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Localino

„Es ist für uns ständige Motivation, neue Wege für Systeme und Technologien zu finden und diese in der Realität umzusetzen.“
Localino
Gründer: David Löher und Steffen Heuel
Studium an der Uni Siegen: Wirtschaftsingenieurwesen (Löher) und Elektrotechnik (Heuel)

Vor 6 Jahren haben die Freunde David Löher und Steffen Heuel, die gemeinsam die Schulbank drückten, gemeinsam das Unternehmen Localino gegründet. Im Studium gingen sie beide zunächst getrennte Wege, wodurch sich heute ihre Kernkompetenzen perfekt ergänzen. Als E-Techniker befasst Heuel sich mit der Entwicklung neuer Produkte, während der studierte Wirtschaftsingenieur David Löher sich um alle Kunden- und Projektanforderungen kümmert.

Bei Localino geht es ums Tracking von Fahrzeugen, Personen und Objekten sowie die Digitalisierung von Prozessen. Das Unternehmen sitzt in Lennestadt und hat mittlerweile eine Kernmannschaft von 12 Mitarbeitern.

Wie seid ihr auf die Idee zu „Localino“ gekommen?

Die Idee kam damals aus dem Einzelhandel heraus, der sich die Frage gestellt hat, was genau macht unser Kunde in unserem Einrichtungshaus und wo hält er sich wie lange auf? Und vor allem, kann man diese Daten nicht automatisiert und digital erfassen?

Steffen und ich kamen daraufhin auf die Idee die Funktionen, welche man vom draußen auf den Straßen kennt, mit geeigneter Technologie in Gebäuden zur Verfügung zu stellen. Diese Technologien fasst man unter dem Begriff Indoorlokalisierung zusammen. Das war der Anstoß für Localino.

In welchen Bereichen lässt sich Localino einsetzen?

Viele unsere Kunden stammen aus dem Bereich Produktion und Logistik, wo es u.a. darum geht Warenströme digital zu erfassen, Prozesse zu automatisieren und Mensch-Maschine-Interaktionen zu ermöglichen. Aber auch im Bereich Gesundheit und Pflege findet Localino Verwendung. In Zukunft werden Krankenhäuser und Pflegeheime mehr und mehr digital. Hier gilt es Suchaufwände zu minimieren, Personen zu navigieren oder Notruffunktionen bereitzustellen. Ein weiterer Einsetzbereich ist die Landwirtschaft, wo wir uns Gedanken darüber machen wie z.B. der intelligente Kuhstall zukünftig aussieht. Neben der Indoorlokalisierung wird Localino auch outdoor eingesetzt, um z.B. Fahrzeuge zu erfassen, Flächen zu managen und Warenströme zu steuern.

Inwiefern hilft eure Idee bei der Bekämpfung/Eindämmung der Pandemie?

Im letzten Corona-Jahr sind wir sehr stark in der Lebensmittelindustrie tätig gewesen. Localino wurde und wird dafür eingesetzt, um Kontakte nachzuverfolgen und gezielte Quarantänemaßnahmen einleiten zu können. Außerdem wurden mit Hilfe unseres System Infektionsherde festgestellt, also die Bereiche, wo Mitarbeitende vermehrt zusammenkommen und erhöhte Ansteckungsgefahr droht.

Tracken von Personen und Datenschutz? Wie ist das vereinbar?

Damit das System funktioniert müssen die entsprechenden Personen ein Device bei sich tragen. Das sendet Signale aus und kommuniziert mit einer Infrastruktur, die im Raum installiert ist. Dazu muss man allerdings wissen, dass dieses Device keine einzelnen Personen kennt und zugeordnet wird und somit auch keine Rückschlüsse auf Einzelne möglich sind. Außerdem kann ich nur dort lokalisieren, wo auch ein Lokalisierungssystem aufgebaut ist. Dies wird üblicherweise nicht in Toiletten oder Kantinen installiert, denn keines der Unternehmen möchte seine Mitarbeiter ausspionieren oder kontrollieren. Um ehrlich zu sein, Spionage ginge auch viel einfacher mit dem Smartphone eines jeden Mitarbeiters als mit Lokalisierungssoftwares

Was ist das Innovative an eurem Unternehmen?

Alle Localino Produkte, Systems und Services wurden und werden von uns selbst entwickelt und produziert. Bei Localino ist alles Made in Germany. Für die Systeme haben wir intelligente Komponenten und Software entwickelt und diese patentieren lassen. Damit können wir sehr effizient Systeme zur Verfügung stellen mit wenig Installations- und Kalibrationsaufwand. Es ist für uns ständige Motivation, neue Wege für Systeme und Technologien zu finden und diese praxisnah zu entwickeln und vor allem in der Realität umzusetzen. Unser Unternehmen ist inhabergeführt, das heißt, wir sind eigenständig und frei, in dem was wir tun und pflegen die Kultur eines Familienunternehmens nach innen und außen.

Was reizt euch an der Selbstständigkeit?

Selbstständig und Unternehmer zu sein, ist ein ganz besonderer Reiz. Persönlich habe ich große Freude an individueller Gestaltung von Produkten, Organisationen und letztlich sich selbst. Es ist sicher die eigene Freiheit bei der Umsetzung eigener Vorstellung, aber auch die Übernahme von Verantwortungen für seine Mitarbeitenden und sein Unternehmen. In dem Wort Unternehmen steckt „unternehmen“ drin und Steffen und ich waren immer schon recht unternehmenslustig. Wir lieben es einfach, neue Dinge auszudenken, Herausforderungen zu überwinden und am Ende ein Ergebnis in der Realität zu sehen. Insofern ist die Selbstständigkeit für uns eine Art spannende Reise, die nicht endet und tägliche neue Abenteuer bereithält.

Was war die größte Herausforderung bei der Gründung?

In Deutschland ein Unternehmen zu gründen, ist zugegebenermaßen eine große Herausforderung, da die ganze Bürokratie so verworren ist. Das fängt an bei der Gewerbeanmeldung, geht über die Steuergesetzgebung weiter bis hin zu den Themen Zoll und Berufsgenossenschaft. Man muss sich dort überall selbst durchkämpfen, das muss einem bewusst sein. Auch heute lernen wir jeden Tag Neues und denken oft, „das hätte man wissen müssen“.

Gab es bei der Gründung finanzielle Unterstützung?

Wir haben uns mit eigenen Mitteln finanziert und uns dann Stück für Stück organisch entwickelt.


Dieses Porträt basiert auf einem Interview mit David Löher und wurde von Janice Gust verfasst.

 

Hier zur Homepage des Start-ups.