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In der Natur über Natur lernen und forschen

Viele Gäste aus der Universität, der Region, aus Politik, Schulen und Kindergärten erlebten die Eröffnung des Freilandlabors der Universität Siegen FLEX in Wenden-Schönau. Auch NRW-Umweltminister Johannes Remmel war mit dabei, als Projektleiter Professor Dr. Martin Gröger das 6.700 Quadratmeter große Areal in Wenden-Schönau der Öffentlichkeit vorstellte.

Im FLEX soll Lernen über die Natur in der Natur stattfinden. Die Initiative der Arbeitsgruppe Didaktik der Chemie zielt darauf, Chemie als Lehre von der Wandlung der Stoffe naturnah erlebbar zu machen. FLEX wird einerseits in der universitären Lehrersausbildung genutzt, dient aber auch als Schülerlabor. "Wir wollen so versuchen, der doppelten Entfremdung zwischen Mensch und Natur einerseits und Mensch und Wissenschaft andererseit zu begegnen", erklärte Professor Gröger in seinen einleitenden Worten.

Auch NRW-Landesumweltminister Remmel unterstützte in seinem Grußwort dieses Anliegen: "Wenn, wie Umfragen ergeben haben, Jugendliche heute H-Milch für ein Naturprodukt halten und viele glauben, dass die Sonne im Norden aufgehe, zeigt das, dass das Erleben und Erfahren von Natur ein zentraler Bestandteil von Bildung sein muss." Der Drang zum Wissen und Forschen stecke in jedem Kind, so der Minister, "mit Blick auf die Zukunft bedeutet das, die notwendige ökologisch-industrielle Revolution muss durch unsere Kinder im Sinne der Nachhaltigkeit geleistet werden."

Vor Ort

Das FLEX liegt etwas außerhalb der kleinen Ortschaft Schönau in der Nähe eines Waldes. Auf dem ca. 6700 m² Wiesenstück befinden sich ein Schuppen, zwei Quellen, ein kleiner Bach und ein Teich. Der Schuppen wurde zu einem kleinen Experimentierraum („Labor“) umgestaltet und mit umfangreichem Experimentiermaterial ausgestattet. Dazu gehören einfache Grabgeräte zur Erkundung des Bodens für den Elementarbereich wie auch mobile Photometer für die Umweltanalytik in der gymnasialen Oberstufe. Hinzugekommen sind u.a. Weidentipis, Benjeshecken, eine „phänologische Hecke“, eine Kräuterschnecke, ein Lehmbackofen („Backes“), ein kleiner Acker und ein „grüner Seminarraum“. Die Energieversorgung erfolgt über Solarmodule, Brennstoffzellen und ein Windrad. Ganz neu ist eine Wetterstation, deren Daten im Internet abrufbar sind.

Angebote für Lehramtsstudierende

Für Lehramtsstudierende des Sachunterrichts an der Grundschule bzw. des Chemieunterrichts an weiterführenden Schulen werden Seminare bzw. Übungen angeboten, bei denen die direkte Nähe zu Umwelt und Natur einen besonderen Vorteil bietet. Im Bereich der Grundschule soll verdeutlicht werden, wie chemische Aspekte, also Betrachtungen von Stoffen und Stoffumwandlungen, Ausgangspunkt für eine phänomenorientierte Behandlung von naturbezogenen Themen im integrierten Sachunterricht sein können.

Bei den Angeboten für Studierende im Bereich von Haupt- und Realschule sowie Gymnasium steht im Vordergrund, wie Aspekte nachhaltigen Handelns in den Chemieunterricht integriert werden können und welche Möglichkeiten bestehen, mit Schülerinnen und Schülern umweltanalytische Messverfahren vor Ort durchzuführen.

Angebote für Kindergarten und Schule

Auch Schülerinnen und Schülern soll ein wissenschaftsbezogenes Naturerleben ermöglichen. Lernende sollen naturnahe Phänomene kennen lernen und sich experimentell mit ihnen auseinander setzen. Damit verbunden sind auch Kontakte zu Erzieherinnen sowie Lehrerinnen und Lehrern, für die sich durch die Angebote Ausgangspunkte für weitere Beschäftigungen mit dem Thema Nachhaltigkeit in ihrem Unterricht ergeben können.

Forschung

Die Angebote für Studierende sowie Schülerinnen und Schüler werden im Rahmen von Promotionsvorhaben entwickelt, durchgeführt und evaluiert. In der wissenschaftlichen Begleituntersuchung der Angebote für die Studierenden soll erforscht werden, inwieweit Lehramtsstudierende durch Lehrveranstaltungen im FLEX Einstellungen und Handlungsabsichten zum Unterrichten von Aspekten nachhaltigen Handelns sowie zur Nutzung naturnaher außerschulischer Lernorte im Sachunterricht aufbauen bzw. verändern.

Die Evaluation der Angebote für die Schülerinnen und Schüler zielt auf die Frage, in welchem Umfang es möglich ist, mit einer AG im FLEX als außerschulischem Lernangebot bereits Grundschülern ein erstes Verständnis grundlegender Prinzipien der Chemie sowie erste Einsichten in nachhaltiges Handelns zu vermitteln.

Förderung

Das FLEX wird als Teil des Schülerlaborverbundes der Universität Siegen „SUSi“ gefördert durch die Initiative zdI des Ministeriums für Wissenschaft, Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes NRW sowie und durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (Projekt Nachhaltigkeit selbst entdecken, Fördervolumen 56.000 €). Ende letzten Jahres wurde der Arbeitsgruppe Didaktik der Chemie für das Projekt der Umweltpreis der Stadt Siegen verliehen.