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Masterstudierende und Altenpflegeschüler entwickeln technische Hilfestellungen für ältere Menschen

Ein personalisierter Rollator, eine häusliche Navigations- und Erinnerungshilfe, einfach zu nutzende Fernbedienungen für Fernseher oder eine unsichtbare digitale Alltags-Unterstützung: Diese Designkonzepte entstanden während eines gemeinsamen Workshops von Masterstudierenden des Studiengangs Human Computer Interaction und Altenpflegeschülern der Katholischen Hospitalgesellschaft Olpe.

Veranstaltet wurde der Workshop vom Siegener Lehrstuhl „Wirtschaftsinformatik und Neue Medien“ von Professor Dr. Volker Wulf, der 16 Auszubildende des Fachseminars für Altenpflege der katholischen Hospital-gesellschaft aus Olpe mit ihrer Lehrerin Lioba Becker Ende November an die Universität eingeladen hatte. Gemeinsam mit Master-Studierenden des Studiengangs HCI (Human Computer Interaction) erarbeiteten die Auszubildenden technische Entwicklungen, die ältere Menschen im Alltag unterstützen können. „Mir hat der Workshop gut gefallen, weil wir hier als Experten angesprochen wurden und unsere Erfahrung aus dem Arbeitsalltag mit älteren Menschen in die Entwicklung von Technik-Ideen einbringen konnten“, resümiert eine Altenpflegeschülerin den Workshop.

Doch auch die Masterstudierenden profitieren von einem derartigen Gedankenaustausch: „Wir lernen im Studium, dass wir den Alltag der Menschen, für die wir Technik entwickeln, einbeziehen müssen. Dazu gibt es nicht immer Gelegenheit. Es war toll, so viele Einblicke in die tägliche Arbeit der Altenpflegerinnen zu bekommen und Ideen direkt vor dem Hintergrund ihrer Praxiserfahrungen diskutieren zu können“, berichtet ein Studierender.

Der Workshop an der Universität Siegen fand im Rahmen der Lehrveranstaltung „Künstlerisches Gestalten“ der Dozentin Daphne Keramidas statt und war ursprünglich als einmaliges Angebot geplant mit dem Ziel, dass beide Professionen voneinander und miteinander lernen. Altenpflegeschüler benötigen Informationen darüber, welche technischen Entwicklungen im Bereich Neue Medien für ältere Menschen, insbesondere im stark wachsenden Feld AAL (Ambient Assisted Living) auf dem Markt vorhanden und künftig zu erwarten sind. Die HCI-Master-Studierenden sind umgekehrt auf Einschätzungen von Praktikern vor Ort angewiesen, wenn sie Designkonzepte und Prototypen entwickeln, die den Alltag unterstützen und genutzt werden können.

Alle Beteiligten zeigten großes Interesse an einer Fortsetzung der Zusammenarbeit. Der Workshop war von den wissenschaftlichen Mitarbeitern Claudia Müller und Cornelius Neufeldt organisiert worden, die im Themenfeld „Inclusive Aging/ Neue Medien für die alternde Gesellschaft“ bei Professor Wulf arbeiten. Der Lehrstuhl unterhält u.a. eine Kooperation mit der Netphener Senioreneinrichtung Haus St. Elisabeth, wo im Projekt „Social Display“ erforscht wird, auf welche Weise das Internet und die Neuen Medien zur Lebensqualität alter und hochaltriger Menschen in Pflegeeinrichtungen und in betreuten Wohnformen sinnvoll betragen können.