Das Siegener Zeitfenstermodell
Seit dem Wintersemester 2012/2013 wird ein sogenanntes Zeitfenstermodell zur koordinierten Stundenplanung in bestimmten lehramtsrelevanten Fächern genutzt, um Veranstaltungsüberschneidungen zu minimieren. Auf den folgenden Seiten möchten wir Sie über die Hintergründe, Anwendung und Vorteile dieser koordinierten Stundenplanung informieren. Diese Information dient MitarbeiterInnen, die eine Lehrveranstaltung anbieten und/oder für die Lehrveranstaltungsplanung verantwortlich sind gleichermaßen wie Studierenden, die ihr kommendes Semester planen wollen.
Inhalt
- Warum brauchen wir ein Zeitfenstermodell?
- Welchen Nutzen hat ein Zeitfenstermodell?
- Wie ist das Siegener Zeitfenstermodell entstanden?
- Studienverlaufspläne
- Was ist das Zeitfenstermodell?
- Grundmatrix
- Teilmatrizen
- Kernzeiten
- Wahlzeiten
- Zielgruppe des Siegener Zeitfenstermodells
- Lösungsvorschläge bei möglichen Problemen
- Koordinationsstelle
Warum brauchen wir ein Zeitfenstermodell?
Mit der Einführung der Bachelor-Studiengänge für alle Lehrämter an der Universität Siegen ging die Auflage einher, dass für eine erfolgreiche Akkreditierung der Studiengänge die Hochschule nachweisen muss, dass
Lehrveranstaltungen (…) so aufeinander abgestimmt sind, dass die Studierbarkeit gewährleistet ist. Für den gesamten Kombinationsstudiengang gewährleistet die Hochschule die Studierbarkeit auch hinsichtlich der Überschneidungsfreiheit zumindest in den häufig gewählten Kombinationen (…).
aus: Regeln für die Akkreditierung von Studiengängen und für die Systemakkreditierung
Mit „Überschneidungsfreiheit“ ist unter anderem gemeint, den Studierenden in zeitlicher Hinsicht die Möglichkeit zu bieten, überschneidungsfrei die Lehrveranstaltungen besuchen zu können, die sie laut Studienverlaufsplan des jeweiligen Faches im jeweiligen Semester belegen sollen. Damit kann gewährleistet werden, dass Studierende ihren Bachelor-Abschluss in Regelstudienzeit (nach sechs Semestern) erlangen können.
Bei insgesamt vier Lehramtsausrichtungen an der Universität Siegen (Gs, HRGe, GyGe und BK; Gs und HRGe jeweils mit und ohne integrierter Förderpädagogik) und einer großen Vielfalt an Fächerkombinationsmöglichkeiten (z.B. gibt es alleine im Lehramt GyGe 107 Fächerkombinationsmöglichkeiten) kann ohne koordinierte Veranstaltungsplanung die oben von der Akkreditierungsagentur geforderte Studierbarkeit im Sinne der Überschneidungsfreiheit nicht gewährleistet werden. Daher hat die Universität beschlossen, zum Wintersemester 2012/2013 das Siegener Zeitfenstermodell für die Bachelor-Lehramts-Studiengänge einzuführen.
Welchen Nutzen hat ein Zeitfenstermodell?
Das Zeitfenstermodell ist für eine Vielzahl an Adressaten innerhalb der Universität vorgesehen. Den Studierenden bietet es zum einen Planungssicherheit bzgl. ihres Stundenplans über ein Studienjahr hinweg und zum anderen auch Planungshilfe bei der Gestaltung eines jeden Semesters. Die Dozierenden bzw. die VeranstaltungsplanerInnen können sehen, zu welcher Zeit und an welchem Tag sie ihre Lehrveranstaltungen anbieten können, mit dem Wissen, dass zu diesen Zeiten keine sog. „Konkurrenzveranstaltung“ stattfinden. Darüber hinaus ist ersichtlich, an welcher Stelle Lehrveranstaltungs-Überschneidungen aus den verschiedenen Fächern zu erwarten sind.
Wie ist das Siegener Zeitfenstermodell entstanden?
Die Idee zum Siegener Zeitfenstermodell lehnt sich an das Zeitfenstermodell der Universität Hamburg an. Als Basis für das Siegener Zeitfenstermodell galten zunächst die Belegungszahlen der Studienanfänger aus dem Wintersemester 2011/2012 In diesem Jahr wurden konsekutive Strukturen im Lehramt (Bachelor- und Masterstudium) an der Universität Siegen eingeführt. Ebenso fanden die Belegungszahlen der am häufigsten gewählten Fächerkombinationen Berücksichtigung. Anhand dieser Zahlen und unter Beteiligung des Prorektors für Lehre, Lehrerbildung und lebenslanges Lernen, der vier Fakultäten und des Zentrums für Lehrerbildung und Bildungsforschung (ZLB) fiel die Entscheidung, welche Fächer in diesem Zeitfenstermodell in Zukunft berücksichtigt werden sollen.
Im folgenden Überblick finden Sie die vom ZLB koordinierten Fächer und die Fächer/Fakultäten, die das Zeitfenstermodell bei der Planung Ihrer Lehrveranstaltungen berücksichtigen bzw. die ihre für das Lehramtsstudium geöffneten Veranstaltungen jeweils fakultätsintern koordinieren.
Somit werden über das Zeitfenstermodell die Veranstaltungen der Fächer Bildungswissenschaften, Förderpädagogik für die Schulform Grundschule (Fakultät II), Englisch, Deutsch, Geschichte, Sozialwissenschaften, Sachunterricht (Fakultät I), Mathematik und Biologie (Fakultät IV) koordiniert. Veranstaltungen der Fächer Philosophie, Französisch, Spanisch, evangelische und katholische Religionslehre (Fakultät I) und Informatik, Physik, Chemie (Fakultät IV) werden jeweils innerhalb der jeweiligen Fakultät unter Berücksichtigung des Zeitfenstermodells koordiniert. Für die Koordination der Veranstaltungen anderer Fächer, die für das Lehramtsstudium relevant sind, verantworten sich die jeweiligen Fakultäten.
Studienverlaufspläne
Die Studienverlaufspläne der einzelnen Fächer dienen als Grundlage für das Siegener Zeitfenstermodell. In den Studienverlaufsplänen ist aufgeführt, für welches Fachsemester die Lehrveranstaltung vorgesehen ist („empfohlenes Fachsemester“), wie viel Semesterwochenstunden (SWS) und Leistungspunkte (LP) die Veranstaltung umfasst, ob ggf. eine Prüfungsleistung zu erbringen ist und ob es Zugangsvoraussetzungen zur Teilnahme gibt. Die (vorläufigen) Studienverlaufspläne sind in den Fachspezifischen Bestimmungen verankert und über die Internetseite des ZLB’s oder über die Internetseite des jeweiligen Faches erhältlich.
Was ist das Zeitfenstermodell?
Das Zeitfenstermodell ist eine Art Stundenplan in der Hinsicht, dass den LehrplanerInnen der einzelnen Fächer bestimmte Stunden, sogenannte Zeitfenster, von montags bis freitags, 8-20 Uhr in der Vorlesungszeit zur Verfügung stehen, in die sie die Lehrveranstaltungen legen können. Diese Zeitfenster umfassen in der Regel 120 Minuten, so dass den Studierenden 30 Minuten (bei 90 Minuten Veranstaltungszeit) Zeit für Raum-, und evtl. Campuswechsel zwischen zwei Veranstaltungen bleibt. Jedem Fach stehen sogenannte Kern- und Wahlzeiten (s.u.) zur Verfügung.
Grundmatrix
Einen Gesamtüberblick aller vom ZLB koordinierten Fächer und deren zugewiesenen Wahl- und Kernzeiten bietet die sogenannte Bachelor-Grundmatrix, die einmal für das Wintersemester (1., 3., 5. Fachsemester) und einmal für das Sommersemester (2., 4., 6. Fachsemester) existiert. Innerhalb dieser Grundmatrix finden Sie farblich nach den Fächern und dem fachübergreifenden Bereich Bildungswissenschaften unterschieden, die jeweiligen Zeitfenster in der Kernzeit und den beiden Wahlzeiten (s.u.). Für jedes einzelne Zeitfenster existieren eine Kernzeit und maximal vier Wahlzeiten. Die Kernzeiten sind mit den Wahlzeiten so aufeinander abgestimmt, dass ein Studierender mindestens entweder in Wahlzeit 1 oder Wahlzeit 2 seines Faches die Pflichtveranstaltungen des jeweiligen Semesters wahrnehmen kann.
Teilmatrizen
Aus der Grundmatrix lassen sich die sogenannten Teilmatrizen ableiten. Diese Teilmatrizen geben jeweils nur für ein bestimmtes Fach die Kern- und Wahlzeiten wieder. Diese Teilmatrizen dienen insbesondere den LehrplanerInnen des jeweiligen Faches. Studierende können die jeweiligen Teilmatrizen der Fächer bzw. Lernbereiche, die sie studieren, für ihre Semester- bzw. Studienjahrsplanung nutzen.
Kernzeiten
Die Kernzeiten sind für Lehrveranstaltungen vorgesehen, die nur einmal im jeweiligen Semester bzw. Studienjahr angeboten werden.
Wahlzeiten
Die Wahlzeiten (W1 und W2; für Bildungswissenschaften W1, W2 und W3) sind für Lehrveranstaltungen vorgesehen, die mehrfach im Semester angeboten werden oder bei denen mehrere Veranstaltungen zur Wahl stehen. Da Lehrveranstaltungen immer Modulelementen zugeschrieben sind kann es vorkommen, dass ein Modulelement durch mehrere Lehrveranstaltungen abgedeckt werden kann). Stehen mehrere Lehrveranstaltungen zu einem Modulelement zur Wahl, liegt mindestens je eine Lehrveranstaltung in der Kernzeit oder in der Wahlzeit 1 und Wahlzeit 2. Diese beiden Wahlzeiten sind so gestaltet, dass ein Studierender an mindestens einer der beiden Wahlzeiten eine für das Semester vorgesehene Lehrveranstaltung besuchen kann.
Zielgruppe des Siegener Zeitfenstermodells
Das Siegener Zeitfenstermodell gilt für alle Lehrveranstaltungen im Bereich des Bachelor Lehramtsstudiums, die in den Studienverlaufsplänen der Fächer Bildungswissenschaften, Biologie, Deutsch, Englisch, Geschichte, Mathematik, Sachunterricht und Sozialwissenschaften aufgelistet sind. Ebenso gilt es studiengangsübergreifend, das bedeutet, dass für alle Lehramtsstudiengänge (Gs (mit und ohne Förderpädagogik), HRGe (mit und ohne Förderpädagogik), GyGe und BK) das gleiche Modell gilt.
Lösungsvorschläge bei möglichen Problemen
Bei der Veranstaltungsplanung eines Semesters kann nur von ungefähren Belegungszahlen ausgegangen werden. Niemand kann das Semesterplanungsverhalten von Studierenden voraussehen. Es gibt vielerlei Gründe, wonach Studierende ihren Stundenplan gestalten. Im Idealfall orientieren sie sich an den Studienverlaufsplänen ihrer Fächer bzw. Lernbereiche. Dennoch kann es im Einzelfall passieren, dass ein Studierender, obwohl er sich an den Studienverlaufsplänen orientiert, nicht die Veranstaltungen belegen kann, die er möchte. Liegt der Grund in einer Lehrveranstaltungsüberschneidung von zwei Veranstaltungen, die in dem bestimmten Semester absolviert werden sollen, so kann der Studierende diese Überschneidung dem ZLB über ein Online-Formular mitteilen. Das ZLB ist bemüht, Lösungen für diese Fälle zu finden. Darüber hinaus können sich Studierende bei Problemen in der Semesterplanung an die Koordinierungsstelle (s.u.) wenden.


