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Methoden zur Förderung von Metakognition im Dialog

In den Workshops vermitteln und erproben wir verschiedene Methoden, wie man dann in den gemeinsamen Mentor-Mentee-Gesprächen metakognitive Erfolge erzielen kann. Eine kleine Auswahl sei hier geschildert:
  •  Lautes Denken / pair problem solving: Beide Partner verbalisieren ununterbrochen ihre Zugriffsweisen auf ein Problem, hören einander kontrollierend zu, vergleichen mit den eigenen Denkprozessen, gehen auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Sichtweisen ein, fragen nach, machen sich auf mögliche Alternativen aufmerksam und lernen vom jeweils anderen. Zweck ist, sich über die eigenen Denk-Konstrukte klarer zu werden, diese auch als solche erkennen zu können und andere Sichtweisen wirklich wahrzunehmen, sich für diese zu öffnen, um sich aus einem größeren Fundus an Erklärungen, Lösungsansätzen etc. bedienen zu können. Passende Themen: z.B. erlebte Probleme bei der Durchführung von Unterricht
  • PPCO (Pluses, Potentials, Concerns, Overcome Concerns): Im Gegensatz zum "pair problem solving" ist hier nicht ein Problem, sondern eine spannend klingende Idee der Einstieg ins Gespräch - z.B. ein neues Unterrichtsprojekt, das an der Schule ausprobiert wird, oder ein didaktischer Ansatz aus einem interessanten Seminar. Auch hier geht es darum, den eigenen Kopf für möglichst viele Aspekte, Blickwinkel und Zusammenhänge zu öffnen, diesmal mit einem "straffen Plan":
  1. Zuerst überlegen beide, was ihnen spontan an der Idee gefällt.
  2. Dann werden möglichst viele Varianten, Optionen und Handlungsmöglichkeiten, die aus der Idee folgen können, ausgebreitet (man kann z.B. eine Mind Map zu Hilfe nehmen)
  3. Dann erst überlegt man, ob es auch Schwachpunkte an der Idee oder Schwierigkeiten oder Probleme bei der Umsetzung oder als Folge der Umsetzung geben könnte.
  4. Zum Schluss versucht man für möglichst viele oder alle dieser Bedenken Ideen zu finden, wie man diese überwinden könnte.
  • Portfolio-Fallstudie: Jeder Lehramts-Studierende nach BA/MA-Struktur führt ein studienbegleitendes Portfolio. Hier werden u.a. auffällige Erfahrungen und Beobachtungen gesammelt. Aus diesen sollen Erkenntnisse, auch und besonders solche, die im Zusammenhang mit dem  eigenen Lern- und Entwicklungsprozess stehen, gewonnen werden. Dies kann u.a. im Gespräch mit der Mentorin geschehen, wenn man aus den Erfahrungen und Beobachtungen "Fallstudien" macht, d.h:
  1. die eigene Erfahrung oder Beobachtung ist so detailliert wie möglich zu beschreiben (die Mentorin fragt nach), zunächst ohne Ursachen-Spekulation
  2. beide Partner ziehen daraus so viele Schlüsse wie möglich und spielen diese so weit sie können durch
  3. jeder erläutert anschließend, warum er diese oder jene Schlussfolgerung weiterverfolgen will und welche Handlungskonsequenzen daraus folgen (der andere hört aktiv zu).
Die Fallstudie kann natürlich auch von Erfahrungen und Beobachtungen des Mentors ausgehen. Ziel ist auch hier wieder nicht nur, eine bestimmte Situation besser zu verstehen, sondern auch, sich über die eigenen Deutungs-, Verarbeitungs- und Denkprozesse klar zu werden, Alternativen kennen zu lernen und das eigene Weiterlernen bewusster und besser selbst gestalten zu können.