Netzwerk NRW
Einige hochschuldidaktische Einrichtungen, Zentren und Arbeitsstellen nordrhein-westfälischer Universitäten haben sich in einem Netzwerk Hochschuldidaktik NRW zusammengeschlossen und bieten mit dem Weiterbildungsprogramm „Professionelle Lehrkompetenz für die Hochschule“ Lehrenden eine fundierte didaktische Grundqualifizierung. Die Arbeit der Netzwerkmitglieder orientiert sich dabei im Wesentlichen an:- den Leitlinien der deutschen Gesellschaft für Hochschuldidaktik (dghd). Diese dienen bundesweit als Richtschnur für die Programmgestaltung der hochschuldidaktischen Einrichtungen und Verbünde
- internationalen
Standards z.B. in Großbritannien, Skandinavien und den USA, siehe auch ICED
- der Hochschulgesetzgebung. Einstellungsvoraussetzung für Hochschullehrende ist laut Hochschulfreiheitsgesetz NRW (Art. 1§36.Abs.2) die pädagogische Eignung, die mit dem Zertifikat „Professionelle Lehrkompetenz für die Hochschule“ ausgewiesen werden kann.
Die Veranstaltungen des Programms sind teilnehmenden-, erfahrungs-, problem- und handlungsorientiert. Durchgängig werden grundlegende didaktische, lernpsychologische, sozialwissenschaftliche Theorien und Forschungen berücksichtigt. Lehre und Studium werden aus den Perspektiven der Lehrenden wie der Lernenden betrachtet. Insgesamt wird der (internationale) Wandel zu einer stärker studierendenzentrierten Lehre unterstützt.
Die Ziele, Aufgaben und Vorgehensweise des Netzwerks wurden im Juli 2003 in einem Letter of Intent zusammengestellt.
Netzwerk Hochschuldidaktik NRW
Letter of Intent
22.7.2003
1. Zielsetzung
Im Netzwerk Hochschuldidaktik NRW haben sich hochschuldidaktische Einrichtungen, Zentren und Arbeitsstellen nordrhein-westfälischer Hochschulen zusammengeschlossen. Ziel des Netzwerks ist es, die Arbeit aufeinander abzustimmen und die jeweiligen Leistungen/Angebote in der hochschuldidaktischen Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie Beratung überregional, insbesondere den Mitgliedern nordrhein-westfälischer Hochschulen, zugänglich zu machen. Das Netzwerk Hochschuldidaktik NRW ist grundsätzlich offen für eine Kooperation mit dem Netzwerk der Fachhochschulen in NRW.
2. Mitglieder
Mitglieder des Netzwerks sind hochschuldidaktische Einrichtungen, Zentren und Arbeitsgruppen nordrhein-westfälischer Hochschulen, die sich diesen Zielsetzungen verpflichten und nach den nachstehenden Grundsätzen kooperieren. Dies sind in der alphabetischen Reihenfolge der Trägerhochschulen zurzeit:
Weitere Einrichtungen bzw. Hochschulen aus NRW, soweit sie für die Durchführung der Kooperation zuständige Stellen benennen und sich auf die Ziele und Grundsätze des Netzwerks verpflichten, sind zur Mitarbeit eingeladen.
3. Leistungen
Wie bisher können an den einzelnen Hochschulen einzelne Veranstaltungen auf lokale Zielgruppen beschränkt werden. Daneben können folgende Leistungen überregional für nachfragende Mitglieder anderer Hochschulen zugänglich gemacht werden:
1. Veranstaltungen der beteiligten hochschuldidaktischen Einrichtungen,
2. separate Veranstaltungen für Interessenten aus anderen Hochschulen (solche Veranstaltungen können auch von mehreren Einrichtungen angeboten werden),
3. von zwei oder mehr Einrichtungen gemeinsam getragene Veranstaltungen, die für eine überregionale Beteiligung angeboten werden,
4. Beratungsdienstleistungen (die jeweils mit den einzelnen Einrichtungen ausgehandelt werden),
5. Angebote, die sich über die Hochschuldidaktik im engeren Sinne hinaus auch auf Themen des Wissenschaftsmanagements erstrecken können (vgl. § 3, Abs. 4 Hg. Nordrhein-Westfalen).
Die im Netzwerk beteiligten Einrichtungen beabsichtigen - unter Berücksichtigung von und Beteiligung an den bundesweiten Abstimmungsprozessen im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft für Hochschuldidaktik - ihre hochschuldidaktischen Angebote zu modularisieren, sich auf gemeinsame Standards der Kreditierung und Zertifizierung zu verständigen und eine wechselseitige Anerkennung zu gewährleisten. Mittelfristig wird angestrebt, einen gemeinsamen curricularen Rahmen für eine hochschuldidaktische Qualifizierung zu schaffen.
4. Qualitätssicherung
Die hochschuldidaktischen Einrichtungen werden ihre Angebote unter Beachtung lokaler Besonderheiten in ein gemeinsames Qualitätsmanagement einbeziehen. Dies umfasst u. a. Bedarfserhebung, Evaluation und Umsetzungsforschung.
5. Organisation
In der Regel werden überregional geöffnete Veranstaltungen an den einzelnen Trägerhochschulen durchgeführt. Das schließt nicht aus, dass unter dem Gesichtspunkt überregionaler Zugänglichkeit geeignete externe Tagungsstätten gewählt werden können.
Die Zulassung von Interessierten zu einzelnen Veranstaltungen erfolgt grundsätzlich in der Regie der anbietenden Einrichtungen. Bei einer Teilnehmerbegrenzung - bei teilnehmerorientierten, in Workshop-Form gestalteten Veranstaltungen mit einer Obergrenze von 16 Teilnehmerinnen bzw. Teilnehmern - soll ggf. nach Vorwegabzug eines Kontingents für die anbietende Hochschule die Reihenfolge der Anmeldungen in der jeweiligen Zielgruppe zugrunde gelegt werden. Information, Buchung, Einladung, Versand und Beratung etc. erfolgen durch und in Verantwortung der durchführenden Einrichtung.
6. Internet-Auftritt
Die Einrichtungen des Netzwerks verständigen sich auf einen Internet-Auftritt mit einer eigenen Homepage „Netzwerk Hochschuldidaktik NRW“, die Links zu den einzelnen Einrichtungen enthält. Auf dieser Homepage befinden sich
- ein gemeinsamer Text zum Verbund NRW mit Links zu den lokalen Homepages der Mitglieder,
- gemeinsame Texte zu den Angeboten mit jeweiligen Hinweisen auf Struktur, Modularisierung, Aufbau, Kombination und Zertifizierung,
- Informationen über Aufenthaltsmöglichkeiten (Übernachtungsmöglichkeiten) an den anbietenden Standorten,
- weitere notwendige Auskünfte über die Einrichtungen und deren Angebote,
- Hinweise auf die Arbeitsgemeinschaft für Hochschuldidaktik (AHD) mit Links
- Hinweise auf die Zeitschrift „Das Hochschulwesen“ und das „Neue Handbuch Hochschullehre“ sowie auf die einschlägigen Internetdienste des Informations- und Dokumentationssystems zur Hochschulforschung (IDS) in Wittenberg sowie auf hochschuldidaktik-on-line an der Universität Dortmund.
Auf der operativen Ebene wird der Internetauftritt im Rahmen von hochschuldidaktik-on-line auf der Basis eines Datenbanksystems mit verteilten Rechten gemanagt. Die Einpflegung des Datenbestandes wird über hochschuldidaktik-on-line koordiniert.
7. Arbeitstreffen
Abgesehen von der ständigen Kommunikation über die gemeinsame Plattform finden regelmäßig, mindestens halbjährlich, Arbeitstreffen der Mitglieder des Netzwerks statt. Zusätzlich einmal im Jahr soll eine Gesprächsrunde mit den zuständigen Prorektoren der Trägerhochschulen, ggf. auch weiterer Hochschulen des Landes, zur Abstimmung von Angebot und Nachfrage stattfinden.
8. Forschung
Die Mitglieder des Netzwerks tauschen sich über die von den einzelnen Einrichtungen getragenen Forschungs- und Entwicklungsprogramme aus. Unter Wahrung der Autonomie der einzelnen Einrichtungen werden dabei ggf. Vereinbarungen über Arbeitsteilung und Kooperation getroffen.

