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Ausgangslage

Soziale Netzwerke können als zentrale Sozialisationsinstanz gesehen werden. Netzwerke können in Lebenssituationen und -phasen eines Menschens eine wesentliche Bedeutung einnehmen. Seien es die Eltern, die ihr Kind auf- und erziehen, sei es die Erzieherin, zu der man gehen kann, wenn es einem schlecht geht, sei es die beste Freundin, der man alles anvertrauen kann, sei es die Lebenspartnerin/ der Lebenspartner, mit der/ dem gute und schlechte Zeiten durchlebt werden, sei es das Pflegepersonal, das im Alter behilflich ist, usw. So lassen sich noch zahlreiche Beispiele für Beziehungen in unterschiedlichen Zusammenhängen und Situationen im Laufe eines Leben eines Menschen finden. Einige Studien verweisen auf (mögliche) positive Folgen einer Eingebundenheit in Soziale Netzwerke- etwa aus Forschungen zur Gesundheitsförderung oder auch aus der Resilienzforschung. Auch das Konzept der Lebensweltorientierung oder auch die Sozialraumorientierung machen eine Auseinandersetzung mit sozialen Beziehungen in ihrer Gesamtheit - und nicht ‚nur‘ in Ausschnitten - von Kindern und Jugendlichen unabdingbar.

Gerade bei einem Aufwachsen unter (extrem) ungünstigen Bedingungen und oftmals damit einhergehenden Beziehungsabbrüchen und Diskontinuitäten im Lebenslauf müssen sich Jugendliche in der Heimerziehung im Zuge ihre Aufbaus und Erhalts der Sozialen Netzwerke besonderen Herausforderungen und Anforderungen konfrontiert sehen.

In der Kindheits- und Jugendforschung wurden mitunter Untersuchungen zu einzelnen Beziehungen durchgeführt, wie Mutter- Kind Beziehungen oder die Bedeutung einer Peer Group. Nur vereinzelt werden Netzwerke von Kindern und Jugendlichen in ihrer Gesamtheit untersucht.

Im Bereich der Heimerziehungsforschung werden nur gelegentlich soziale Beziehungen in den Blick genommen oder ‚am Rande auf ihre Wichtigkeit verwiesen‘ (vgl. Lambers 1996/ Winkler 1996). In einigen Forschungsarbeiten werden ganz spezifische Beziehungsgeflechte von Kindern und Jugendlichen, die in einem Heim aufwachsen müssen, dürfen oder wollen, in den Blick genommen, wie die Eltern Kind Beziehung, Beziehung der BewohnerInnen untereinander, Beziehungsgestaltung zwischen PädagogInnen und BewohnerInnen etc. Studien zur Eltern- und Familienarbeit unterstreichen mitunter positive Facetten einer (in der Praxis ‚gelebten‘) Arbeit mit dem familiären System und weisen auf deren Chancen hin. Der Netzwerkblick bezieht noch weitere Menschen mit ein.

Während u.a. Gesamtnetzwerke von Kindern, die in der Heimerziehung aufwachsen, in einem Forschungsprojekt der Universität Dresden unter der Leitung von Frank Nestmann analysiert wurden, standen Jugendliche, die in einem Heim leben, bisher in der Netzwerkforschung nicht im Fokus. Doch - wie angedeutet - stellt gerade in dieser Lebensphase und einem baldigen Übergang aus der Heimerziehung der Aufbau und der Erhalt eines Sozialen Netzwerkes eine zentrale Aufgabe dar.

Besonders bei Übergängen aus der Heimerziehung und damit einhergehenden Veränderungen müssen hier Sozialen Netzwerken eine besondere Bedeutung zugerechnet werden. Einige zentrale Fragen können sich bei einem Übergang in Bezug auf Soziale Netzwerke stellen: Welche sozialen Beziehungen konnten in der Heimzeit erhalten und/ oder aufgebaut werden und dann nach dem Auszug genutzt werden? Mit welchen Menschen können die Jugendlichen/ jungen Erwachsene etwa bei Problemen oder Fragen sprechen? Gibt es Vertrauens-/ Bezugspersonen? Durch wen und auf welche Art und Weise können die jungen Erwachsenen dann soziale Unterstützung erhalten? Mit wem können sie sprechen, wenn sie Probleme oder Fragen haben? Mit wem verbringen sie ihre Freizeit? Wie gestaltet sich die Beziehung zu der Familie?...>