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Fachtagung

Fachtagung


Wie betreut man Wohnen?
Perspektiven der Unterstützung von
Menschen mit Behinderungen im Alltag

 



Veranstalter: ZPE der Universität Siegen
Datum: 03. März 2009
Ort: Universität Siegen, Campus Adolf-Reichwein-Straße, Audimax
Teilnehmerkreis: Mitarbeiter/innen aus Politik und Verwaltung, Einrichtungen, Fachverbänden und Interessensvertretungen
Teilnahmebeitrag: 80,- Euro / Ermäßigung auf Anfrage

 

Das Ambulant Betreute Wohnen gilt sowohl in fachlicher als auch in finanzieller Hinsicht als ein Erfolgsmodell der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen. Das Betreute Wohnen soll sowohl ein Mehr an Selbstbestimmung ermöglichen als auch die Sozialhilfeträger von höheren Ausgaben für stationäre Hilfen entlasten. Wie verhält sich aber diese Sichtweise zum traditionellen stationären Einrichtungskonzept, das nicht zuletzt auf der verbreiteten Annahme beruht, dass Unterstützung bei Menschen mit einem hohen Hilfebedarf stationär und bei Menschen mit einem geringen Unterstützungsbedarf ambulant erfolgen soll? Handelt es sich beim Ambulant Betreutes Wohnen um eine Ergänzung der stationären Versorgung oder um eine Alternative, die sich als leitend für den Umbau des Unterstützungsangebotes insgesamt versteht? Wie kann die professionelle Unterstützung im Alltag konzeptionell und praktisch gestaltet werden, damit sie - im Sinne des Verbotes einer Benachteiligung - auch einem Personenkreis mit komplexem Unterstützungsbedarf und herausforderndem Verhalten zur Verfügung steht? Was beinhaltet Ambulant Betreutes Wohnen eigentlich konkret? Wie kann in einer Umsteuerung die Entwicklung sozialrechtlich geregelter und institutionalisierter Hilfeleistung mit der Logik der individuellen Lebensführung in Einklang gebracht werden?

Mit diesen Fragen lassen sich Unsicherheiten bei vielen fachlich und politisch verantwortlichen Akteuren beschreiben, die sich um eine weitgehende Neuausrichtung des Leistungsgeschehens für Menschen mit Behinderungen bemühen.

Das Zentrum für Planung und Evaluation Sozialer Dienste (ZPE) der Universität Siegen hat über fünf Jahre die Entwicklung der Hilfen zum selbständigen Wohnen in Nordrhein-Westfalen aus der Perspektive der Forschung begleitet. Die Schlussfolgerungen aus den Beobachtungen und Analysen wurden im Projektbericht zu drei Entwicklungsszenarien zusammengefasst: Im Szenario der "Ambulantisierung" werden die ambulanten Hilfen weiterhin paralell zu stationären Hilfen ausgebaut. Im Szenario der "sektoralen Reform" kommt es zu einer Überwindung dieser Unterscheidung in die Richtung, dass stationäre Hilfen an ambulante Formen angeglichen werden. Im Szenario des "inklusiven Gemeinwesen" geht es darum, im örtlichen Kontext die materiellen, sozialen und leistungsbezogenen Bedingungen für die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen herzustellen.

Die Fachtagung "Wie betreut man Wohnen?" soll ein Forum bieten, auf dem diskutiert wird, wie professionelle Leistungen für Menschen mit Behinderungen insbesondere im Sinne des dritten Szenarios entwickelt und gestaltet werden können. Es ist zu klären, wie praktische Unterstützungskonzepte sowie Ansätze individueller und örtlicher Teilhabeplanung weiterentwickelt werden müssen, dass sie zeitgemäßen fachlichen Standards entsprechen. Dabei sollen die unterschiedlichen Bedingungen bewusst hervorgehoben werden, die sich für die Bereiche der Hilfen für Menschen mit geistiger Behinderung und der Menschen mit seelischer Behinderung ergeben.

Neben Plenumsvorträgen soll in Foren und Arbeitsgruppen zu verschiedenen Teilaspekten eines wirksamen Umbaukonzeptes diskutiert werden.