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Vielfalt ist immer erst einmal Bereicherung

 Dr. Daniel Müller entführt in der Mittwochsakademie Olpe in die Republiken der ehemaligen Sowjetunion

Die Sowjetunion war ein Vielvölkerstaat. Die Zugänge zum Schwarzen Meer unter Zarin Katharina, die Zugänge zur Ostsee unter Zar Peter – seit dem 18. Jahrhundert ist das vormalige Russische Reich territorial stetig gewachsen. In der Zeit vor und während des 1. Weltkriegs wegen Größe und Vielfalt als „Koloss auf tönernen Füßen“ bekannt, umfasste die UdSSR (1922- 1991) mehr als ein Dutzend Sowjetrepubliken. Dazu gehörten die drei baltischen Staaten Estland, Lettland, Litauen, die Ukraine, Weißrussland, Georgien, Kasachstan, Kirgisien, Moldawien, Tadschikistan, Turkmenistan…. Insgesamt wurden in diesem Staatsgebilde über 120 einheimische Sprachen gesprochen – Russisch war nie offiziell, de facto aber schon Amtssprache. Nach dem Zerfall der Sowjetunion im Zuge der Perestroika von Michail Gorbatschev erlebten auch die jeweiligen Nationalsprachen eine neue Blüte. Vom Vielvölkerstaat UdSSR ist heute nur noch ein Rest verblieben. Und dennoch – oder gerade deswegen - sind der Rückblick auf das Gewesene und die Bestandsaufnahme des Gegebenen sehr spannend.

Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Mittwochsakademie eröffnet sich die Chance, sich mit diesem kulturellen Thema intensiv zu beschäftigen. Dr. Daniel Müller – von Haus aus Journalist, Osteuropahistoriker und an der Universität Siegen Leiter des House of Young Talents – bietet im Sommersester 2020 am Standort Olpe der MiAk ein Seminar an „Völker und Sprachen der ehemaligen Sowjet-union in Geschichte und Gegenwart“ (ab 5. Mai, 16 bis 17.30 Uhr, kleiner Vortragssaal im Alten Lyzeum an der Franziskanerstraße 8). Der 50-Jährige gebürtige Münsteraner studierte in Dortmund Journalistik und in Bochum Geschichte. 2005 promovierte er zum Thema „Nationalstaatspolitik im Kaukasus“. Über Jahre hinweg war Daniel Müller in der Lehre sowohl im Bereich Journalistik als auch im Bereich Geschichte aktiv und publizierte in beiden Fächern. Zwischenzeitlich arbeitete er als Redakteur für ein Printmedium und einen privaten Radiosender. Mit der Uni Siegen war Daniel Müller über das Forscherkolleg „Medienumbrüche“ verbunden. Sein Part war die mediale Integration ethnischer Minderheiten. Von 2007 bis 2009 fungierte er als Sprecher der Nachwuchsforschergruppe.

2016 wechselte Müller, der mit seiner Familie seit 1997 in Friesenhagen lebt, als Leiter des House of Young Talents ganz an die Universität Siegen. Zuvor hatte er seit 2009 die Doktorandenausbildung und die Promovierendenprogramme an der TU Dortmund in seiner Hand. In Siegen kümmert er sich um Nachwuchsförderung im weiteren Sinn: um Doktoranden, Postdoktoranden und Juniorprofessorinnen und -professoren. Müller zum Seminarthema: „Wir haben in der Region auch Migrantinnen und Migranten aus aller Welt“. Vielfalt von Sprachen und Kulturen existiert auch im südlichen Westfalen. In der ehemaligen Sowjetunion war das Gang und Gäbe: „In der UdSSR gab es eine große Buntheit, darunter viele kleine Völker mit teils sehr interessanter Geschichte. Das ist immer erst einmal als Bereicherung zu sehen“.

Als Einstieg ins Seminar befassen sich Daniel Müller und die Mittwochsakademikerinnen und –akademiker mit der Fragestellung: „Wie kann man eine solche Völkervielfalt wie in der Sowjetunion sortieren?“ Es geht um Sprachfamilien, ethnische Herkunft, Kultur und auch Völkerwanderung. Es folgt ein Überblick über das Werden des Vielvölkerstaats Sowjetunion. Einzelne Seminartage sind dann anschließend einzelnen Volksgruppen in der UdSSR gewidmet: den Deutschen, den Juden, den Balten, den Völkern des hohen Nordens, des Süd- und des Nordkaukasus…. Wer sich also faszinieren lassen will von fremden Sprachen und Kulturen – für den ist das Seminar von Dr. Daniel Müller genau richtig.

Die feierliche Eröffnung der Mittwochsakademie am 29. April 2020 entfällt! Ob die Seminare, die thematisch fortlaufend sind, in Siegen und Olpe am 6. Mai in Anbetracht der Corona-Pandemie starten können, wird rechtzeitig bekannt gegeben. Vor dem 4. Mai finden an der Universität Siegen vorsorglich keine Präsenzveranstaltungen statt.

Weitere Infos gibt es online unter www.uni-siegen.de/wissensstadt. Das kommentierte Vorlesungsverzeichnis liegt ab Mitte März in den bekannten Verteilstationen aus. Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Mittwochsakademie steht auf Antrag das Gasthörerstudium der Uni Siegen ohne Mehrkosten offen. Eine offizielle Voranmeldung ist nicht notwendig. In den Seminaren liegen Teilnehmerlisten aus. Der Semesterbeitrag beläuft sich auf 100 Euro.