Phasen und Bestandteile
Explorative Phase
Die erste explorative Phase des Projektes dient - neben grundlegenden Arbeiten und Voranalysen bereits vorliegender Daten - dazu, die bestehenden Kontakte mit Fachleuten auszubauen und weitere Kontakte zu knüpfen. Hier nimmt das bereits bestehende Netzwerk der Demografie-Beauftragten eine wichtige Rolle ein, indem auf den Erfahrungen aufgebaut und deren Mitglieder dialogorientiert in das Projekt einbezogen werden. Vertretungen der kommunalen Spitzenverbände sollen ebenfalls beteiligt werden.
Demografie-Werkstatt
Nach der explorativen Phase werden mehrere Demografie-Werkstätten durchgeführt. Diese beinhalten v.a. leitfadengestützten Experten-Interviews sowie moderierte Gruppendiskussionen mit Demografie-Beauftragten. In diesen Werkstätten werden wesentliche Dimensionen, Vorteile und Hemmnisse kommunaler Demografie-Arbeit erörtert. Darüber hinaus dienen sie auch der Verbesserung der Zielgenauigkeit und Qualität der anschließenden empirischen Bestandsaufnahme.
Befragung sämtlicher Kommunen, Kreise und kreisfreien Städte in NRW
Das empirische Kernstück des Projekts bildet die Befragung sämtlicher Demografie-Beauftragten bzw. für Demografie-Fragen Verantwortlichen der Kommunen, Kreise und kreisfreien Städte in Nordrhein-Westfalen. Mit dieser umfassenden empirischen Bestandsaufnahme können die Nuancen in der Demografie-Arbeit der Kommunen erfasst werden. Darüber hinaus werden auch innerhalb der Gruppe großer Städte bzw. ländlicher Kommunen Unterschiede sichtbar. Hinzu kommt eine zweite Befragungswelle, in der Ratsmitglieder als Repräsentanten der Politik befragt werden. Ein wesentliches Ziel der empirischen Bestandsaufnahme ist es, Auskunft über den aktuellen Stand der kommunalen Demografie-Arbeit geben zu können sowie Beispiele für good-practice in der kommunalen Demografie-Arbeit zu identifizieren. Die Grundlage für den zu entwickelnden Fragebogen bilden dabei die folgenden Fragestellungen:
- In welchem Ausmaß sind die Verwaltungen von den demografischen Veränderungen tatsächlich betroffen und wie werden die Veränderungen und deren Auswirkungen von den zuständigen Verwaltungsmitarbeitern subjektiv eingeschätzt?
- Welche Konzepte und Instrumente nutzen Kommunen, um sich systematisch auf demografische Veränderungen einzustellen?
- In welcher Form wird die kommunale Demografie-Arbeit in das Verwaltungshandeln und die Verwaltungsabläufe integriert?
- Welche Zusammenhänge sind zwischen den kommunalen Rahmenbedingungen und der kommunalen Demografie-Arbeit beobachtbar?
- Wie lassen sich Erfolge und Misserfolge der kommunalen Demografie-Arbeit beschreiben und wie erfolgreich schätzen die Befragten die Demografie-Arbeit in ihrer Kommune ein?
- Gibt es Zusammenhänge zwischen den Erfolgen der kommunalen Demografie-Arbeit und der Form der kommunalen Demografie-Arbeit und wie lassen sich diese Zusammenhänge beschreiben?
- Was sind die subjektiv eingeschätzten Erfolgsfaktoren und die Hemmnisse für kommunale Demografie-Arbeit?
- Welche Strategien der Informations-, Öffentlichkeits- und Netzwerkarbeit beinhaltet ein erfolgreiches Demografie-Management auf kommunaler Ebene?
Zur Beantwortung wird ein Fragebogen entwickelt, der an die jeweilige Verwaltungsspitze sämtlicher Kommunen geschickt wird.
Durchführung einer Fachtagung
Nach dem Ende der Auswertungsphase findet eine Fachtagung mit den Vertretungen der Kommunen, des Landes und der Fachöffentlichkeit statt. Die wesentlichen Ergebnisse werden auf dieser Tagung vorgestellt und diskutiert, ebenso mögliche Konsequenzen für die kommunale Demografie-Arbeit. Neben den Ergebnissen der empirischen Bestandsaufnahme werden auch Anregungen auf der Fachtagung dazu genutzt, um anschließend ein "Handbuch Kommunales Demografie-Management" als Endprodukt des Projekts zu erstellen.
Handbuch Kommunales Demografie-Management
Auf der Grundlage der bis dahin zusammengetragenen Ergebnisse wird dann ein forschungsbasiertes und zugleich praxisorientiertes "Handbuch Kommunales Demografie-Management" erstellt. Dieses dient als Grundlage für eine nachhaltige und flexible "Selbst-Beratung" der Kommune. In diesem Handbuch werden in einzelnen Modulen anhand von good-practice Beispielen wesentliche Konzepte und Umsetzungschancen der kommunalen Demografie-Arbeit präsentiert. Das Ziel des Handbuches ist dabei, einen sich selbst tragenden Demografieprozess auf kommunaler Ebene zu fördern.
Skizze Internetportal
Abschließend wird eine Skizze für ein mögliches Internetportal entworfen. Dieses soll dem fachlichen Austausch der für Demografiefragen zuständigen Mitarbeiter in den Kommunen dienen. Warum nicht von den Erfolgen der Anderen lernen und Fallstricke vermeiden?
Dazu wird zunächst zu klären sein, was denn - aus der Perspektive der späteren Nutzer - ein Internetportal können müsste, um die Ziele des Portals zu erreichen. In welchem Ausmaß würde ein solches Portal überhaupt genutzt werden? Wie kann die technische Administration eingerichtet werden, damit ein solches Portal langfristig genutzt wird und die Nutzer auch einen echten Gewinn daraus ziehen?

