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Katalog der UB Siegen

Auslastung liegt im Schnitt bei 108 Prozent

Rektorat, Fakultäten, Studentenwerk und AStA nahmen zu den Studienbedingungen an der Universität Siegen Stellung.

Die Studienbedingungen im Wintersemester 2012/2013 waren Thema einer Pressekonferenz, zu der Rektor Prof. Dr. Holger Burckhart eingeladen hatte. Weiterhin Auskunft über die aktuelle Situation sowie ergriffene und geplante Maßnahmen erteilten Kanzler Dr. Johann Peter Schäfer, die Prorektoren Prof. Dr. Franz-Josef Klein und Prof. Dr. Thomas Mannel, Studentenwerk-Geschäftsführer Detlef Rujanski, AStA-Vorsitzender Bastian Hirsch sowie die Prodekane Prof. Dr. Peter Krebs (Fak. III), Prof. Dr.-Ing. Karsten Kluth (Fak. IV) sowie Prof. Dr. Matthias Trautmann (Fak. II). Die Fakultät I war nicht vertreten.

Die Universität Siegen zählt aktuell 17.575 Studierende. Das sind 1802 mehr als noch ein Jahr zuvor. Das bedeutet ein Plus von 620 Erstsemestern (insgesamt 3454, plus 720 Neueinschreiber), aber auch von 1079 Rückmeldern. Die Universität Siegen ist eine der ganz wenigen Unis in NRW, die zu diesem Wintersemester keinen flächendeckenden NC eingeführt hat, um möglichst vielen jungen Leuten auch aus der heimischen Region einen Studienplatz zu bieten. Wie der Rektor ausführte, steht mittlerweile zusätzliche Lehrkapazität in Höhe von 640 Semesterwochenstunden zur Verfügung. 7810 qm Fläche wurde angemietet, 12.362 qm entstehen durch Neu-, Ersatz und Baumaßnahmen. Im Rahmen des Hochschulpakts hat sich die Universität Siegen verpflichtet, rund 4600 zusätzliche Studienplätze aufzubauen. Etwa 1000 davon sind bereits entstanden. Um ausreichend Lehrveranstaltungen und Räume anbieten zu können, müssen Veranstaltungen im Zeitraum von 8 bis 20 Uhr angeboten werden, es wird zusätzliche Blockveranstaltungen und Angebote in den Semesterferien geben. Benötigt, so Burckhart, werde ein schnelles und interaktives Hörsaalmanagement, das freie Kapazitäten erfasse. Die Studierenden wie Lehrenden forderte er auf, freie Räume und Hörsäle zu melden. Künftig sollen Studierende frühzeitig ihre Belegungswünsche anmelden können, damit die Universität Bedarfe abschätzen und rechtzeitig darauf reagieren kann. Fürs flexible Reagieren stehen den Fakultäten in den nächsten Jahren rund 50 Mill. Euro zur Verfügung.

Kanzler Dr. Johann Peter Schäfer stellte klar, dass es im verantwortlichen Ermessen von Lehrenden liegt, wie viele Studierende sie in Veranstaltungen aufnehmen. Allerdings dürfe kein zusätzliches Mobiliar in die Veranstaltungsräume gebracht werden. Unter diesen Voraussetzungen greife, sollte es zu Schäden kommen, die Haftpflicht der Universität.

Detlef Rujanski unterstrich, dass die Versorgungsbetriebe aus-, jedoch nicht wie befürchtet überlastet sind. Neuerdings gibt es eine zusätzliche Verpflegungsstation im Mensafoyer sowie drei mobile Versorgungseinheiten an den Campus Hölderlinstraße, Paul-Bonatz-Straße und Adolf-Reichwein-Straße. Hinsichtlich der Bearbeitung von BAFöG-Anträgen ist das Studentenwerk Siegen personell gerüstet, Anträge binnen vier Wochen bearbeiten zu können.

Im Schnitt ist die Universität Siegen aktuell zu 108 Prozent ausgelastet. Nur: Der rechnerische Auslastungswert sagt wenig über punktuelle Lasten aus, da es stärker und schwächer nachgefragte Studiengänge gibt. Derzeit, so Burckhart gebe es tatsächlich zwei Studiengänge mit deutlicher Überlast: Sozialwissenschaften und Geschichte im Zusammenhang mit dem Lehramt. Burckhart: „Auf 10 Prozent der Veranstaltungen gibt es einen Run.“ Rund 50 Prozent eines Jahrgangs gehen mittlerweile an die Hochschulen. Für Siegen, so Burckhart, bedeuteten die hohen Studierendenzahlen einen Traditionsbruch, an den sich Lehrende wie Studierende erst gewöhnen müssten. Die drei Prodekane zeigten auf, wie in ihren Fakultäten das Lehrangebot sichergestellt worden ist. Das Pressegespräch nutzten Studierende dazu, ihrem Unmut über ihrer Meinung nach volle Hörsäle und Seminare lautstark und mit Trillerpfeifenkonzert Luft zu machen. Nach einem Gespräch mit dem Rektor, in dem dieser Verständnis für die Anliegen der Studierenden zeigte und geduldig die Maßnahmen zur Verbesserung der Situation aufzeigte, verließen die Studierenden den Raum der Pressekonferenz. „Mir sind kritische Studenten lieber als angepasste“, lautete ein Fazit von Prof. Burckhart.