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Forschung

Dr. Maria Hetzer

Forschungsschwerpunkt

  • (post)sozialistische Ethnografie und Alltagsforschung
  • Erinnerungskulturen und Identitätspolitiken im Kontext sozialer Krisen
  • ländliche Anthropologie
  • experimentelle und zeitgenössische Forschungsmethoden, die den Körper als zentrale Forschungsdimension in den Blick nehmen

Aktuelles Forschungsprojekt

Projektbeschreibung Teilprojekt: Von der Muster-LPG zur agrarischen Groß-GmbH: Der Fall Golzow, Oderbruch innerhalb des DFG-Projektes ROOMS: Manövrierräume im Staatssozialismus

Die historisch-anthropologische Studie im Rahmen des DFG-Projekts ROOMS: Manövrierräume im Staatssozialismus nimmt zunächst die Auswirkung der Bodenreform und Kollektivierung für die Landbevölkerung der DDR am Beispiel Golzow in den Blick. Dabei geht es insbesondere um Adaptionsfragen, Aushandlungsprozesse und historische Faktoren, die den Erfolg und Misserfolg kollektiven Wirtschaftens und Zusammenlebens (mit)bestimmten.

Die ethnografische Mikrostudie zeigt Narrative um Aufstieg und Fall der LPG Einheit Golzow im Oderbruch, dem Gemüsegarten Berlins an der Grenze zu Polen, auf. Sie zeichnet die Entstehung der Modell-LPG und des 'sozialistischen Dorfes' nach dem Ende des 2. Weltkriegs nach und untersucht dabei die Wechselwirkungen zwischen praktischer Dorf- und Agrarpolitik sowie Außenansicht. Mit einem akteurszentrierten Ansatz wird die Bedeutung einzelner Mitglieder und Gruppen der so entstandenen Gemeinschaft/en herausgearbeitet, darunter LPG-Chef und Putzkraft, Konsummitarbeiterin, privater Handwerker.

In einem weiteren Schritt untersucht die Studie am Beispiel Golzow die Kontinuität sozial-kultureller Praktiken im Rahmen ländlich-kollektiven Wirtschaftens über 1989 hinaus – von der Modell-LPG zur GmbH. Sie untersucht dabei u.a. die Auswirkungen der Wiedervereinigung auf das Selbstverständnis und Wirtschaften der umgewandelten LPG/Gmbh sowie auf das Dorf. Die Studie richtet damit ihr Augenmerk auch auf die Auswirkungen der Wiedervereinigung auf die dörfliche Gemeinschaft und die LPG Einheit / GmbH Landwirtschaft Golzow – bzw. den spezifischen Umgang der Golzower mit den Herausforderungen der neuen Zeit. Sie hat ein besonderes Interesse daran, die erfolgreiche lokale Wirtschaftspraxis – von der LPG zum zweitgrößten brandenburgischen EU-Fördermittelempfänger mit etwa 7000 Hektar Land – in Bezug zu setzen zu lokalen Erinnerungskulturen und aktuellen Diskussionen um Landnutzung und soziale wie ökologische Nachhaltigkeit.