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Humboldt-Workshop am 19. und 20. Oktober 2017

Die Frage nach den historischen Wurzeln (nicht nur) der deutschen Kultur ist in verschiedenen Hinsichten eng mit dem Namen  „Wilhelm von Humboldt“ verbunden. Mit „Humboldt“ assoziierte Sprech- und Denkgewohnheiten prägen den Diskurs über universitäre Bildung („Einheit von Forschung und Lehre“), über Sprachen / Kulturen („Verschiedenheit der Weltansichten“) und ihre hochrangigen Textzeugnisse („geistige Individualität“) bis heute, und sie stellen in öffentlichen Ritualen eine wohlfeile Konsens-Ressource dar.


Bei näherem Hinsehen allerdings werden die Einigkeitsfassaden schnell brüchig, in den fachlich fundierten Debatten zeigen sich irritierende Widersprüche: Handelt es sich bei manchen der berühmten Formeln nur um „Pseudohumboldtiana“ (Christoph Markschies), zu welcher Zeit und in welchen Kontexten sind sie dann entstanden? Ist Humboldts Bedeutung für die moderne Sprachwissenschaft nur ein „Mythos“; wann, wo und aus welchen Gründen – wissenschaftlichen und / oder kulturell-politischen – scheiden sich an Humboldt die Geister? Wie sieht es im Vergleich zur kulturbezogenen Sprachwissenschaft in der sprachbezogenen Kulturphilosophie aus, wie im Vergleich zu Deutschland in China, wo Humboldt in den vergangenen Jahrzehnten vermehrt erörtert wird?


Die Tagung lädt ein zu einer sicherlich kontroversen Diskussion. Neben inhaltlichen Fragen wird es auch darum gehen müssen, woran sich wissenschaftliche „Bedeutung“ bzw. „Wirkung“ (nicht nur) im Blick auf die Wissenschaftsgeschichte festmachen lässt, welche Interessen den Blick auf die Wissenschaftsgeschichte beeinflussen und welchen Medien und Vermittlungsinstanzen wissenschaftliche Klassiker ihre gesellschaftliche Popularität verdanken.