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FORUM SIEGEN
Universität Siegen
57068 Siegen


E-Mail: forum-siegen@uni-siegen.de
Tel.: +49 (0)271/740-4508

Programm

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Donnerstags, 20 Uhr (s.t.), Kulturhaus LYZ - Eintritt frei-  

Auch zu finden auf Facebook unter: FORUM SIEGEN



16. Novemeber 2017  PD Dr. Olaf Behrend

Familie und Religiosität in der heutigen deutschen Mittelschichtskultur 

Zunächst möchte ich in dem Vortrag den Begriff der Familialität einrichten, der auf die Gemeinsamkeiten abhebt, welche Familien, bei aller Verschiedenheiten ihrer historisch-kulturellen Erscheinungsweisen, kennzeichnen. Vor diesem Hintergrund möchte ich dann zweitens kurz auf die typischen Sozialisationsweisen (psychische Autonomie und individuelle Entscheidungsfähigkeit) und -ziele (hohe Bildungs- und Karriereorientierung) der Mittelschichtkultur (nicht nur in Deutschland) eingehen. Hierfür greife ich u.a. auf die Ergebnisse der Entwicklungspsychologin Heidi Keller zurück. Drittens zeige ich dann, worin das spezifische der deutschen Mittelschichkultur besteht. Hierfür ist auf historische Besonderheiten und die jüngere Familienpolitik abzuheben. Damit eng zusammen hängt die Frage nach der strukturell oder latent religiösen Dimension der heutigen Mittelschichtfamilie unter Bedingungen der Enttraditionalisierung und der massiven Abnahme der Zugehörigkeit von Familien zu verpflichtenden Vergemeinschaftungen. Die Antworten auf diese Frage führen zu einer beschließenden, eher phänomenologischen Schau der enttraditionalisierten, oft isolierten (quasi „neo-tribalen“) Mittelschichtfamilie und den ihr zugehörigen, familiären Sinnstiftungsversuchen. Hierfür ist der Vergleich von urbanen Familienmilieus mit solchen des ländlichen Raum, wie dem Siegerland, interessant.


23. Novemeber 2017  Prof. Dr. Niko Paech

Nachhaltigkeit, Klimaschutz und der neue Ablasshandel 

Dem Vernehmen nach besteht weitreichender Konsens darüber, dass eine nachhaltige Entwicklung als zivilisatorische Überlebensagenda unumgänglich ist. Aber der Streit darüber, ob dieses Unterfangen mit wirtschaftlichem Wachstum vereinbar ist, gewinnt an Dynamik. Am Beispiel des Klimaschutzes lässt sich nachzeichnen, dass Konzepte eines "grünen" Wachstums nicht nur an Techniküberschätzung scheitern, sondern auch an einem Phänomen, das sich als symbolischer Ablasshandel verstehen lässt. 



30. Novemeber 2017     Prof. Dr. Georg Plasger

Das Christentum - Ursache für Gewalt oder Religion für Friedensstifter? 

Gewalt ist für die Geschichte des Christentums kein Fremdwort: Die Kirche hat zu Kreuzzügen aufgerufen, um die Feinde des Christentums aus dem Heiligen Land zu vertreiben; Frauen wurden als Hexen im Namen Gottes verfolgt; Soldaten sind in Kriege gezogen und haben im Glauben "Gott mit uns" Menschen anderer Völker ermordet; vielerorts wurden Waffen gesegnet. Die Geschichte des Christentums lässt sich auch als Geschichte von Gewalt beschreiben, die oftmals gegen Gegner des Christentums, nicht selten aber auch gegen andere Christen (andersgläubige Christen, Christen anderer Völker) eingesetzt wurde. Das ist die eine Seite der Medaille. Auf der anderen Seite preist Jesus die Friedensstifter selig und im Neuen Testament heißt es ausdrücklich: "Christus ist unser Friede". Und Friedensimpulse gehen nicht selten auch von Kirchen aus.
Beides scheint schwer zusammen zu passen. Ziel des Vortrags ist es, sich vom Zentrum des christlichen Glaubens aus dem Thema "Christentum und Gewalt" zu nähern.

 


 

07. Dezember 2017     Lamya Kaddor

Salafismus - Warum deutsche Jugendliche in den Dschihad ziehen 

Wie lässt sich die Radikalisierung von Jugendlichen durch den Salafismus erklären und aufhalten? Die Islamwissenschaftlerin und islamische Religionspädagogin Lamya Kaddor untersucht Ursachen für die Attraktivität der fundamentalistischen Islamform, die Züge einer Jugendprotestbewegung annimmt. Kaddor analysiert die Rekrutierungsmethoden der Salafisten und zeigt auf, wie die Gesellschaft präventiv tätig werden kann, um die junge Generation vor dem Islamismus zu schützen. Sie prägt die Debatten zu Islam in Deutschland, Salafismus und IS-Terror als Expertin mit.

 


14. Dezember 2017 

"Do they know it’s Christmas?" - Weihnachtlicher Dialog im Forum

Die christliche Welt feiert Weihnachten. Ein Fest, dass zur Besinnung, zu Frieden und Menschlichkeit einlädt. Es ist schön zu beobachten, wie die großen Ideale der christlichen Kultur alljährlich zur Weihnachtszeit wieder in den Blickpunkt rücken und aufleben. Doch auch dieses Jahr wird mit großer Sorge auf die Entwicklungen in der Welt geblickt. Ungleichheit, Hunger, Klimawandel und despotische Regime bedrohen weiterhin die Leben von Millionen von Menschen und die Umwelt. Gerade zu Weihnachten möchten wir hier gemeinsam hinschauen und zugleich die Herzen öffnen. Nicht mit dem sinnbildlichen Zeigefinger, sondern mit einer freundlichen Zugewandheit wird der Austausch gesucht. Den „Weihnachtlichen Dialog“ wird das Forum Siegen Team selbst gestalten. Mit musikalischen Elementen, Gedichten, persönlichen Geschichten und musischen Teilen wird zur Besinnung angeregt und inspiriert. Darüber hinaus sind alle Interessierten herzlich eingeladen den Abend gemeinsam mitzugestalten. Wir würden uns freuen, wenn Sie als Teilnehmer/in einen kleinen Part übernehmen. Das Forum Team freut sich auf diese besondere Weihnachtsfeier mit Ihnen.



11. Januar 2018    Prof. Dr. Ludwig Steindorff

Gesellschaft - Kirche - Staat im Russland der jüngsten Zeit 

Das Streben der russischen Orthodoxen Kirche nach äußerer Pracht und Staatsnähe mögen uns irritieren und das von ihr vertretende Wertesystem erscheint uns in seiner Rigidität fremd. Doch gleichermaßen faszinieren Wiederherstellung und Ausbau der Sakrallandschaft, wir staunen über die Wirkungskraft traditioneller Frömmigkeit.

Nach einem kurzen Überblick über die Phasen der sowjetischen Politik gegenüber den Religionsgemeinschaften werden wir die Entwicklung des Verhältnisses zwischen Staat und Orthodoxer Kirche und die Stellung der Orthodoxen Kirche in der Gegenwartsgesellschaft betrachten.  Auch auf die anderen Religionsgemeinschaften sei knapp eingegangen. Der Vortrag wird vielfach auf eigener Anschauung aufbauen.


 

18. Januar 2018  Konzert Bach-Chor Siegen unter künstlerischer Leitung von Kirchenmusikdirektor Ulrich Stötzel

MUSIK - Sprache der Kirche 

In der Renaissance, mit ihrer Rückbesinnung auf Kunst und Wissenschaft der Antike, erfuhr die Musikpraxis einen unglaublichen Entwicklungsschub. wurde die MUSIK doch wieder als Bestandteil des Kanons der „Septem artes liberales“ (Sieben freien Künste) in einen hohen Stand gesetzt. Das Zusammenfinden von Renaissance und Reformation wurde zum Glücksfall der Geschichte! Bei Martin Luther fand die Ausgestaltung der Musik-Rhetorik – ganz orientiert an der klassischen Sprach-Rhetorik - ihren ersten Höhepunkt: Die MUSICA SACRA wurde in ihrer Bedeutung der Predigt gleichgesetzt. So wurde MUSIK zu einer ganz zentralen `Sprache der Kirche´!


25. Januar 2018  Dr. Frank Vogelsang

Religion und Wissenschaft - ein fundamentaler Konflikt?

Im 19. Jahrhundert sahen manche Vertreter der Wissenschaft, aber auch manche Vertreter der Kirchen in Religion und Wissenschaft konkurrierende Weltdeutungen. Es etablierte sich die Vorstellung, Wissenschaft und Religion seien von Beginn der Neuzeit an in einem fundamentalen Konflikt gewesen. Paradigmatisch hierfür sei insbesondere der Prozess gegen Galileo Galilei. Die Wirklichkeit ist bei genauerer Betrachtung komplexer, wie unter anderem auch der Wissenschaftstheoretiker Paul Feyerabend herausgearbeitet hat. Religion und Wissenschaft waren über längere Zeit viel stärker aufeinander bezogen, als es das Bild des Konfliktes zeigt. Jenseits des fundamentalen Konfliktes bleibt die Frage, wie man das Verhältnis von Religion und Wissenschaft heute deuten soll. Hier mag vielleicht eine philosophische Perspektive helfen, die danach fragt, was man in den Wissenschaften bzw. in der Religion tatsächlich zu erkennen behauptet.