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Systematische Therapie

Systemische Therapie (Paar- und Familientherapie)

Die grundlegende Annahme des systemischen Ansatzes besteht darin, dass psychisches Leid durch eine gestörte Kommunikation im jeweiligen System - meistens die Familie, in der man lebt mitbedingt wird.

Familien lassen sich einteilen nach der Art und Weise, wie das Zusammenleben unter den Mitgliedern geregelt wird. Es gibt z. B. Familien, in denen geht es streng und rigide zu, in anderen ist es unverbindlich und regellos. Beides kann schädigend für die Entwicklung des Einzelnen - besonders für Kinder- sein.

In jeder Familie gibt es ausgesprochene und unausgesprochene Regeln. Diese ordnen das Zusammenleben und geben jedem Familienmitglied ein Zugehörigkeitsgefühl Manchmal sind starre Regeln so einengend, dass einzelne Mitglieder der Familie nicht genügend Raum für die eigene Entwicklung haben und krank werden "müssen", um durch ihre Krankheit auf etwas hinzuweisen. Dabei ist es häufig der Fall, dass nur ein einzelnes Familienmitglied Symptome ausbildet, aber dadurch auf eine Störung im gesamten System hinweist. Eine magersüchtige Tochter kann z.B. durch ihre Verweigerung auf ein zu starres System hinweisen, in dem das Ausleben von Gefühlen zu wenig Raum hat. Oder es kann sein, dass ein bettnässendes Kind auf einen verdeckten Konflikt zwischen den Eltern hinweist. Diesen gilt es dann in der Therapie zu bearbeiten.

In der systemischen Therapie wird versucht, mit allen Beteiligten die Besonderheiten der jeweiligen Familie (oder des Paares) zu erforschen. Dies können zu starre Regeln sein, z.B. "Bei Tisch wird nicht geredet" oder versteckte Aufträge der Großelterngeneration z.B. "Macht es besser als wir". Die Symptome drücken den Widerstand eines Familienmitgliedes gegen die einengenden Regeln oder Aufträge aus, der anders nicht gezeigt werden darf.

FamilientherapeutInnen gehen davon aus, dass niemand vorsätzlich schuldig ist, aber manchmal aus Hilflosigkeit oder Unwissenheit die falschen Mittel wählt. Im therapeutischen Prozess wird untersucht, ob jede Person die eigenen Bedürfnisse angstfrei und mit Wertschätzung der anderen Mitglieder ausleben kann und ob es für jeden genügend Freiräume gibt Wenn sich herausstellt dass dies nicht möglich ist wird gemeinsam nach neuen Möglichkeiten gesucht Es werden z.B. neue Regeln gefunden, diese werden dann zu Hause geübt, damit die Familie künftig störungsfrei leben kann und niemand krank zu werden braucht.

Falls es möglich ist, wird mit der ganzen Familie gearbeitet. Es ist aber auch sinnvoll, mit Teilen der Familie oder sogar mit Einzelnen systemisch zu arbeiten. Wenn sich eine einzelne Person verändert, wird dies zwangsläufig Änderungen in der ganzen Familie nach sich ziehen.