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Projektbeschreibung

Das Thema ‚Inklusion‘ ist mit der Diskussion zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention auf allen politischen Ebenen zu einem wichtigen Thema geworden. Dieser noch sehr offene Ansatz knüpft an sozial- und behindertenpolitische Reformen auf den unterschiedlichen Ebenen an. Genannt sei die Gesetzgebung zum Schutz vor Diskriminierung, die verstärkte Einbeziehungen von Interessensvertretungen von Menschen mit Behinderungen, die Reform des Rehabilitationsrechtes mit seiner auf Teilhabe und Selbstbestimmung zielenden Ausrichtungen und die Reform der Eingliederungshilfe. Zugleich hat der Ansatz eine über das Feld der Behindertenhilfe hinweisende Bedeutung für die kommunale Sozialplanung und -politik.

Teilhabemöglichkeiten von Menschen mit Behinderungen realisieren sich zu einem wesentlichen Teil im unmittelbaren räumlichen Lebensumfeld von Menschen mit Behinderungen. Hier entscheidet sich, ob Infrastrukturen für die Allgemeinheit ebenfalls für Menschen mit Behinderung zugänglich und nutzbar sind. Auch wenn die Ausgestaltung einer inklusiven Infrastruktur nicht in der alleinigen Zuständigkeit von Kommunen liegt, kann die Kommunalpolitik durch eigene Aktivitäten und durch eine koordinierende, andere Akteure einbeziehende Planung wesentlich zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderungen und zur Entwicklung eines inklusiven Gemeinwesens beitragen. Ein darauf gerichtetes kommunalpolitisches Handeln soll durch die Untersuchung in den Blick genommen werden. Die Untersuchung soll

  • zum Verständnis von Anknüpfungspunkten auf lokaler Ebene zur Entwicklung inklusiver Strukturen beitragen. Der Umgang mit Verschiedenheit und die Einbeziehung unterschiedlicher sozialer Gruppen ist für die Kommunen kein neues Thema. Daher muss eine inklusionsorientierte Planung an die vorhandenen lokalen Entwicklungspfade anschließen.
  • eine Typologie inklusionsorientierter Planung bilden, um den lokalen handelnden Akteuren eine Einschätzung der Rahmenbedingungen ihrer Aktivitäten zu ermöglichen.
  • die Möglichkeiten zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention durch Kommunen und auf lokaler Ebene ermitteln. Beispiele guter Praxis aus Nordrhein-Westfalen und aus anderen Kommunen in Europa, bieten eine wichtige Grundlage für die Ausgestaltung eigener Maßnahmen
  • zur Entwicklung von Empfehlungen für eine inklusionsorientierte Planung auf lokaler Ebene beitragen.
Im Kontext des Menschenrechtsdiskurses leitet sich aus der Konvention neben individuellen Rechtsansprüchen zum Schutz vor Benachteiligung in erster Linie ein politischer Gestaltungsauftrag ab. Es ist das zentrale Anliegen des Projekts die Wahrnehmung dieses Auftrages durch die Analyse der Rahmenbedingungen inklusionsorientierter Sozialplanung zu unterstützen.