Metakognition im Dialog - was ist das und wozu ist es gut?
Metakognition bedeutet Nachdenken über die eigenen Denk- und Lernprozesse.
(Ein Beispiel für spontane Metakognition: Nachdem Ihnen eine tolle Idee für Ihre Hausarbeit oder Unterrichtseinheit beim Schwimmen gekommen ist, bemerken Sie, dass das schon häufiger der Fall war. Sie vermuten, dass Sie in der entspannten Situation des Schwimmens kreativ sind, und vielleicht versuchen Sie dies in Zukunft gezielt zu nutzen, z.B. indem Sie schwimmen gehen, wenn Sie sich gerade "mental blockiert" fühlen.
Ein Beispiel für methodisch herbeigeführte Metakognition. Am Ende einer Unterrichtsstunde / einer Seminarsitzung überlegt jeder Lernende in einem Blitzlicht, was ihn heute a) überrascht hat, für was dies b) auch wichtig sein könnte, c) welche Frage(n) noch offen sind und was ihn d) beim Lernen behindert / geholfen hat.)
Aber warum im Dialog?
Ein Dialogpartner kann Ihre Gedanken spiegeln und dabei Anstöße zu größerer Genauigkeit, besserer Differenzierung, weiteren Verknüpfungen etc. geben, er / sie kann weitere Beispiele beisteuern, eine andere Perspektive schildern..
Und wofür brauche ich das auf meinem Weg, eine gute und immer bessere Lehrkraft zu werden?
Kompetente und zufriedene Lehrerinnen und Lehrer schaffen das Kunststück, immer neue wissenschaftliche Erkenntnisse, ihre Handlungserfahrungen und ihre persönlichen Überzeugungen so miteinander zu verflechten, dass sie in den unterschiedlichsten Situationen flexibel, souverän und wirkungsvoll agieren und reagieren können. Das erfordert zum einen Übung, aber zu Beginn einer jeden Etappe (d.h. wenn eine neue Erkenntnis "eingebaut" werden soll) erfordert es zunächst einmal die Verknüpfung neuer Elemente mit sehr vielen alten.
Das fällt den wenigsten Menschen spontan leicht - deshalb üben Sie es in Ihren Mentoring-Gesprächen gezielt und mit Hilfe erprobter Methoden.

