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Elisabeth Kozlowski

Kozlowski_titelElisabeth Kozlowski studierte "Language & Communication" an den Universität Siegen, Münster und Twente. Frühzeitig war ihr klar, dass sie mit Sprache arbeiten wollte. Aber erst die Verbindung mit ihrer sportlichen Leidenschaft machte ihre Berufswahl perfekt. Elisabeth Kozlowski ist Pressesprecherin des Deutschen Basketball Bundes.

 

Zwischen ZDF und Twitter - Alltag im PR-Management

Die Ränge in der Enervie-Arena in Hagen sind noch leer. Doch schon eine Stunde vor dem Anpfiff des Basketball-Länderspiels Deutschland gegen Luxemburg flimmert hier die Luft. Der Deutsche Basketballbund (DBB) will seine National-Fünf für die Europameisterschaft qualifiziert sehen. Dazu muss alles perfekt vorbereitet sein.

Für Elisabeth Kozlowski heißt das jetzt, noch einmal Flagge zu zeigen. Die Pressesprecherin des DBB steht vor und während des Spiels sprichwörtlich unter Strom. Die letzten Feinheiten müssen noch besprochen werden. Alle Kommunikationskanäle werden gecheckt. Zwischendurch ist noch die Ehrung ehemaliger Nationalspieler abzustimmen. Und alles im Laufschritt, denn die Uhr tickt. Noch 55 Minuten.

Kommunikation! Das stand früh fest

Kozlowski wurde 1984 geboren und wuchs in Ostwestfalen auf. Schon früh war ihr klar, dass sie ihr Faible für Sprachen im Studium auf eine professionelle Basis stellen wollte. Nach dem Abitur suchte sie 2004 ihre Bleibe in den Hügeln des Siegerlandes. Die Wahl des Bildungsgangs fiel leicht: Bachelor in „Language & Communication“. Zunächst brachte die junge Studentin ihre Fähigkeiten in Englisch und Spanisch auf Muttersprachen-Niveau. Später kam als zweites Nebenfach Social Science hinzu.

Bereits während der Studienzeit stellte sie die Weichen für eine Karriere im Bereich der öffentlichen Kommunikation. 2005 absolvierte sie ein Praktikum im Bereich Public Affairs bei der Bertelsmann AG. Im Folgejahr kommunizierte sie für die CDU Deutschlands und schloss schließlich 2007 ein Auslandssemester an. Ein weiteres halbes Jahr verbrachte sie für die Friedrich-Naumann-Stiftung in der US-Hauptstadt Washington, wo sie auch ihre Bachelor- Arbeit verfasste.

Im gleichen Jahr absolvierte Kozlowski an der Universität Siegen. Nach der Zeit im Siegerland verschlug es sie zum Masterstudium gen Norden an die Universitäten in Münster und im niederländischen Twente.

Im Getöse der letzten Vorbereitungen geht das Klingeln ihres Blackberry fast unter. Der arabische Nachrichtensender Al-Jazeera sucht den direkten Draht ans Ohr der Pressemanagerin. Es gibt Probleme mit der Übertragung im Online-Livestream. Eine Baustelle mehr, drei Minuten weniger. Multitasking in Perfektion. Die Zuschauerränge füllen sich. Time remaining: 19 Minuten.

Siegen? Familiäres Studentenleben und praxisnahes Studium!

Zwischen all dem Stress erinnert sich die ehemalige Siegenerin gern an die Jahre in der Krönchen-Stadt: „Wir hatten eine kozlowski_1wunderbare Clique damals. Wir treffen uns noch immer mindestens einmal im Jahr. Es war eine tolle Zeit“, resümiert sie. Aber nicht nur als Studentenstadt habe sie Siegen damals positiver empfunden als viele Kommilitoninnen und Kommilitonen. Besonders der Studiengang an der Uni Siegen war im Rückblick eine gute Wahl: „Unser Studiengang war hervorragend organisiert und aufgebaut. Die Praxisnähe, die ich in Siegen erfahren habe, fehlte mir in meinem späteren Masterstudium etwas.“

Ob Selbstorganisation, Vorbereiten von Pressekonferenzen oder Vorträgen: Siegen vermittelte ihr realitätsnah, wie sich „Kommunikation“ im professionellen Handlungsfeld umsetzen lässt.

Mit einer professionell inszenierten Show präsentiert sich die deutsche Nationalmannschaft auf dem Court der Arena. Mit Nachwuchstalenten an der Hand und Maskottchen- Unterstützung begrüßen die Spieler ihre Fans. Der Livestream steht. Anpfiff! Neben Journalisten und Kommentatoren nimmt Kozlowski ihren Arbeitsplatz am Spielfeldrand ein. Jetzt laufen die Kanäle heißt. Facebook, Twitter, Live-Ticker - alle Kanäle werden mit brandaktuellen News zum Spielgeschehen gefüttert. Die Fans, Leser oder Follower kennen „ihre Elli“ und schätzen ihren Social-Media-Service.

„Stressig, aber ich liebe es!“

Vor einigen Jahren galt die Alumna selbst noch als verheißungsvolles Nachwuchstalent im Basketball-Sport. Sie trainierte hart, leistungsorientiert und mit Leidenschaft. Auf höchstem Niveau spielte sie selbst schon in den USA. Letztlich machte ihr das Knie jedoch einen Strich durch die Karriere auf dem Parkett und unter dem Korb. Trainieren und Spielen mit Schmerzmitteln? Nein, danke! „Das war ein herber Schlag damals. Aber lieber eine Ende mit Schrecken...“.

Ihre Job-Wahl hätte sie allerdings kaum besser treffen können: „Damals hätte ich mir nie träumen lassen, dass sich meine Leidenschaft und meine Berufswünsche so glänzend würden verbinden lassen.“

Das Programm ist hart. 24 Stunden am Tag sei sie Pressesprecherin. Der Präsident ruft, sie ist zur Stelle. Kozlowski betreut die Nationalmannschaften verschiedener Altersklassen und ist während der Saison ständig mit ihnen unterwegs. „Es ist schon stressig und gerade im Sommer ein extrem hohes Pensum. Aber ich habe mir das so ausgesucht. Und ich liebe es!“ Die Tickets nach Slowenien zur U20-Europameisterschaft liegen bereits auf dem Hotelzimmertisch bereit. Pause? Im Winter.

Das Spiel läuft gut für die Deutschen. Die Fans jubeln, als der Schiedsrichter abpfeift. Mit einem deutlichen Punkteabstand werden die Luxemburger zurück ins Großherzogtum geschickt. Für schäumende Freude bleibt allerdings keine Zeit. Schon stürmen Presseteams und Journalisten aufs Spielfeld: Interviews. Zügig müssen nun Spieler von der Notwendigkeit einer erstklassigen Pressearbeit des DBB überzeugt werden, der Trainer wird vor die Kamera des ZDF gebeten. Das Chaos will kontrolliert sein.

Veni – vidi – vici

In Kontakt mit dem DBB kam Elisabeth erstmals, als sie 2007 für das Organisationskomitee der Europameisterschaft in Spanien tätig war. Schnell machte sie sich einen Namen als Sprachentalent mit Sportaffinität und lernte auch die Manager des deutschen Teams kennen: „Meine Sprachkenntnisse waren Gold wert. Mein heutiger PR-Kollege war vor Ort und wir haben schon damals super zusammengearbeitet. Und passenderweise hatte der DBB eine Stelle in der Presseabteilung ausgeschrieben...“

kozlowski_2Schließlich leert sich das Gebäude. Der Geräuschpegel nimmt Stufe um Stufe ab, und vereinzelt finden sich bereits zufriedene Gesichter. Die PR-Agenda hat allerdings noch einen offenen Tagesordnungspunkt: das Präsidenten-Interview. Das Wetter spielt mit. Der Vorhof der Arena bietet eine angemessene Kulisse für ein Statement vor den Kameras des ZDF.

Die PR-Frau arrangiert das Gespräch, sie bringt die Menschen zusammen und folgt wachsam dem Informationsaustausch. Sie ist stets auf dem Laufenden, stets bereit zu reagieren. Am Ende macht sich, wie immer, eine Mischung aus Erschöpfung und Zufriedenheit breit. Die Veranstaltung lief hervorragend. Die Show war perfekt. Es war halt ein ganz normaler Arbeitstag.

Zeit bis zum nächsten Anpfiff: 2 Tage, 19 Stunden und 30 Minuten.

 

Dieser Artikel wurde verfasst von Christian Lenz und basiert auf Erlebnissen & Interview beim Basketball Länderspiel mit der deutschen Nationalmannschaft in Hagen.