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Europäische Zeitgeschichte seit 1945

Die Professur für Europäische Zeitgeschichte nach 1945 will in Forschung und Lehre dazu beitragen, die in der Historiographie häufig noch immer fortwirkende Teilung des Kontinents in eine östliche und westliche Hälfte zu überwinden. Dazu beschäftigt sie sich mit den transnationalen Kontakten und Verflechtungen, die die europäische Geschichte auch während der Zeit der politischen Ost-West-Spaltung prägten. Zugleich interessiert sie sich für die Verortung Europas in der Welt: sowohl in der scheinbar zweigeteilten des „Kalten Krieges“ als auch in einer sich immer mehr globalisierenden Gegenwart, in der aber als mögliche Gegenbewegung auch Prozesse der Regionalisierung und Lokalisierung zu beobachten sind.

Immer stärker tritt auch die Zeit nach dem epochalen Umbruch des Jahres 1989 in den Fokus zeitgeschichtlicher Forschung. Die Geschichtsschreibung steht auch hier vor der Herausforderung noch andauernde historische Prozesse einer Historisierung und vor allem einer begrifflichen Kategorisierung zuzuführen, ohne die eigenwilligen Praktiken und Aneignungen der historischen Akteure mutwillig einzuebnen.

Europäische Zeitgeschichte muss in erinnerungskultureller Perspektive zudem die „longue durée“ im Auge haben. Imperialismus und Kolonialismus, genozidale Gewalt in Kriegen und Bürgerkriegen, Zwangsmigrationen und Projekte des social engineering sind prägende Erfahrungen, die bis heute die europäische Geschichte und die disparaten Erinnerungskulturen in Europa prägen.

Sich mit europäischer Geschichte auseinanderzusetzen bedeutet immer auch nach den Grenzen Europas und den jeweiligen Vorstellungen von „Europäizität“ zu fragen. Die Professur wendet sich dazu den Rändern und Übergangszonen Europas zu, an denen Zugehörigkeiten und Abgrenzungen besonders pointiert formuliert und verhandelt wurden und werden. Sie will keine Meisterzählungen (west-)europäischer Einigung reproduzieren, sondern dem performativen Charakter und der Wandelbarkeit von Europadiskursen und den Praktiken von In- und Exklusion nachspüren.