..
Suche
Hinweise zum Einsatz der Google Suche
Personensuchezur unisono Personensuche
Veranstaltungssuchezur unisono Veranstaltungssuche
Katalog plus

Promotionsprojekte

Zurzeit beschäftigen sich drei DoktorandInnen im Rahmen ihrer Promotion mit Themenfeldern der Heimerziehung und werden hierbei von Prof. Dr. Klaus Wolf begleitet. Ein DoktorandInnenkolloquium ‚Heimerziehung‘ befindet sich derzeit im Aufbau. Das erste Treffen fand im März 2015 an der Universität Siegen statt.

Im Folgenden finden Sie die Kurzbeschreibungen der Promotionsprojekte:

Azziza B. Malanda, M.A. (Historikerin): Heimerziehung und Auslandsadoptionen in der frühen Bundesrepublik - Eine Analyse von Lebenswegen afrodeutscher Frauen und Männer

In den 1950er und 1960er Jahren wuchsen in der Bundesrepublik zahlreiche afrodeutsche Kinder - mehrheitlich die nichtehelichen Nachkommen deutscher Frauen und in Deutschland stationierter Schwarzer Soldaten - in staatlichen und konfessionellen Säuglings-, Kinder- und Jugendheimen auf. Darüber hinaus dienten zu ihrer Unterbringung Kinderdörfer, ein privat geführtes Sonderheim sowie Pflegefamilien.
Im Rahmen meines geschichtswissenschaftlichen Dissertationsprojekts widme ich mich jener Gruppe ehemaliger Heimkinder und richte den Fokus auf ihre biografischen Verläufe und lebensgeschichtlichen Erfahrungen. Als Hauptquellen dienen mir 12 biografisch-narrative Interviews (Schütze 1977), die ich mit afrodeutschen Frauen und Männern der Jahrgänge 1946 bis 1957 geführt habe. Die subjektiven Erinnerungszeugnisse werden durch Quellen ergänzt, welche die Sichtweise von Behörden, Medien, Politik und Wissenschaft auf die Lebenssituation jener Heimkinder erkennbar werden lassen. Anhand dieser Erkenntnisse können ferner allgemeine Aussagen über die soziale Stellung von und den Umgang mit afrodeutschen Heimkindern in der frühen Bundesrepublik formuliert werden. Das Forschungsprojekt folgt einem interdisziplinären Ansatz und verbindet das Vorgehen der "Oral History" mit Erhebungs- und Auswertungsverfahren der qualitativen Sozialforschung

Christine Schatz, M.A.: Erleben des Übergangs ins „Erwachsenwerden“ bzw. in die Selbstständigkeit von Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Kontext der stationären Jugendhilfe in Österreich

Junge Menschen haben auf ihrem Weg zum „Erwachsenwerden“ und in die Selbstständigkeit vielfältige (Entwicklungs-)Aufgaben zu bewältigen. Jugendliche und junge Erwachsene im Kontext der Kinder- und Jugendhilfe erfahren die komplexen Anforderungen dieses Übergangs infolge ihrer sozialen Lebenslagen, ihrer Erfahrungen im Schul- und Ausbildungsbereich und ihrer meist eingeschränkten sozialen Unterstützungspotenziale wesentlich intensiver und sind aus diesem Grund in einem großen Ausmaß auf gut funktionierende Unterstützungsangebote angewiesen, welche ihnen die Möglichkeit bietet sich notwendige Fähigkeiten bzw. Handlungsoptionen anzueignen, um diese Entwicklungsschritte positiv zu bewältigen (vgl. Nüsken 2006:10 u. Merchel 2004:80f.). In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, welches Verständnis von Selbstständigkeit bzw. Verselbstständigung solchen „Übergangshilfen“ zu Grunde liegt. Wie müssen Lernfelder bzw. Aneignungsprozesse speziell in der stationären Jugendhilfe inhaltlich und strukturell arrangiert werden, damit sie hinsichtlich der Bedürfnisse und Lebensthemen der jungen Menschen anschlussfähig und kompatibel sind und eine annehmbare und nachhaltig wirksame Unterstützung darstellen?
Aufschluss darüber sollten subjektive Erfahrungen und Bewältigungsstrategien von direkt und ehemals betroffenen jungen Menschen geben, die mittels stationären Erziehungshilfen diesen Übergang zu meistern haben bzw. hatten. Ihr Erleben und ihre Perspektive hinsichtlich des Nutzen bzw. Nicht-Nutzens von stationären Jugendhilfearrangements müssen als Ausgangspunkte für die Weiterentwicklung solcher Hilfen gesehen werden und bildet die Basis dieser Untersuchung.

Manuel Theile, M.A. Bildung und Soziale Arbeit: Soziale Netzwerkbeziehungen von Jugendlichen in der Heimerziehung im Übergang aus der Heimerziehung

Der Aufbau eines Sozialen Netzwerkes ist eine wichtige Entwicklungsaufgabe, der sich Menschen in der Gesellschaft konfrontiert sehen (müssen). Soziale Netzwerke können als zentrale Sozialisationsinstanz gesehen werden. Besonders bei einem Aufwachsen unter (extrem) ungünstigen Bedingungen und oftmals damit einhergehenden Beziehungsabbrüchen und Diskontinuitäten im Lebenslauf müssen sich Jugendliche in der Heimerziehung im Zuge ihres Aufbaus und Erhalts der Sozialen Netzwerke besonderen Herausforderungen und Anforderungen konfrontiert sehen.
Zielsetzung des Projektes ist die Analyse von Veränderungen und Merkmalen von sozialen Netzwerkbeziehungen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Übergang aus der Heimerziehung. Wichtige soziale Beziehungen von im Heim lebenden Jugendlichen werden vor und nach einem Auszug rekonstruiert und analysiert. Es sollen diese besonderen und exklusiven Bindungen innerhalb eines Sozialen Netzwerkes - also in Relation zu weiteren Beziehungen - in einer Netzwerkperspektive mit Hilfe eines qualitativen und jugendlichengerechtes Forschungsdesigns untersucht werden. Im Mittelpunkt des Projektes steht hierbei die Sichtweise und Wahrnehmung der Jugendlichen.

Das Projekt kann so zu einer Praxis- und Theorieentwicklung im Bereich der (qualitativen) Netzwerkforschung, welche national als auch international immer mehr Bedeutung in unterschiedlichen Disziplinen gewinnt, aber noch deutlich auszubauen ist, der Heimerziehung sowie der Gestaltung von Übergängen beitragen.

Information Promotion

Sollten Sie selbst ein Promotionsprojekt planen, dann finden Sie hier wichtige Informationen: