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Drittes Siegener Forum Sensorik

Human Centered Sensorics - Sensorik menschlich gestalten. Der Menschen im Zentrum sensorieller Anwendung.

Das 3. Siegener Forum Sensorik - Human Centered Sensorics - Sensorik menschlich gestalten.

Am 3. November lud das ZESS zum dritten „Siegener Forum Sensorik" ein.

Mit dieser Veranstaltungsreihe möchte das ZESS jeweils ein wichtiges Themenfeld aus dem Bereich „Sensorik" näher beleuchten. Diesmal wurde das interessante und hochaktuelle Thema „Human-Centered Sensorics" ausgewählt. Darunter versteht man Sensoren und Sensorsysteme, die den Menschen in vielerlei Hinsicht unterstützen und vielleicht sogar, der deutsche Untertitel deutet dies an, den Menschen in das Zentrum sensorieller Anwendung stellen. Die stürmische Entwicklung bei der Miniaturisierung der Sensoren, fortschrittliche Analyse- und Auswertemethoden für die Sensordaten sowie die drahtlose Übertragung von Sensorinformationen eröffnen eine Vielzahl neuer Anwendungsmöglichkeiten.

Beispiele hierfür sind Sensoren für die Mensch-Maschine-Interaktion, die in der Produktion oder in der automobilen Fahrerassistenz Verwendung finden. Moderne Medizin, angefangen bei der Diagnostik, über die Therapie bis hin zur Nachsorge ist ohne Sensorik weder denkbar, noch realisierbar. Tragbare Systeme in Form von Uhren oder in die Kleidung integrierte Systeme können wichtige Informationen über einen kritischen Gesundheitszustand einer Person übermitteln und der Arzt kann direkt eine Rückmeldung geben. Auch im Sportbereich halten solche Systeme Einzug. Das sensorbasierte Erkennen von gestürzten älteren Menschen in ihrer häuslichen Umgebung stellt ebenfalls eine wichtige Herausforderung dar.

In unserer diesjährigen Vortragsreihe berichteten wir von drei verschiedene Anwendungsfelder dieser am Menschen orientierten Sensorik. Zwischen den Vorträgen und einem lockerem „Get-Together" nach den Vorträgen bot sich genügend Freiraum für Diskussionen und individuellen Austausch.

Prof. Dr. Claus-Peter Fritzen



v.links: Prof. Dr. K. Van Laerhoven, CMO U.J. Keller, Prof. Dr. V. Braun, CM P. Waeffler

Vortragende v.links: Prof. Dr. K. Van Laerhoven, CMO U.J. Keller, Prof. Dr. V. Braun, CM P. Waeffler

 

Themen:

Hirntumoroperation: Tanz auf dem Vulkan oder kalkulierbares Risiko?

Prof. Dr. Veit Braun
Chefarzt Neurochirurgie
Diakonie Klinikum GmbH, Siegen
10 % aller Tumore finden sich im Gehirn, nach dem Schock der Diagnose hat der Patient nur eine Sorge: Bin ich nach der OP derselbe wie vorher ? Kein Fach hat in den letzten Jahren mehr von high tech profitiert, als die Neurochirurgie, dies hat enorm dazu beigetragen, dass wir heute sehr risikoarm operieren können. Im Gegensatz zu manchen politischen Aussagen ist die Antwort „Wir schaffen das!" real.

Tragbare Aktivitätserkennung und die perfekte Erinnerung

Prof. Dr. Kristof Van Laerhoven
Universität Freiburg, Department Computer Science,
Embedded Systems
Manche Sensordaten lassen sich nur am Körper messen, und über viele Woche hinweg. So könnten die fünf Sinne des Psychologen durch tragbare Sensoren unterstützt werden: Wir entwickeln einen Smartwatch-Prototyp für unsere Forschung, der mit vielerlei Sensoren ausgestattet ist und den Alltag von Patienten vom Schlafen über die Freizeit bis zum Ernähren protokolliert. Einige Studien haben bisher gezeigt, dass die Uhr Aktivitäten lang- und gut genug erkennen kann, so dass Ärzte oder Psychiater daraus bestimmte Verhaltensänderungen (wie bestimmte Schlafstörungen, eine drohende manische oder depressive Phase) entdecken können.

Laser Sensorik im Sport am Beispiel des Modernen Fünfkampfs

Zentrum für Sensorsysteme, Universität Siegen
CMO U.J. Keller, CM P. Waeffler
(Vortragende aus der Industrie und der UIPM)
Hochmoderne Elektronische Sensorsysteme spielen im professionellen Sport aber auch im Breitensport längst eine wichtige Rolle. Einer breiten Öffentlichkeit sind anwendungsspezifische Sensoren inzwischen insbesondere über Fitness-Tracker und Smart Phones bekannt. Die alles erfassenden optischen Überwachungssysteme im professionellen Fußball sind eine andere bekannte Anwendung. In professionellen Sportanwendungen wo Bruchteile von Sekunden oder Millimetern entscheidend sein können, ist Präzision und Robustheit gefordert. Der Einfluss oder Rückwirkungen auf die Leistungen der Athleten/Athletinnen muss vermieden werden. Über die technischen Detailprobleme und die Anpassung der Technik und der Prozesse an den Sport bzw. für die Athleten/ Athletinnen wird am Beispiel des Laser-Schießens, ein Wettkampf („Combined") im Modernen Fünfkampf, berichtet. Ein Demoaufbau ermöglicht persönliche Tests.