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Es gibt viele Wege zum Glück

Prof. Dr. Nielsen-Sikora lud bei der Kinderuni auf eine philosophische Reise ein

In weite Ferne schweiften zumindest im Film gestern die Kinder der Kinderuni Siegen. Der Philosoph Prof. Dr. Jürgen Nielsen-Sikora hatte einen kurzen Ausschnitt aus Franҫois Lelords Film „Hector oder die Suche nach dem Glück“ dabei. Dieser Ausschnitt zeigte zum einen Hectors Aufenthalt in Tibet und Gespräche mit buddistischen Mönchen, zum anderen seine Weiterreise in einem Uralt-Flieger nach Afrika und die Kommunikation mit seiner afrikanischen Sitznachbarin. Hector ist ein in London lebender Psychiater, der mit seinem Leben und seiner Ehe nicht zufrieden ist, und erforschen möchte, was ihn glücklich machen könnte.

Die Filmausschnitte zeigten, dass der Zugang zum Glück in unterschiedlichen Kulturen sehr verschieden ist. Der buddistische Mönch hatte im Leben viel Schlimmes und Verlust erlebt. Seine Antwort auf die Frage nach dem Glücklichsein lautete: „Ich bin glücklich, weil ich so viel durchgemacht habe.“ Unglück-Vermeiden sei nicht der Weg zum Glück. Sein Glück hatte er auf einem verschneiten, mit bunten, flatternden Wimpeln bestückten Berg gefunden. Glück für die Afrikanerin im Flieger bestand aus Familie, einer guten Zukunftsperspektive für ihre Kinder und Süßkartoffeleintopf.

Was macht uns glücklich? Der Chat lief fast über und auch die Kinder im Hörsaal hatten sehr genaue Vorstellungen: „Familie“, „Volleyball mit Freunden spielen“, „wenn ich reite, bin ich glücklich“, „ich bin glücklich beim Lesen“. Wo sind wir glücklich? Fast alle Kinder nannten „Zuhause“. Hinzu kam „bei Oma“ oder auf Reisen. Die Wunsch-Reiseziele waren unterschiedlich, reichten von Japan über Rumänien bis nach Spanien. Nielsen-Sikora: „Wir sind besonders glücklich, wenn die wichtigsten Personen, die uns am Herzen liegen, da sind.“

Die Aktivitäten, die mit Glück verbunden werden, sind wieder sehr verschieden. Wie auch so manches Hobby. Die einen mögen fetzige Musik, die anderen lieber Klassik. Der eine ist Fan von Borussia Dortmund, die andere von Bayern München oder dem 1. FC Köln. Die eine mag Pizza, die andere lieber Nudeln. Können auch Tiere glücklich sein? Viele Kinderuni-Kinder haben daheim Haustiere: Katzen, Hunde, Kaninchen, Meerschweinchen, Wellensittiche. Die Kinder waren sich sicher, dass auch Tiere glücklich sein können: „Katzen schnurren dann“, „unser Hund freut sich, wenn wir nach Hause kommen“. Roboter, so die einhellige Meinung, können nicht von sich aus glücklich sein: „Sie müssen programmiert werden und haben keine Gefühle.“

Zuletzt erzählte der Professor die Geschichte vom Hans im Glück, der einen Goldschatz erhält, diesen gegen immer wertlosere Dinge eintauscht, schließlich nichts mehr besitzt und glücklich ist, nichts mehr mitnehmen zu müssen. Können wir ohne alles glücklich sein? Nielsen-Sikora: „Zum Glücklichsein brauchen wir die anderen, vertraute Menschen. Andere Dinge sind sehr subjektiv.“

Nach der Vorlesung hatten die Mädchen und Jungen einen davon Eindruck, was ein Philosoph macht. Eingangs hatte der Professor sie nach einer Definition des Begriffs Philosophie gefragt. Es geht um Menschen, Leben und Tod, Kommunikation untereinander, Einstellungen, waren Antworten. Die Philosophie, so der Chef des Hans-Jona-Instituts der Universität Siegen, gibt es seit etwa 2500 Jahren. Und seit dieser Zeit ist die Frage nach dem Glück zentral. Die alten Griechen suchten nach Eudaimonia, dem guten Geist. Seit etwa 800 Jahren existiert der Glücksbegriff. Er entstammt dem Wort „Gelücke“ als Art und Weise wie etwas gut ausgeht. Glück haben, so Nielsen-Sikora, habe viel mit Schicksal zu tun, zum Glücklichsein kann jeder selbst beitragen.

Das wusste auch Hector am Ende des Films. Er hatte auf seiner langen Reise erkannt, dass das Glück daheim bei und mit seiner Frau wartet.