Lesestudie im Projekt LUST (Längsschnitt Untersuchung im Satzlesen und Textverstehen)
Fach: Erziehungswissenschaft
Betreuender
Hochschullehrer: Prof. Dr. Hans Brügelmann
Doktorand: Axel
Backhaus
Status: aktuell
Kurzbeschreibung:
Das Projekt LUST versucht in einer
2-jährigen Längsschnittstudie die Leseentwicklung von
Grundschulkindern mit unterschiedlichen Verfahren zu
erfassen und zu beschreiben. Zentrales Instrument ist der
Stolperwörter-Lesetest bzw. in dessen Weiterentwicklung und
Differenzierung der Siegener Satzlesetest: Bei diesem Test
müssen die Kinder anders als bei herkömmlichen
Satzlesetests nicht z.B. fehlende Wörter ergänzen, sondern
ein zuviel eingefügtes Wort, welches den Lesefluss stört,
auffinden und streichen.
Für die Auswertung gibt es drei Hauptziele: Zum einen soll
die längsschnittlich erfasste Leseentwicklung auf
Inidividualebene (Stagnation, Sprünge, lineare Entwicklung,
Mischformen bei vergleichbaren/unterschiedlichen
Ausgangspunkten) aber auch auf Leistungsgruppenebene
ausgewertet werden und beschrieben werden, ob diese sich
über die Zeit annähern (Kompensationseffekt), entfernen
(Schereneffekt) oder auf Basis eines sog.
„Karawaneneffekts“ von gleichen Ausgangspunkten
gleichförmig entwickeln. Zum anderen ermöglicht der
Siegener Satzlesetest eine differenzierte Auswertung, die
den Blick auf unterschiedliche Schwierigkeiten lenken kann
(Wortlänge und –schwierigkeit, Satzlänge und –komplexität,
usw.), um detaillierter in Erfahrung zu bringen, welche
Schwierigkeit welcheN LeserIn zu welchem Zeitpunkt
behindert oder unterstützt. Schließlich ermöglicht der
parallele Einsatz verschiedener Lesetests (auf Wort-, Satz-
und Textebene) einen Beitrag zur der Frage, was
Lesekompetenz eigentlich ist, bzw. aus welchen Komponenten
sie sich zusammensetzt.


