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Nachruf

In Memoriam Prof. Dr. rer. nat. habil. Harro Lentz

   

Dietbert Knöfel

In Memoriam Prof. Dr. rer. nat. habil. Harro Lentz

Von Harro Lentz müssen wir Abschied nehmen. Er starb am 1. Juli 2020 in Berlin.

 

 

Harro Lentz (* 28,1.1937 in Stettin) studierte Physik in Göttingen und promovierte 1967

an der Universität Karlsruhe. 1978 habilitierte er sich in Physikalischer Chemie an der

Universität Karlsruhe in der Franck´schen Arbeitsgruppe mit dem Thema

„Thermodynamik und Transportphänomene fluider Systeme“.

1979 nahm er einen Ruf an unsereHochschule für das Gebiet

„Chemische Verfahrenstechnik“ an. Er vertrat dieses Fach sehr erfolgreich

bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2002. Zahlreiche Diplomanden und

Doktoranden durchliefen sein Labor. Viele Veröffentlichungen, Patente und Bücher

zeugen von seiner intensiven Arbeit. Extraktionen war eines seiner Arbeitsgebiete.

Verschiedene Forschungsaufenthalte führten ihn nach Asien.

 

Harro Lentz war ein besonders interessierter und interessanter Mensch, stets zu

Diskussionen bereit. Kritisch gegen sich und andere. Zum Beispiel behagte ihm das

Beurteilungsverfahren für Forschungsanträge der DFG nicht. Er forderte eine

Offenlegung der Gutachten, klagte und verlor. Sein Argument: „Ich bin kein Rechthaber,

sondern möchte aus meinen negativen Gutachten fürs nächste Mal lernen“.  Aber bei der

DFG gilt das Gesetz des Schweigens. Der „SPIEGEL“ berichtete.

 

Im privaten sachlichen Bereich pflegte er einen unauffälligen dezent auffälligen Stil –

in der Kleidung und Wohnungseinrichtung. Aus dem Sperrmüll gutbürgerlicher

Wohnungsauflösungen fand er besondere Stücke, die Dienstzimmer und Wohnung

eine niveauvolle Note gaben. Sein Dienstzimmer  hob sich dadurch  vom

universitären Einheitsstil interessant ab.

 

Im privaten persönlichen Bereich pflegte er Freundschaften mit Kollegen und anderen.

Gutem Essen, was er auch selbst zubereitet, und einem edlen Rotwein war er nicht

abgeneigt. Freunde trafen sich regelmäßig abwechselnd in ihren Wohnungen und

diskutierten über wissenschaftliche Themen und vieles Andere. Harmonische Abende!

 

Nach seiner Pensionierung im Jahr 2002 zog er zu seinen Söhnen nach Berlin-Kreuzberg,

Sicher genoss er die Großstadt, seinen Tango-Tanz perfektionierte er. Hier vertiefte er

auch seine Kenntnisse und Liebe zur asiatischen Kunst. Er veröffentlichte ein Buch

„Wer fragt, irrt schon  -  Kunst aus China und Korea“. Dort  schreibt er: „Überall sind

Harmonie und Schönes etwas Positives“.

 

Wir denken gern an Harro Lentz und vermissen ihn.
  

Seine ehemaligen und aktiven Kolleginnen und Kollegen aus dem Department Chemie-Biologie