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Nachruf auf Prof. Dr. Wolfgang Birkenfeld

Nur wenige Tage vor Vollendung seines 79. Lebensjahres verstarb am Wochenende der langjährige Siegener Hochschullehrer Professor Dr. Wolfgang Birkenfeld.

Nach Stationen u.a. in Braunschweig und Duisburg lehrte Wolfgang Birkenfeld seit 1972 bis zu seiner Emeritierung 1997 in Siegen, wo er den Lehrstuhl für Neueste Geschichte und Didaktik der Geschichte innehatte.

Wolfgang Birkenfeld gehörte zu den Hochschullehrern "der ersten Stunde" an der damals neu gegründeten Gesamthochschule Siegen. Er wirkte maßgeblich mit am Auf- und Ausbau des zunächst noch kleinen Faches Geschichte an der jungen Universität, war viele Jahre Sprecher des Faches Geschichte und auch Dekan im damaligen Fachbereich 1 (Sozialwissenschaften, Philosophie, Theologie, Geschichte, Geographie).

In der akademischen Lehre stand Wolfgang Birkenfeld, der selbst über mehrjährige Schulpraxis verfügte, stets für eine schulnahe Lehrerausbildung. Wichtig war für ihn der Kontakt zu den hei-mischen Schulen und deren Lehrerschaft, den er nutzte, um den notwendigen Praxisbezug der Universität zu einer sich stetig wandelnden Schulrealität zu gewährleisten. Mit viel Zeitaufwand organisierte und betreute er Schulpraktika der Lehramtsstudierenden. Eine Herzensangelegenheit waren ihm die besonderen Bedürfnisse angehender Grundschullehrerinnen und -lehrer, die in Wolfgang Birkenfeld ihren Ansprechpartner im Fach Geschichte hatten.

Als junger Wissenschaftler wandte er sich zunächst der Zeitgeschichte zu. Seine in Göttingen vorgelegte Dissertation zu einem wichtigen Thema der Wirtschaftsgeschichte des Dritten Reiches – „Der synthetische Treibstoff 1933–1945“ – ist ein Standardwerk. In seiner späteren Arbeit widmete er sich vor allem der Geschichtsdidaktik. Wolfgang Birkenfeld avancierte zu einem der bedeutendsten deutschen Schulbuchautoren. Das von ihm betreute Unterrichtswerk „Die Reise in die Vergangenheit“ war an vielen deutschen Schulen verbreitet und erlebte nicht nur eine millionenfache Auflage, sondern sogar eine Übersetzung ins Japanische. Sein Engagement und seine Leistungen verschafften dem Verstorbenen weit über den Kreis der Fachkolleginnen und -kollegen hinaus ein hohes Ansehen.

Harald Witthöft / Cornelius Neutsch