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Katalog der UB Siegen

2. Nachwuchsforum Bildungsforschung im Wintersemester 2015/16

Auch im Wintersemester 2015/2016 konnte das Nachwuchsforum Bildungsforschung zur Vernetzung und Förderung von Promovierenden und Postdocs beitragen, die inhaltlich im Kontext der Bildungsforschung arbeiten. Insgesamt fünf Siegener Forscherinnen und Forscher der Fakultäten II und III sowie dem ZLB stellten ihre aktuellen Forschungsvorhaben im Rahmen des semesterbegleitenden Kolloquiums vor und diskutierten ihre Arbeiten dort in konstruktivwertschätzender Atmosphäre mit Kolleginnen und Kollegen aus ganz unterschiedlichen Fächern und Disziplinen. Zur Förderung der standortübergreifenden Vernetzung präsentierte außerdem ein Doktorand der Universität Münster sein Dissertationsprojekt. Inhaltlich deckten die Beiträge abermals eine große Bandbreite ab und machten deutlich, wie vielfältig und facettenreich die Siegener Bildungsforschung aufgestellt ist.

Im Fokus einiger Beiträge standen zum einen die Lehramtsstudierenden. So stellte beispielsweise Sophie Straub (ZLB) ihr Forschungsprojekt zur Untersuchung Studierender und ihrer Entwicklung im Praxissemester vor. Ziel des Projekts ist einerseits die Identifikation von Typen auf Grundlage von Berufswahlmotivationen sowie andererseits die Untersuchung deren jeweiliger Entwicklung im Laufe dieser verlängerten Praxisphase. Von Interesse ist dabei, inwiefern sich die verschiedenen Typen hinsichtlich des beruflichen Selbstkonzeptes, des Belastungs- und Beanspruchungserlebens sowie der Studien- und Berufswahlsicherheit im Verlauf ihres Praxissemesters voneinander unterscheiden und wie diese Unterschiede erklärt werden können. Auch Annika Gruhn (Fakultät II/ZLB) beschäftigt sich im Rahmen ihrer Dissertation mit angehenden Lehrerinnen und Lehrern. In ihrem Beitrag stellte sie erste Ergebnisse ihrer Untersuchung vor, in der sie sich mit den konzeptionellen Auffassungen und pädagogischen Praktiken solcher Lehramtsstudierender auseinandersetzt, die im Kontext von Hochschullernwerkstätten als Lernbegleiter praktische Erfahrungen mit individualisierten Lehr-/Lernsettings sammeln. Martin Drahmann von der Universität Münster hingegen beleuchtete in seinem Beitrag Möglichkeiten der interdisziplinären oder berufsspezifischen Förderung von Lehramtsstudierenden in Begabtenförderungsnetzwerken. Im Fokus seines Beitrags stand dabei die Analyse des Nutzens und der Bewertung der ideellen Förderung durch die Stipendiaten.

Zwei Beiträge beschäftigten sich darüber hinaus mit berufserfahrenen Lehrerinnen und Lehrern: So stellte Nathalie Heiligtag (Fakultät II) Ergebnisse ihres Dissertationsprojekts zur Rekonstruktion von Beziehungsmustern von Lehrerinnen und Lehrern im Schulalltag vor und fokussierte sich dabei vor allem auf die Metapher „Nähe und Distanz“. Georg Geber (ebenfalls Fakultät II) berichtete von seinem Forschungsvorhaben zur Erfassung der Umgangsweisen von Regelschullehrkräften mit Nachteilsausgleichen. Über einen multimethodischen Zugang berücksichtigt die Studie dabei sowohl die organisatorischadministrative wie auch die konkrete unterrichtliche Perspektive.

Der Beitrag von Alexander Lenger wiederum rückte eine weitere Gruppe von Akteuren des Bildungssystems in den Mittelpunkt: die Professorinnen und Professoren. Die vorgestellte Studie beschäftigt sich mit der Frage, welche unintendierten Folgen der akademische Kapitalismus (im Sinne eines New Public Managements) auf das Selbstverständnis von Hochschullehrern sowie deren Wissensproduktion hat.

Das Nachwuchsforum Bildungsforschung war durchgängig gut besucht – durchschnittlich besuchten etwa 20 Personen aus mindestens 3 Fakultäten sowie anderen zentralen Einrichtungen die Veranstaltungen. Trotz der Zugehörigkeit zu teils unterschiedlichen Fächern und Disziplinen erlebten die Referentinnen und Referenten die Rückmeldungen und Anregungen ihrer Kolleginnen und Kollegen zu ihren Beiträgen als sehr bereichernd und konstruktiv. Das Nachwuchsforum Bildungsforschung wurde deshalb auch im Sommersemester 2016 weiter fortgeführt.

Impressionen