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Programm

1. Tag

 

13:00 – 13:15 Begrüßung
13:15 – 13:45 Prof. Dr. Klaus Wolf:
Das Zusammenspiel macht´s: Einführung in das Konzept der Tagung
13.45 – 14:15 Vortrag Prof. Dr. Christian Schrapper:
„Ja, mach nur einen Plan!“ – Sozialpädagogische Pläne zwischen allen Stühlen?
14.15 – 14.45 Vortrag Dr. Daniela Reimer:
«Man muss immer vorsichtig sein mit den Sozialpädagogen» - Interventionen im biografischen Erleben
14:45 – 15:30 Kaffee-Pause
15:30 – 18:00 12 Workshops
  1. Workshop
    „Schon alles probiert oder Luft nach oben? Rückkehrprozesse in den Erziehungshilfen als komplexe Herausforderung für Menschen und Organisationen“
    Dirk Schäfer (Perspektive gGmbH - Institut für sozialpädagogische Praxisforschung und –entwicklung)
    Julia Schröer (Wellenbrecher e.V.)

    Die Planung und Umsetzung einer Rückkehr von Kindern in ihre Herkunftsfamilie nach einer Phase der Fremdunterbringung ist für die Kinder selbst, ihre Eltern und Geschwister, ihre Pflegefamilien und Erzieher sowie weitere zuständigen Fachkräfte herausfordernd. Im Workshop wollen wir zum einen die individuell relevanten Erlebensperspektiven der unterschiedlichen Beteiligten erfassen und besser verstehen lernen. Zum anderen soll mit den Teilnehmer*innen erarbeitet werden, welche Phasen während des gesamten Hilfeverlaufs besonders geeignet sind, um geeignete Bedingungen zur Gestaltung von Rückkehrprozessen zu schaffen. Nach einem grundlegenden Input werden wir uns dem Thema in zwei methodisch attraktiven Arbeitseinheiten annähern.

  2. Workshop: Übergänge: biographisches Erleben und die Logik der Sozialen Dienste
    Judith Pierlings
    Dr. Thomas Meysen (SOCLES International Centre for Socio-Legal Studies gGmbH)

    In Biografien von Kindern und Jugendlichen, die Teile ihres Lebens in Heimeinrichtung und/oder Pflegefamilien gelebt haben, finden sich häufig ungewöhnlich viele Übergänge. Im Erleben der Kinder und Jugendlichen sind solche - vielfach mit Ortswechseln und gravierenden Veränderungen in Beziehungsnetzwerken verbundene - Übergänge von sehr unterschiedlicher Qualität. In der Entscheidung und Gestaltung dieser Übergänge, fällt den Akteuren der Kinder- und Jugendhilfe eine wichtige Rolle zu, da sie wesentlich Einfluss auf die Klärung und Gestaltung und damit mögliche Belastungsquellen nehmen.

    Im Zentrum des Workshops steht die Beschäftigung mit - häufig rechtlich codierten – Ansichten Sozialer Dienste und weiterer Akteure im Feld der Kinder- und Jugendhilfe (Familiengerichte, Vormünder etc.) sowie den Perspektiven von Kindern und Jugendlichen auf die biografische Schlüsselkategorie „Übergänge“. In der Auseinandersetzung mit diesen unterschiedlichen Perspektiven werden gemeinsame Überlegungen hinsichtlich fachlicher Konsequenzen diskutiert und formuliert. Der Workshop nimmt dabei verschiedene Übergangsformen in den Blick: Herkunftsfamilie – Heim /Pflegefamilie, Bereitschaftspflege – Dauerpflege, Leaving Heim/ Pflegefamilie.

  3. Workshop: Careleaving und lange biografische Linien
    Corinna Petri (Forschungsgruppen Pflegekinder & Heimerziehung, Institut Perspektive gGmbH)

    Junge Menschen, die ganz oder teilweise in einer Pflegefamilie oder einer Wohngruppe aufgewachsen sind, müssen mitunter früher als sie dazu bereit sind, den Weg in die Selbständigkeit gehen. Im Workshop werden sowohl die Herausforderungen betrachtet, die Care Leaver*innen dabei bewältigen müssen, als auch die langfristigen biografischen Bedeutungen dieses wichtigen Übergangs. Welche Aspekte sind für Care Leaver*innen auf dem Weg in die Selbständigkeit wichtig? Was unterscheidet Careleaving aus Pflegefamilien zu Careleving aus Heimeinrichtungen? Und inwieweit unterscheidet sich diese Lebensphase vom Auszug anderer junger Erwachsener, die in der Regel erst zwischen 24 und 25 Jahren ausziehen? Was trägt auch auf längere Sicht zu einer guten Entwicklung bei? Diese und andere Fragen können im Workshop diskutiert werden.

  4. Workshop: „Breakdown: Wie entsteht Stabilität / Instabilität in Pflegefamilien und in der Heimerziehung?"
    Prof. Dr. Karin Werner (ZHAW Soziale Arbeit -Institut für Kindheit, Jugend und Familie)

    In diesem Workshop werden in einem ersten Teil ausgewählte Ergebnisse aus dem internationalen Forschungsprojekt „Foster Care Placement Breakdown“ vorgestellt. Im Projekt haben (ehemalige) Pflegekinder und Pflegeeltern ausführlich über ihre Erlebnisse mit Abbruchprozessen berichtet. Es wird Einblick gegeben in ihre Erfahrungen und rückblickenden Bewertungen und Einordnungen von Abbrüchen.
    Im zweiten Teil werden einige Thesen präsentiert, die mit den Teilnehmenden diskutiert und vertieft werden. Dabei können die Teilnehmenden eigene Erfahrungen mit stabilen und instabilen Verläufen und Abbrüchen von Pflegeverhältnissen und Heimunterbringungen einbringen. Gemeinsam wollen wir so der Frage nachgehen, was wir unter Stabilität verstehen. Was können stabilitätsfördernde Faktoren sein? Wie kann man, in einem auf Stabilität ausgerichteten Pflegeverhältnis beziehungsweise während einer Heimunterbringung, Unsicherheiten und Verunsicherungen trotzdem immer wieder zulassen und konstruktiv integrieren? Und sind Abbrüche von Heimaufenthalten und Pflegeverhältnissen in jedem Fall zu verhindern? Diese und weitere Fragen wollen wir im Workshop gemeinsam diskutieren.

  5. Workshop Vielleicht passt es am Anfang, aber dann? Hilfeplanung und Matching als Prozess
    Clara Bombach (Marie Meierhofer Institut für das Kind - Zürich)
    Dieter Göbel und Emili Troost (LVR)

  6. Workshop Mehrgenerationenperspektive: von der Diskreditierung als Jugendamtsadel zum Verstehen familialer Lernfelder
    Elisabeth Schmutz (Institut für Sozialpädagogische Forschung gGmbH, Mainz)

    Holger Wytzes (Kreisjugendamt Rhein-Hunsrück, Leitung ASD)

    Die Erfahrung insbesondere von Fachkräften im Jugendamt und in den Hilfen zur Erziehung zeigt, dass die Inanspruchnahme von (stationären) Hilfen zur Erziehung insbesondere in Verbindung mit Sozialleistungsbezug gewissermaßen „vererbt“ wird. Oftmals waren auch die Eltern von Kindern im Heim bereits im Heim aufgewachsen. Im Kontext von Einschätzungsprozessen im Kinderschutz gilt es immer wieder abzuwägen, inwieweit das Aufwachsen der Kinder im familiären Kontext – ohne Anspruch auf Idealeltern – angesichts der bestehenden Erziehungsverhältnisse tragbar und eine Entwicklung hin zu einer eigenständigen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit erwartbar ist. Dabei gilt es insbesondere die Möglichkeiten der Eltern hinsichtlich ihrer Fähigkeit und Bereitschaft zur Wahrnehmung ihrer Erziehungsverantwortung einzuschätzen.

    Ansätze der Familienaktivierung und der familienunterstützenden Ausrichtung auch von stationären Hilfen zielen darauf, Eltern in der Entwicklung ihrer Beziehungs- und Erziehungskompetenzen zu unterstützen und damit zu einer Verbesserung der Erziehungsbedingungen in der Herkunftsfamilie beizutragen. Hierbei stellt sich immer wieder die Frage, welcher Entwicklungs(zeit)raum für die Eltern den Kindern zumutbar ist und wie eine alters- und entwicklungsgerechte Förderung der Kinder dennoch gewährleistet werden kann. Aber auch umgekehrt lässt sich fragen, wie Chancen eröffnet werden können, dass die Kinder ihre eigenen Lebenswege, somit für sich andere Lebenskonzepte entwickeln als ihre Eltern sie ihnen vorgelebt haben – und bestmöglich mit ihren Eltern in positiver Weise verbunden bleiben können. 

    Im Rahmen des Workshops sollen diese Fragen im Blick auf zielführende Verstehens- und Handlungsansätze diskutiert werden. Die Diskussion wird durch Impulse aus der Perspektive der Praxisforschung sowie eines Jugendamtes angeregt.


  7. Workshop: Mutter-Kind-Häuser  - Orte des Zusammenspiels von biografischen Belastungen und Kontrolle oder Ressource für junge Frauen in einer schwierigen Lebenssituation?
    Dipl. Päd. Andrea Dittmann, Universität Siegen (wiss.  Mitarbeiterin in den Forschungsgruppen Pflegekinder und Heimerziehung, Supervisorin)
    Dr. Marie Reusch, Universität Gießen (Politologin, wiss. Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Gender Studies)

    In diesem Workshop soll der Blick auf die Frauen, die – oft im Sinne einer „letzten Chance“ -  mit ihren Kindern in einem Mutter-Kind-Haus leben, gerichtet werden.  Welche biografischen Belastungen bringen sie mit und wie wirken sich diese aus auf ihre Beziehungen zu den dort tätigen Fachkräften? Wie nehmen sie deren Angebote auf – als hilfreiche Unterstützung auf dem Weg zu einem selbständigen Leben (mit oder – bewusst – ohne Kind) oder eher als Kontrolle und ständige Übergriffe? Welches Bild der „idealen Mutter“ prägt eigentlich die Konzepte und entfaltet  - eher unsichtbar - seine Wirkung?  Gemeinsam mit den Teilnehmer*innen  sollen Feldnotizen, Interviewpassagen und weitere Materialien aus einschlägigen Projekten analysiert werden, um Antworten auf diese Fragen zu finden.

  8. Workshop: „Eigene Wohnung war für mich aber natürlich erstmal nen Schock weil ich nicht so ganz alleine sein wollte“- Soziale Netzwerke nach der Heimerziehung
    Manuel Theile (Universität Siegen)

    ‚Wen habe ich denn eigentlich noch nach meinem Auszug?‘ ist eine zentrale -auch vl. angstbesetze- Frage, die sich eine Vielzahl junger Menschen mit Blick auf einen Auszug aus der stationären Erziehungshilfe stellt. Wie sieht es mit ihrem Sozialen Netzwerk aus? Welche sozialen Beziehungen konnten in der Zeit der Heimerziehung erhalten und/oder aufgebaut werden und können ggf. nach dem Auszug genutzt werden? Wie sieht es mit familiären Beziehungen aus? Professionelle HelferInnen? Freunde und Freundeskreise? MitschülerInnen und ggf. KollegInnen? Aus institutioneller Sicht ergibt sich hieraus die Frage, was Heimerziehung -oder auch Hilfeplanung im Gesamten- im Rahmen von Netzwerkarbeit in der Praxis leisten kann, sollte und müsste- und, wo vielleicht auch Herausforderungen und Grenzen liegen. In dem Workshop soll dies thematisiert werden und Ideen von gelingender Netzwerkarbeit gesammelt und diskutiert werden.

  9. Workshop: "Ist da irgendwas mit der Betreuung schief gelaufen?“ Fremdunterbringung nach ambulanter Hilfe
    Christina Lienhart (F&E/SOS-Kinderdorf Österreich)
    Prof. Dr. Werner Freigang (Hochschule Neubrandenburg)

    Wenn einer ambulanten Hilfe eine Fremdunterbringung folgt, geht das sehr schnell einher mit der Frage, wie die SPFH und die Familie zu bewerten sind. Auf den ersten Blick kann eine solche Entwicklung als Zeichen von Misserfolg gedeutet und als Begründung für die Beendigung von familienunterstützenden Hilfen bei Fremdunterbringungsbeginn verwendet werden. Mit einem differenzierteren Blick kann man allerdings zu anderen Einschätzungen und anderen Ausgestaltungen ambulanter und stationärer Hilfen und zu Überlegungen zur Weiterentwicklung der Praxis gelangen.

    Im Workshop möchten wir diesen differenzierten Blick aus mehreren Perspektiven gemeinsam mit Ihnen anhand folgender Fragen weiter entwickeln:

    • Unter welchen Bedingungen im Hilfe- und Familiensystem knüpft eine Fremdunterbringung an eine erfolgreiche ambulante Familienhilfe an und unter welchen ist sie die Folge von wechselseitig verstärkenden Eskalationsprozessen?
    • Enden mit der Fremdunterbringung familienorientierte Ansätze – weil „das es ja nicht gebracht hat“ – oder starten Hilfesysteme und Familien in neue Phasen familienunterstützender Zusammenarbeit – und „was bringt das“ unter welchen Bedingungen?
    • Was bedeutet das für die Kooperation von Fachkräften der stationären Hilfen, der ambulanten Hilfen und des ASD/der KJH: welche günstigen und ungünstigen Bedingungen beeinflussen die Kooperationsbeziehungen der Fachkräfte aus ambulanten und stationären Hilfen sowie dem ASD/der Kinder- und Jugendhilfe?

    Was Jugendliche, Eltern und Fachkräfte in Forschungsprojekten dazu sagen, bringen wir im Workshop ein und möchten diese Ergebnisse und Ihre Erfahrungen in diesem Bereich als Familienberater*in, Sozialpädagoge*in, ASD-Mitarbeiter*in/KJH-Sozialarbeiter*in mit Ihnen diskutieren.

  10. Workshop: „... und plötzlich bist du raus“ - Erfahrungen der Eltern in unterschiedlichen Interventionsphasen 

    Ina Ruchholz (Institut Perspektive gGmbH) 

    Judith Pöckler-von Lingen (PIB - Pflegekinder in Bremen)

    Prof. Dr. Nicole Knuth (FH Dortmund)


  11. Workshop: Sozialpädagogische Diagnostik als Grundlage der Interventionsplanung – Pflicht oder Kür?
    Christian Schrapper (angefragt)

  12. Workshop: Zwischen den Stühlen? Konkurrierende Referenzsysteme Wissenschaft oder Praxis
    Prof. Dr. Yvonne Gassmann (Evangelische Hochschule Ludwigsburg | Campus Reutlingen)
    Dr. Daniela Reimer (ZHAW Soziale Arbeit -Institut für Kindheit, Jugend und Familie)

    Der Workshop richtet sich sowohl an etablierte Forschende als auch an Nachwuchswissenschaftler*innen. Fokussiert werden Fragen, die Grundsatzentscheidungen bedingen: Auf welches Referenzsystem ist die eigene Forschung ausgerichtet? In welches Feld, Wissenschaft und/oder Praxis soll kommuniziert werden? Wo sollen Resonanzen ausgelöst werden und welche?
    Ziel des Workshops ist es, in eine offene Diskussion über verschiedene Positionierungen zu kommen und gemeinsam deren jeweilige Implikationen, Chancen und damit verbundene Risiken herauszuarbeiten. Der Theorie-Praxis-Dialog und -Transfer sollen kritisch betrachtet werden.
    Vorbereitend sind alle Teilnehmenden aufgefordert, ein kurzes, pointiertes (zwei bis drei minütiges) Statement zur Frage: „Wie wichtig ist (für mich) die Ausrichtung der Forschung auf Profession oder Disziplin?“ abzugeben.

ab 19 Uhr am Abend: Essen und Trinken, Begegnungen, Gespräche

 

2. Tag

 

9:00 – 10.30

Vier Foren zur Diskussion kontroverser Fragen:

  1. Gretchenfrage: Wie hältst du es mit den Eltern?
  2. Bedrohte Elternschaft: Mutter-Kind-Einrichtungen als Hilfe oder Gefahr?
  3. Übergänge: die Ideologie des harten Cuts und ihre Folgen
  4. Kreativwerkstatt Forschung: Welche Projekte braucht es zur Erforschung von bestehenden und innovativen Interventionen?  
10:30 – 11:00 Pause
11:00 - 11:30 Playback Theater
11: 30 – 12:30 Vortrag 3: Prof. Dr. Michael Winkler:
Sozialpädagogik - eine Chance, anders zu denken
12:30 – 13:00 Abschluss und Verabschiedung

 

Moderation: Josef Koch