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Millionenförderung für Datenmanagement in der Physik

Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern hat entschieden, die beiden Konsortien DAPHNE4NFDI und PUNCH4NFDI mit jeweils 14 bis 20 Millionen Euro zu fördern. Rund zwei Millionen Euro gehen dabei an die Universität Siegen.

Forschungserfolg für das Department Physik der Universität Siegen. In ihrer Sitzung am 2. Juli 2021 hat die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK) beschlossen, die beiden Konsortien DAPHNE4NFDI und PUNCH4NFDI im Rahmen der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) zu fördern. Diese haben sich zum Ziel gesetzt, Forschungsdaten aus der Photonen- und Neutronenforschung sowie der Teilchen-, Astroteilchen-, Hadronen- und Kernphysik und der Astronomie transparent und dauerhaft verfügbar zu machen. Zum 1. Oktober können die Konsortien ihre Arbeit aufnehmen. 

Das Department Physik der Universität Siegen ist mit Prof. Christian Gutt als Ko-Sprecher an DAPHNE4NFDI beteiligt. Prof. Ivor Fleck koordiniert die Teilnahme der Siegener Physik am Konsortium PUNCH4NFDI. Beide Projekte werden mit jeweils ca. 14 bis 20 Millionen Euro über die nächsten fünf Jahre gefördert. Davon gehen insgesamt rund zwei Millionen Euro an die Universität Siegen. Nach einer Evaluierung können weitere fünf Jahre der Förderung folgen. 

„Forschungsdaten nachhaltig zur Verfügung zu stellen, wird der gesamten Wissenschaft einen enormen Schub geben. Das gilt nicht nur für die Physik, sondern verspricht besonders an den Schnittstellen zu anderen Disziplinen große Synergien“, so Prof. Gutt. „Unser Konsortium wird jedes Jahr 100 Petabyte (das entspricht 100 Milliarden Megabytes) an Daten z.B. über Strukturen von Proteinen oder Nanomaterialien zur Verfügung stellen, auf die dann ganz Europa Zugriff hat. Mit den Methoden des maschinellen Lernens können wir dann diesen Datenschatz durchforsten und neue Materialien und ihre Eigenschaften gezielt vorhersagen.“ 

Der 2020 gegründete Verein Nationale Forschungsdateninfrastruktur ist eine wissenschaftsgetriebene Initiative, um Forschungsdaten aus dem deutschen Wissenschaftssystem systematisch zu erschließen, zu vernetzen und nachhaltig nutzbar zu machen. Dazu sollen die Daten nach den FAIR-Prinzipien (FAIR steht für Findable, Accessible, Interoperable, Reusable) verwaltet werden. Außerdem soll die Verbindung zu entsprechenden europäischen und internationalen Initiativen im Bereich Datenmanagement hergestellt werden. 

Insbesondere in Anbetracht der Tatsache, dass Daten in verschiedenen Forschungsdisziplinen unterschiedlich aussehen und auf völlig unterschiedliche Weise erhoben und gespeichert werden, ist die NFDI als Netzwerk unabhängiger Konsortien organisiert, die in einem wettbewerblichen Verfahren in drei Antragsrunden von Bund und Ländern zur Förderung ausgewählt und dann jeweils für bis zu zehn Jahre gefördert werden. 

Das Konsortium DAPHNE4NFDI steht für Data from PHoton and Neutron Experiments for NFDI (Daten aus Photonen- und Neutronenexperimenten für NFDI). Es repräsentiert die verschiedenen Wissenschaftsgemeinschaften, die Daten nutzen, die an großen Photonen- und Neutronenquellen gesammelt wurden. DAPHNE4NFDI umfasst 18 Partner in Deutschland, die sowohl Photonen- als auch Neutronenanlagen repräsentieren, sowie die "Power-User" – Forschungsgruppen an Universitäten wie z.B. in der Siegener Physik. Prof. Gutt koordiniert in DAPHNE4NFDI unter anderem die internationale Harmonisierung der Forschungsdaten, insbesondere innerhalb Europas mit der European Open Science Cloud. 

PUNCH4NFDI repräsentiert die vier Forschungsthemen Teilchenphysik, Astroteilchenphysik, Hadronen- und Kernphysik sowie Astronomie im NFDI ("nPUNCH" steht für "Particles, Universe, NuClei & Hadrons"). Dem Konsortium gehören zahlreiche Partner aus der Helmholtz-Gemeinschaft, der Max-Planck-Gesellschaft, der Leibniz-Gemeinschaft und den Universitäten an. Im Mittelpunkt der Arbeit von PUNCH4NFDI stehen neuartige Methoden des "Big Data"-Managements sowie "Open Data" und "Open Science". 

DAPHNE4NFDI und PUNCH4NFDI kollaborieren miteinander. Zudem ist eine enge Zusammenarbeit mit weiteren Konsortien aus der Physik, der Chemie und den Ingenieurswissenschaften geplant, damit Forschungsdaten effektiv ausgetauscht werden können. 

Ansprechpartner: 

Prof. Dr. Christian Gutt 
Tel. 0271 740-3741 
E-Mail: gutt@physik.uni-siegen.de