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Der ZPE-Ansatz zur Teilhabeplanung für Menschen mit Behinderung

Im ZPE-Ansatz zur Teilhabeplanung wird davon ausgegangen, dass es die zentrale Aufgabe der professionellen Behindertenhilfe ist, Menschen mit Behinderungen dabei zu unterstützen, ihre Lebensläufe möglichst in Bezug zu ‚normalen’ gesellschaftlichen Institutionen und Orten zu entfalten. Die theoretische Grundlage dafür liegt in einem lebenslaufbezogenen Ansatz:

Allgemein formuliert bezieht sich der Begriff des Lebenslaufs auf die Bewältigung verschiedener Phasen im Leben. In modernen Gesellschaften ist das Durchlaufen dieser Phasen zumeist mehr oder weniger vorhersagbar. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von der ‚Normalbiografie’.
Im Kontext der Organisation und Vorhersagbarkeit von Lebensläufen kommt Institutionen eine gewichtige Rolle zu. Der einzelne Mensch entwickelt seine Biografie in enger Verbindung zu Institutionen. Der Begriff Institution wird in diesem Zusammenhang in einem weiten Begriffsverständnis verwandt, um sozial normierte Regeln mit einem hohen Grad an Maßgeblichkeit, Stabilität und Dauerhaftigkeit zu beschreiben. Beispiele für Institutionen nach diesem Verständnis sind Kindergärten, Schulen, der Arbeits- und Wohnungsmarkt, die Sozialversicherung, aber auch die Familie.

Der Ansatz des ZPE zur Teilhabeplanung kann wie folgt charakterisiert werden:
  • Personenzentrierung: Der Planungsprozess in der Behindertenhilfe geht von den individuellen Bedürfnissen der Nutzer/innen aus. Unter dieser Maßgabe sollen sich alle beteiligten Akteure als Teil eines Netzwerkes verstehen, das Menschen mit Behinderungen eine möglichst selbstbestimmte Gestaltung des individuellen Lebenslaufes ermöglicht. Bereichs- und zielgruppenorientierte Planungen sollen sich dieser integrierenden Zielsetzung unterordnen.
  • Prozessorientierung: Teilhabeplanung beschränkt sich nicht auf eine Analyse des Ist-Zustandes und die Benennung von kurz- und mittelfristigen Handlungsplänen, sondern stellt die Entwicklung von Instrumenten zur kontinuierlichen Bedarfseinschätzung und zur Planung in den Vordergrund. Dabei wird sowohl die sozialräumliche Infrastruktur im Sinne der ‚Barrierefreiheit‘ als auch die Weiterentwicklung von Unterstützungsangeboten einbezogen.
  • Beteiligungsorientierung: Menschen mit Behinderungen und ihre Angehörigen sollen ebenso wie andere Akteure (Freie Träger, andere Sozialleistungsträger und kreisangehörige Gemeinden) in den Planungsprozess einbezogen werden.
Die im Prozess der Teilhabeplanung zu leistenden Arbeiten lassen sich in drei voneinander zu unterscheidende Schritte gliedern, die je nach Zielsetzung auch variabel erfolgen können:
  • die Entwicklung einer Zielperspektive für die Teilhabeplanung
  • die Entwicklung von Instrumenten für die Analyse der IST-Situation und zur kontinuierlichen Beobachtung der weiteren Entwicklung
  • die Entwicklung von Planungsverfahren.