten, Stadtplanern und Landschaftsarchitekten sammeln.“ Der Wettbewerb soll europaweit ausgeschrieben werden, 16 Architekturbüros können daran teilnehmen. Fünf davon werden eingeladen, elf weitere per Bewerbungs- bzw. Losverfahren ausgewählt. Ende 2019/Anfang 2020 soll der Wettbewerb starten, bereits im Frühsommer 2020 wird eine Jury aus Fachleuten, Studierenden sowie VertreterInnen von Stadt, Universität und Politik die drei besten Ideen küren. Der Siegerentwurf dient dann als Grundlage für die Aufstellung der Bebauungspläne.

Viele Fragen, Anregungen, Lob und Kritik

Sowohl an der Universität, als auch im Apollo-Theater stießen die Informations- und Diskussionsveranstaltungen zum Thema auf Ha_apollogroßes Interesse: Mehrere hundert Studierende, Uni-Beschäftigte und Bürgerinnen und Bürger kamen, stellten Fragen, gaben den Verantwortlichen ihre Anregungen mit auf den Weg und übten auch Kritik. Bedenken gab es unter anderem zum Verkehr und der Wohnsituation in der Innenstadt. Die Teilnehmenden wünschten sich, dass der Klimaschutz bei dem Projekt besonders berücksichtigt wird – und dass die Situation für Fahrradfahrer in Siegen verbessert wird. Aber auch Lob wurde geäußert: Sowohl im Audimax, als auch im Apollo-Theater betonten ZuhörerInnen den visionären Charakter und das große Potenzial des Projektes.

Beteiligung

BürgerInnen, Studierende und Uni-Beschäftigte, die weitere Anregungen zum Projekt „Uni (kommt) in die Stadt“ abgeben möchten, können das per E-Mail tun:

unikommtindiestadt@siegen.de

Die Anregungen, Vorschläge und Kritik fließen in die Auslobung des städtebaulichen Wettbewerbs ein. Weitere Beteiligungsmöglichkeiten wird es später im Zuge der Aufstellung der Bebauungspläne geben.

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Architektin Ina Schauer, Bürgermeister Steffen Mues, Uni-Kanzler Ulf Richter, Stadtbaurat Henrik Schumann, Verkehrsplaner Dirk Meinhard (v.l.) und Uni-Rektor Prof. Dr. Holger Burckhart (nicht im Bild) standen beim Bürgerdialog im Apollo-Theater Rede und Antwort.