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Bauhaus-Tagung 2019

(See English version below)

Für mehr Informationen besuchen Sie bitte unsere Tagungswebsite http://www.bauhaus-paradigmen.de

Bauhaus-Paradigmen. Von Gestaltungsutopie zu Popkultur?

Siegen, 10.–12. Oktober 2019

Das Bauhaus war bestrebt, Kunst, Handwerk und Technik miteinander zu vereinen. Es verstand sich als Produktions- und Ausbildungsstätte. Im Mittelpunkt standen Theorie und Praxis des Gestaltens. Die Idee des umfassenden Gestaltens bezog sich aber nicht nur auf Gebäude oder Gebrauchsgegenstände, sondern zielte auch auf soziale und ökonomische Aspekte. Es war dieser weitreichende Anspruch, Objekte, Welt und Menschen reformieren zu wollen, der Architekt*innen, Künstler*innen und Pädagogen zusammenbrachte. Die Wirkungen dieses tiefgreifenden Reformwillens sind auch hundert Jahre nach der Gründung des Bauhauses noch sichtbar und das nicht nur in heutiger Architektur oder heutigem Design, sondern auch in einer sich als gegenwärtig verstehenden Ausbildung von Gestalter*innen, Künstler*innen und Architekt*innen.

Unter der Trias «Bildung – Architektur – Künste» vereint die Fakultät II der Universität Siegen die Disziplinen, die einst auch das Bauhaus zusammenhielten. Die Tagung Bauhaus-Paradigmen gibt Anlass, nach dem Fortwirken der Bauhaus-Konzepte im 21. Jahrhundert – auch spezifisch in der Lehre der Fächer Architektur, Kunst, (Kunst-)Pädagogik und beruflicher Bildung – zu fragen: Was sind aktuelle oder aktualisierbare Schnittmengen der Disziplinen? Wie können Kunst, Technik und Handwerk heute und in der Zukunft im Gestalten zusammenfinden? Welches sind die gesellschaftlichen Probleme, die akut nach künstlerischen Antworten verlangen?

Neben der Untersuchung der utopischen Ausgangssituation soll eine historisch-kritische Befragung des «Mythos Bauhaus» im Mittelpunkt der interdisziplinären Tagung stehen. Statt von einem mustergültigen Paradigma auszugehen, wird nach der heterogenen ästhetischen, ideologischen, politischen und pädagogischen Gemengelage gefragt werden, die sich unter dem Dach des Bauhaus ‹ausbildete›. Dabei geht es vordringlich darum, das gängige Verständnis des Bauhauses durch weniger diskutierte und neue Bauhaus-Paradigmen zu erweitern.

In vier Sektionen wird nach Motiven der Popularisierung des Bauhauses gefragt werden, nach den historischen und aktuellen Grenzen und Möglichkeiten einer Bildung durch Gestaltung, nach Perspektivierungen neuer Künstlerlehren – auch hinsichtlich des technologischen Wandels durch Digitalisierung – wie nach mittlerweile verbreiteten Tropen der Heroisierung des Bauhauses im 20. und 21. Jahrhundert.

Wir freuen uns auf Vorschläge für Vorträge sowie Vorträge oder Workshops im Fall der Sektionen III und IV. Einreichungen sollten ein Abstract (max. 300 Wörter), eine kurze Biographie (max. 150 Wörter), Affiliation und Kontaktinformationen enthalten. Bitte senden Sie Ihre Vorschläge bis zum 15.04.2019 per E-Mail an: roehl@kunst.uni-siegen.de

Sektion I: Das Bauhaus in der Populärkultur

Joseph Imorde, Anne Röhl, Andreas Zeising

Der Name Bauhaus steht heute nicht nur für die Idee von Design schlechthin, sondern er signalisiert in der populären Rezeption geradezu modellhaft Vorstellungen von ‹Modernität› und ist mit weithin positiven Werten besetzt. Wohl keine andere Strömung der künstlerischen Avantgarde hat eine derartige breitgefächerte und internationale Wirkung entfaltet. Diese Rezeption verdankt sich wesentlich politischen Zeitumständen. Sie ist geknüpft an die Festschreibung des Modernismus als Internationalem Stil und als kultureller Manifestation der liberalen westlichen Welt, die als Gegenbild zu den totalitären Ideologien der 1930er Jahre fungierte. Solche Festschreibungen prägten vor allem die Rezeption in den USA, wo mit der Emigration zahlreicher Protagonisten des Bauhauses früh eine eigenständige Fortführung der ‹Bauhaus-Idee› einsetzte. In Deutschland wiederum waren es nach 1945 Institutionen wie die Ulmer Hochschule für Gestaltung und die staatlichen Werkkunstschulen, vor allem aber auch die Kunstpädagogik, die die Vorstellung von Modernismus wesentlich an ein freiheitliches Ethos knüpften, das man im Bauhaus in mustergültiger Weise verwirklicht sah. Unter solchen Vorzeichen hielt das Bauhaus nicht zuletzt auch in den Lehrplänen des Unterrichtsfaches Kunst Einzug.

Der Mythos Bauhaus wird heute nicht nur auf dem Feld der populären Kunstvermittlung verstetigt, sondern auch durch Medien, Marketing und Kulturtourismus werbewirksam fortgeschrieben, wie das Jubiläumsjahr 2019 eindrucksvoll beweist. Die geläufige Vorstellung von Design und moderner Architektur verbindet sich heute mehr denn je mit den Namen «visionärer» Bauhauskünstler und den «Bauhaus-Ikonen, die man kennen sollte», um einen aktuellen Buchtitel zu zitieren. Zugleich lässt sich allerdings deutlich eine Entgrenzung und Diffundierung beobachten, durch die in der populären Rezeption der ‹Bauhaus-Stil› an alle erdenklichen künstlerischen Phänomene herangetragen und zum Maßstab gemacht wird.

Das Tagungspanel fokussiert auf aktuelle und historische Formen der Rezeption der «Bauhausmoderne» im weitgefächerten Segment des Populären und fragt im Besonderen danach, in welcher Weise hier breitenwirksame Vorstellungen von moderner Kunst geformt und kanalisiert wurden und werden. Dazu zählen etwa die massenwirksame Vermittlung in den Medien und Ausstellungen, ebenso aber auch die Kommerzialisierung von Design seit den achtziger Jahren, die Popularisierung des Bauhauses in Konsumerzeugnissen oder Spielzeug sowie nicht zuletzt die Rezeption des Bauhauses in der schulischen Bildung.

Sektion II: Erziehung durch Gestaltung: Das Bauhaus und die ‹Pädagogik der Dinge›

Phillip D. Th. Knobloch, André Schütte, Jürgen Nielsen-Sikora

Die am Bauhaus vertretene Praxis des guten Gestaltens richtet sich nicht nur auf Gebrauchsgegenstände, Gebäude und Dienstleistungen, sondern auch auf komplexe soziale und ökonomische Strukturen und Systeme. Die verschiedenen Bauhaus-Tätigkeiten zielen nicht nur auf die Modellierung und Organisation der Lebenswelt, sondern auch auf die Formung «wohlgestalteter Menschen» (Gropius). Deshalb kann insofern vom Bauhaus als einer Institution der Erziehung gesprochen werden, als die dort entworfenen Architekturen und Dinge als erziehende Dinge mit (sozial-)pädagogischem Anspruch gestaltet sind. Denn nicht nur durch die Ausbildung von Bauhaus-Schüler*innen, sondern auch durch die durch das Bauhaus realisierten Siedlungen, Gebäude, Möbel oder Gebrauchsgegenstände soll auf Menschen gestaltend eingewirkt werden. Vor diesem Hintergrund wäre u.a. zu fragen

  • nach den anthropologischen, sozio-politischen Voraussetzungen und pädagogischen Ansprüchen, auf deren Grundlage im Bauhaus Bauten und Dinge gestaltet werden.
  • Wie werden in Siedlungen, Gebäuden und Gegenständen Lebensordnungen und -formen repräsentiert und appellativ verdichtet? Welche Ordnungen werden durch sie mitgeteilt?
  • Werden die konkret gestalteten Dinge pädagogischen Ansprüchen gerecht?
  • Wo liegen – für das Bauhaus – die Grenzen der Gestaltung und der Gestaltbarkeit?
  • Welche pädagogischen Ideen und Praktiken greift das Bauhaus auf – und von welcher Art der Pädagogik setzt es sich ab? Lässt sich überhaupt eine pädagogische Leitidee des Bauhauses ausmachen – oder sollte von einer Vielzahl divergierender, teils widerstreitender pädagogischer Entwürfe ausgegangen werden?

Mögliche Anschlussstellen böte vor diesem Hintergrund in systematischer Hinsicht der Gedanke der ‹guten Form›, der bereits bei Schiller anthropologisch, bildungstheoretisch und politisch legitimiert wird. In ideengeschichtlicher Hinsicht bieten sich Anschlussstellen zu solchen pädagogischen Überlegungen, die den erzieherischen Wert der Dinge bedenken. In wissenssoziologischer Hinsicht wäre danach zu fragen, wie und unter welchen Bedingungen Siedlungen, Bauten oder Gebrauchsgegenstände überhaupt als mögliche pädagogische ‹Materialien› in den Blick geraten. In historischer Hinsicht wäre etwa nach Zusammenhängen, Überschneidungen und Unterschieden von Bauhaus- und Reformpädagogik, Kunsterziehungs- oder Jugendbewegung zu fragen. Schließlich stellt sich nicht zuletzt in zeitdiagnostischer Hinsicht die Frage, was heute noch – bspw. vor dem Hintergrund veränderter Bedingungen der Stadtraumgestaltung und einer globalen Konsumkultur – von den Bauten und Dingen der Bauhaus-Pädagogik zu halten ist. Ausgehend von einer durch Ästhetisierung und Singularisierung geprägten Gegenwart, in der u.a. die Lebensweise der creative class, der kreativen Stars und der erfolgreichen Designer für weite Teile der Gesellschaft zu einem attraktiven Vorbild geworden ist, stellt sich dann auch für Pädagogik und Erziehungswissenschaft die Frage, inwieweit die Orientierung an Ideen und Praktiken der Gestaltung zukunftsweisende Horizonte eröffnen kann.

Sektion III: Material in der Lehre am Bauhaus, den Nachfolgeinstitutionen und der Kunstpädagogik heute

Sara Hornäk, Susanne Henning

Die Sektion thematisiert den Umgang mit Material in der künstlerischen Lehre am Bauhaus. Über dessen Nachfolgeinstitutionen bis hin zu heutigen künstlerischen Lehr- und Lernkontexten lässt sich dabei nachverfolgen, welchen Ausdruck eigene künstlerische Positionen in der Lehre finden und welche Wirkungslinien zu beobachten sind. Diese Betrachtung erfolgt unter drei Schwerpunktsetzungen. Untersucht werden der Umgang mit Material und Materialität, Materialhandlungen im Spannungsfeld freier und angewandter Kunst sowie die zugrundeliegenden expliziten und impliziten kunstpädagogischen Vorstellungen und Konzepte der lehrenden Künstlerinnen und Künstler.

  1. Der Umgang mit Material in Lehr- und Lernkontexten am Bauhaus, seinen Nachfolgeinstitutionen und kunstpädagogischen Zusammenhängen der Gegenwart
    • Welche Strategien eines handelnden Umgangs mit Material wurden in Lehr- und Lernkontexten am Bauhaus und seinen Nachfolgeinstitutionen verfolgt? Existieren vergleichbare Strategien in kunstpädagogischen Settings der Gegenwart? Wenn ja, woraus resultieren Gemeinsamkeiten oder sogar Parallelen? Welche kunstpädagogischen Sozialisationen Lehrender sind festzustellen?
    • Welche Verbindungslinien des stark prozessorientierten Umgangs mit Material in der Bildhauerei der späten 1960er Jahre bis hin zur zeitgenössischen Skulptur lassen sich ausgehend von skulpturalen und materialorientierten künstlerischen Positionen des Bauhauses beobachten?
    • Welche Veränderungen in der Begegnung mit einem erweiterten Materialspektrum in Kunst und Architektur bestimmen Lernprozesse heute?
  2. Materialhandlungen zwischen freier und angewandter Kunst vom Bauhaus bis heute
    • Inwiefern bestehen in verschiedenen Bauhauslehren Verbindungen zwischen skulpturalen Prozessen und Prozessen der Produktgestaltung, die für kunstpädagogische Überlegungen zum Material relevant sein können?
    • In welchem Zusammenhang stehen künstlerische Materialerkundungen mit handwerklichen Materialerkundungen in unterschiedlichen Kontexten?
    • Welchen Einfluss haben die Entgrenzungstendenzen zwischen Kunst und Design/Architektur der letzten Jahrzehnte auf zeitgenössische kunstpädagogische Handlungsprozesse?
  3. Künstlerinnen und Künstler in der Lehre
    • Wie wirken sich eigene künstlerische Positionen auf die Lehre in Bezug auf den jeweiligen Umgang mit Material, das Initiieren und Begleiten künstlerischer Prozesse am Bauhaus sowie in aktuellen, künstlerisch orientierten kunstpädagogischen Konzeptionen aus?
    • In welchem Verhältnis steht die künstlerische Lehre zu schulischen, universitären oder kunsthochschulischen Lehr- und Lernkontexten damals und heute?

Sektion IV: Das Bauhaus als regulative Idee im digitalen Zeitalter

Ulrike Buchmann, Katharina Gimbel

Im Jubiläumsjahr des 1919 von Walter Gropius gegründeten Bauhauses bietet sich die besondere Gelegenheit, sich von den am Bauhaus entwickelten pädagogischen Aktivitäten erneut inspirieren zu lassen. Gropius selbst verkörperte die Antinomie von Tradition und Moderne in besonderer Weise: Orientiert am Ideal mittelalterlicher Handwerkskunst war seine Vision einer Verbindung von Kunst und Kunsthandwerk, von Werkstatt und Meisterklasse, geradezu revolutionär. Die zugrundeliegenden handlungsleitenden Prinzipien, konkret: ein Universalismus, der Ganzes und Teile relationierbar und damit «verstehbar» werden lässt, der Umgang mit und die Bearbeitung von gesellschaftlich provozierten Widersprüchen, ein spezifisches Theorie-Praxis-Verhältnis sowie Gestaltung als reale Utopie ermutigen dazu, das Bauhaus als regulative Idee im digitalen Zeitalter neu zu erfinden: Inwiefern sind insbesondere die pädagogischen Konzeptionen des Bauhauses im Rahmen aktueller (berufs- )bildungswissenschaftlicher Fragestellungen anschlussfähig?

Die Sektion wird im Fabrikationslabor (Fab Lab) des Lehrstuhls für Computergestützte Gruppenarbeit und Soziale Medien (Prof. Dr. Volkmar Pipek) stattfinden. Das Fab Lab Siegen ist eine offene und interdisziplinäre (Kreativ-)Werkstatt, in der die gemeinschaftliche Realisierung innovativer Projekte mit digitalen und analogen Fabrikationsmöglichkeiten im Vordergrund steht; darunter fallen beispielsweise: Nähmaschinen, inklusive Stoffe und Garne; Lötkolben mit verschiedensten Platinen und Elektroden; 3D-Drucker mit verschiedensten Filamenten; Farben, Scheren; ein Lasercutter zum Bearbeiten von Holz und Plexiglas; eine CNC-Maschine und weiteres. Besonders willkommen sind experimentelle Formate, die unter Rückbezug auf theoriebasierte Erörterungen auch die Fabrikationsmöglichkeiten des Fab Labs miteinbeziehen, insofern einen reflexiven Theorie-Praxis-Bezug realisieren. Beispielsweise könnten Phänomene des Critical Making zum einen bildungswissenschaftlich betrachtet und in Zusammenhang mit pädagogischen Konzeptionen des Bauhauses reflektiert werden.

For more information please visit our website http://www.bauhaus-paradigmen.de

Bauhaus Paradigms. From Design Utopia to Pop Culture?

Siegen, 10–12 October 2019

The Bauhaus endeavoured to combine art, crafts and technology. In doing so, it saw itself as a centre for production and training. It focused on the theory and practice of design. The idea of comprehensive design referred not only to architecture or utilitarian objects but also to social and economic considerations. It was this far-reaching aspiration to reform objects, the world and people alike that brought architects, artists and educators together. The effects of this profound desire for reform are still visible a hundred years after the Bauhaus was founded, not merely in contemporary architecture or design, but also in training for designers, artists and architects that aspires to be up-to-the-minute.

With the triad “Education - Architecture – Arts”, Faculty II of the University of Siegen unites the disciplines that also once held the Bauhaus together. The Bauhaus Paradigms conference provides an opportunity to examine the continuing impact of Bauhaus concepts in the 21st century – specifically too in how architecture, art, (art) pedagogy and vocational education are taught: Which current or updatable intersections between the disciplines can be identified? How can art, technology and craftsmanship come together in design today and in the future? Which societal problems demand artistic answers?

In addition to investigating the utopian point of departure, the interdisciplinary conference will focus on a historical-critical survey of the «Bauhaus myth». Rather than starting from one exemplary paradigm, the conference will examine the heterogeneous aesthetic, ideological, political and pedagogical mixture that ‹formed› under the aegis of the Bauhaus. In this context, the primary concern is to expand the conventional understanding of the Bauhaus by addressing less discussed and new Bauhaus paradigms.

Four sections will examine: motifs within and reasons for the Bauhaus’ popularization; the historical and current limits and possibilities of education through design; the prospects opened up by new ways of teaching artists – also in the light of technological transformation due to digitization – and the now widespread tropes of the Bauhaus’ heroicisation in the 20th and 21st centuries.

We invite proposals for papers, and papers or workshops (workshops for sections III and IV only). Proposals should include: a 300 word abstract, short 150 word biography, institutional affiliation, and contact information. Deadline: April 15, 2019. Please send proposal to: roehl@kunst.uni-siegen.de

Section I: The Bauhaus in Popular Culture

Joseph Imorde, Anne Röhl, Andreas Zeising

Today, the name Bauhaus has a broader significance than simply symbolising the idea of design as such; in popular reception it expressly signals exemplary notions of ‹modernity› and is associated with broadly positive values. Probably no other artistic avant-garde movement has developed such a wideranging and international impact. This reception stems largely from prevailing political circumstances in various phases. It is tied to the codification of modernism as the International Style and as a cultural manifestation of the liberal Western world, functioning as a counter-image to the totalitarian ideologies of the 1930s. Such codifications shaped reception above all in the USA, where emigration of numerous leading Bauhaus figures gave rise at an early stage to the ‹Bauhaus idea› being carried forward independently. In post-1945 Germany, on the other hand, institutions such as the Ulm School of Design, the state-run Colleges of Applied Art, and above all the discipline of art pedagogy essentially linked the vision of modernism to a liberal ethos, considered to be best exemplified in the Bauhaus. In this spirit, the Bauhaus also found its way onto the art syllabuses.

Nowadays, the «Bauhaus myth», as well as being perpetuated in popularised art education, is also kept alive by the media, marketing and cultural tourism, as impressively demonstrated by the 2019 centenary celebrations. More than ever, conventional notions of design and modern architecture are associated today with the names of «visionary» Bauhaus artists and «Bauhaus icons everyone should know», to cite the title of a recent publication. At the same time, however, a clear dissolution of boundaries and diffusion become apparent, with popular reception referencing the ‹Bauhaus style› as a yardstick and applying it to every conceivable artistic phenomenon.

The conference panel focuses on current and historical forms of reception of ‹Bauhaus Modernism› in the wide-ranging segment of the popular realm and considers in particular how ideas of modern art with a far-reaching impact were and are formed and channelled in this field. This includes, for example, dissemination in media and exhibitions with a broad reach, as well as commercialization of design since the 1980s, the popularization of the Bauhaus in consumer products or toys, and, last but not least, the reception of the Bauhaus in school education.

Section II: Education through Design: The Bauhaus and the ‹Pedagogy of Objects›

Phillip D. Th. Knobloch, André Schütte, Jürgen Nielsen-Sikora

The practice of good design represented at the Bauhaus is directed not simply to everyday objects, buildings and services, but also to complex social and economic structures and systems. Over and above modelling and organising the surroundings we live in, the various Bauhaus activities are also concerned with giving shape to «well-formed people» (Gropius). It is thus fair to talk of the Bauhaus as an educational institution to the extent that the architectures and objects designed there are designed as educational objects with (socio-) pedagogical aspirations. For the goal is not merely to have a formative impact on people through training Bauhaus students, but also through the housing estates, buildings, furniture or utensils realised by the Bauhaus. Against this background, there is a need to consider inter alia:

  • Questions about the anthropological, socio-political prerequisites and pedagogical aspirations underpinning the design of buildings and objects at the Bauhaus.
  • How are ways of life and lifestyles represented and appellatively condensed in housing estates, buildings and objects? Which forms of organisation do they communicate?
  • Does the tangible design of the objects meet pedagogical requirements?
  • Where are the limits of design and designability for the Bauhaus?
  • Which pedagogical ideas and practices does the Bauhaus pick up on and what kind of pedagogy does it set itself apart from? Can one key pedagogical idea of the Bauhaus be identified at all or should we presume that there are a multitude of diverging, sometimes conflicting pedagogical blueprints?

Against this background, the idea of ‹good design›, already legitimized anthropologically, theoretically and politically by Schiller, could, from a systematic perspective, offer possible points of connection. In terms of the history of ideas, points of connections can be found to pedagogical considerations that ponder the educational value of objects. In terms of the sociology of knowledge, the question to be considered would be how and under what conditions the spotlight is turned on housing estates, individual buildings or everyday utensils as possible pedagogical ‹materials›. From a historical point of view, it would, for example, be important to address the connections, overlaps and differences between the Bauhaus and Weimar-era progressive education (Reform Pedagogy), as well as the education through art movement and the youth movement. Finally, also in terms of contemporary historical diagnosis, the question arises of what can still be expected today of the buildings and objects of Bauhaus pedagogy – for example, against the backdrop of changed conditions for designing urban space and global consumer culture. Taking as the point of departure a present marked by aestheticization and singularisation, in which inter alia the lifestyle of the creative class, creative stars and successful designers has become an attractive model for large swathes of society, the question that also needs to be addressed by pedagogy and educational science is to what extent being guided by design ideas and practices can open up future-oriented prospects.

Section III: Material in Teaching at the Bauhaus, in its Successor Institutions and in Art Pedagogy Today

Sara Hornäk, Susanne Henning

This section explores how material was handled when training artists at the Bauhaus. The way in which individual artistic positions have been expressed in teaching and related lines of influence can be traced through the history of the Bauhaus’ successor institutions and right up to contemporary artistic teaching and learning contexts. This examination will address three crucial issues. We shall consider how material and materiality is dealt with, material actions in the field of tension between fine and applied art, as well as the underlying explicit and implicit art pedagogical ideas and concepts of the artists engaged in teaching.

  1. Dealing with material in teaching and learning contexts at the Bauhaus, in its successor institutions and in contemporary art pedagogy contexts today
    • Which strategies for active handling of material were pursued in teaching and learning contexts at the Bauhaus and its successor institutions? Do comparable strategies exist in contemporary art pedagogy settings? If they do, which aspects give rise to similarities or even parallels? What kind of art pedagogical socialisation of teachers can be identified?
    • Which lines can be traced out, running through the strongly process-oriented approach to material in late 1960s sculpture and connecting with contemporary sculpture, taking the Bauhaus’ sculptural and material-oriented artistic positions as a point of departure?
    • Which changes in encounters with an expanded spectrum of materials in art and architecture determine learning processes today?
  2. Modes of material handling between fine and applied art from the Bauhaus to the present
    • To what extent can connections be identified in various Bauhaus teachings between sculptural processes and product design processes that could be relevant for art pedagogical considerations on material?
    • How do artistic material explorations relate to craft-oriented material explorations in various contexts?
    • How have contemporary processes of art education been influenced by the trend over recent decades for blurring boundaries between art and design/architecture?
  3. Artists as teachers
    • How do artists’ own artistic positions affect teaching in terms of the ways in which each artist handled material, initiated and accompanied artistic processes at the Bauhaus and how each artist does so in artist-oriented art pedagogy concepts today?
    • What is the relationship between artists’ teaching and school, university or art college teaching and learning contexts in the past and nowadays?

Section IV: The Bauhaus as a regulative idea in the digital age

Ulrike Buchmann, Katharina Gimbel

The anniversary year commemorating the founding of the Bauhaus by Walter Gropius in 1919 offers a particular opportunity to draw inspiration once again from the educational activities developed at the Bauhaus. Gropius himself was a highly specific embodiment of the antinomy of tradition and modernity: oriented towards the ideal of medieval craftsmanship, his vision of combining art and craftsmanship, workshop and master class, was revolutionary. The underlying principles guiding the Bauhaus’ actions – in concrete terms: a universalism that makes the whole and parts relationable and thus «comprehensible»; dealing with and processing socially provoked contradictions; a specific relationship between theory-practice; and design as a real utopia – encourage us to reinvent the Bauhaus as a regulative idea in the digital age. To what extent can the Bauhaus’ pedagogical concepts in particular be connected to current (vocational) educational questions?

This section will be held in the fabrication laboratory (Fab Lab) of the Chair of Computer-Supported Cooperative Work (Prof. Dr. Volkmar Pipek). Fab Lab Siegen is an open and interdisciplinary makerspace with a focus on joint realisation of innovative projects with digital and analogue fabrication options. These include, for example: sewing machines, including fabrics and yarns; soldering irons with various circuit boards blanks and electrodes; 3D printers with various filaments; paints, scissors; a laser cutter for processing wood and acrylic glass; a CNC machine and others. Experimental formats that reference theory-based discussions and also encompass the fabrication possibilities of the Fab Lab, are particularly welcome in as much as they realize a reflective theory-practice reference. For example, phenomena of critical making could on the one hand be viewed from an educational science perspective and considered in connection with Bauhaus pedagogical concepts.