Informelles Lernen
Problemlage:
Als Folge internationaler Kompetenzvergleiche wie PISA und nationaler Leistungsstudien wie LAU hat sich die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit vor allem auf die Frage fokussiert, wie Schule und insbesondere Unterricht verbessert werden können. Auch die Kon-zentration von Erziehungswissenschaft und pädagogischer Psychologie auf die schulbezogene Lehr-Lern-Forschung und auf Maßnahmen der unterrichtsbezogenen Lehrerfortbildung (wie etwa das SINUS-Programm für den mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht) unterstellt, dass fachliche Kompetenzen vor allem in organisierten Lernprozessen während bestimmter curricular geplanter Phasen des Bildungsgangs erworben werden. Wenig bedacht werden in diesem Diskurs mögliche Beiträge nicht organisierter Lernprozesse, die außerhalb formaler Bildungsinstitutionen stattfinden. Dabei konstatiert bereits der sog. Faure-Report, dass ca. 70% alles menschlichen Lernens informell erfolge und deshalb die Bedeutung informellen Lernens für formale Lernprozesse zu untersuchen sei. Ferner verweist die PISA-Erhebung von 2000 auf den Zusammenhang zwischen formalem und informellem Lernen, wenn sie die Abhängigkeit der Schulleistungen von der sozialen Herkunft und die Bedeutung der innerschulischen Lernökologie betont.
Forschergruppe Siegen:
Zum Informellen Lernen existiert seit etwa 1,5 Jahren eine Forschergruppe, die ab dem Sommersemester 2013 durch drei Juniorprofessuren verstärkt wurde. Die Forschergruppe plant, im kommenden Semester einen Paketantrag auf Fördermittel bei der DFG zu stellen.


