..
Suche

Personensuche
Veranstaltungssuche
Katalog der UB Siegen

    6. Philo, Über die Essener (Pro Judaeis defensio: Praepar. evang. VIII 11,1-18)

    6. Philo, Über die Essener (Pro Judaeis defensio: Praepar. evang. VIII 11,1-18)

    ΦΙΛΩΝΟΣ ΠΕΡΙ ΤΗΣ ΚΑΤΑ ΤΟΝ ΠΑΡ ἸΟΥΔΑΙΟΙΣ ΤΟ ΠΑΛΑΙΟΝ ΦΙΛΟΣΟΦΟΥΝΤΩΝ
    „Μυρίους δὲ τῶν γνωρίμων ὁ ἡμέτερος νομοθέτης ἤλειψεν ἐπὶ κοινωνίαν, οἳ καλοῦνται μὲν Ἐσσαῖοι, παρὰ τὴν ὁσιότητά μοι δοκῶ τῆς προσηγορίας ἀξιωθέντες, οἰκοῦσι δὲ πολλὰς μὲν πόλεις τῆς Ἰουδαίας, πολλὰς δὲ κώμας καὶ μεγάλους καὶ πολυανθρώπους ὁμίλους. ἔστι δ’ αὐτοῖς ἡ προαίρεσις οὐ γένει-γένος γὰρ ἐφ’ ἑκουσίοις οὐ γράφεται-, διὰ δὲ ζῆλον ἀρετῆς καὶ φιλανθρωπίας ἵμερον. Ἐσσαίων γοῦν κομιδῇ νήπιος οὐδεὶς ἀλλ’ οὐδὲ πρωτογένειος ἤ μειράκιον, ἐπεὶ τά γε τούτων ἀβέβαια ἤθη τῷ τῆς ἡλικίας ἀτελεῖ συννεωτερίζοντα· τέλειοι δ’ ἄνδρες καὶ πρὸς γῆρας ἀποκλίνοντες ἤδη, μηκέθ’ ὑπὸ τῆς τοῦ σώματος ἐπιρροῆς κατακλυζόμενοι μηδ’ ὑπὸ τῶν παθῶν ἀγόμενοι, τὴν ἀψευδῆ δὲ καὶ μόνην ὄντως ἐλκευθερίαν καρπούμενοι. μάρτυς δὲ τῆς ἐλευθερίας αὐτῶν ὁ βίος. ἴδιον οὐδεὶς οὐδὲν ὑπομένει κτήσασθαι τὸ παράπαν, οὐκ οἰκίαν, οὐκ ἀνδράποδον, οὐ χωρίον, οὐ βοσκήματα, οὐχ ὅσα ἄλλα παρασκευαὶ καὶ χορηγίαι πλούτου· πάντα δ’ εἰς μέσον ἀθρόα καταθέντες κοινὴν καρποῦνται τὴν ἁπάντων ὠφέλειαν. οἰκοῦσι δ’ ἐν ταὐτῷ, κατὰ θιάσους ἑταιρίας καὶ συσσίτια πεποιημένοι. καὶ πάνθ’ ὑπὲρ τοῦ κοινωφελοῦς πραγματευόμενοι διατελοῦσιν. ἀλλ’ ἑτέρων ἕτεραι πραγματεῖαι, αἷς ἐπαποδύντες ἀόκνως διαθλοῦσιν, οὐ κρυμόν, οὐ θάλπος, οὐχ ὅσα ἀέρος νεωτερίσματα προφασιζόμενοι· πρὶν δ’ ἥλιον ἀνασχεῖν ἐπὶ τὰ συνήθη τρεπόμενοι, δυομένου μόλις ἐπανίασι χαίροντες οὐχ ἧττον τῶν ἐν τοῖς γυμνικοῖς ἐξεταζομένων ἀγῶσιν. ὑπολαμβάνουσι γὰρ ἅττ’ ἂν ἐπιτηδεύωσιν εἶναι βιωφελέστερα καὶ ἡδίω ψυχῇ καὶ σώματι τὰ γυμνάσματα καὶ πολυχρονιώτερα τῶν ἐν ἀθλήσεσι, μὴ συναφηβῶντα τῇ τοῦ σώματος ἀκμῇ . εἰσὶ γὰρ αὐτῶν οἱ μὲν γεηπόνοι, τῶν περὶ σπορὰν καὶ φυτουργίαν ἐπιστήμονες, οἱ δὲ ἀγελάρχαι, παντοδαπῶν θρεμμάτων ἡγεμόνες, ἔνιοι δὲ σμήνη μελιττῶν ἐπιτροπεὺουσιν. ἄλλοι δὲ δημιουργοὶ τῶν κατὰ τέχνας εἰσίν, ὑπὲρ τοῦ μηδὲν ὧν αἱ ἀναγκαῖαι χρεῖαι βιάζονται παθεῖν, οὐδὲν ἀναβαλλόμενοι τῶν εἰς πορισμὸν ἀνυπαίτιον. ἐκ δὴ τῶν οὕτως διαφερόντων ἕκαστοι τὸν μισθὸν λαβόντες ἑνὶ διδόασι τῷ χειροτονηθέντι ταμίᾳ, λαβὼν δ’ ἐκεῖνος αὐτίκα τἀπιτήδεια ὠνεῖται καὶ παρέχει τροφὰς ἀφθόνους καὶ τἄλλα ὧν ὁ ἀνθρώπινος βίος χρειώδης. οἱ δ’ ὁμοδίαιτοι καὶ ὁμοτράπεζοι καθ’ ἑκάστην ἡμέραν εἰσὶ τοῖς αὐτοῖς ἀσμενίζοντες, ὀλιγοδείας ἐρασταί, πολυτέλειαν ὡς ψυχῆς καὶ σώματος νόσον ἐκτρεπόμενοι. κοινὴ δ’ οὐ τράπεζα μόνον ἀλλὰ καὶ ἐσθὴς αὐτοῖς ἐστι. πρόκεινται γὰρ χειμῶνι μὲν στιφραὶ χλαῖναι, θέρει δ’ ἐξωμίδες εὐτελεῖς, ὡς εὐμαρῶς ἐξεῖναι τῷ βουλομένῳ ἣν ἂν ἐθελήσῃ λαβεῖν, ἐπειδὴ καὶ τὰ ἑνὸς ἁπάντων καὶ τὰ πάντων ἔμπαλιν ἑνὸς ὑπείληπται. καὶ μὴν εἴ τις αὐτῶν ἀσθενήσειεν, ἐκ τῶν κοινῶν νοσηλεύεται, θεραπευόμενος ταῖς ἁπάντων ἐπιμελείαις καὶ φροντίσιν. οἱ δὲ δὴ πρεσβῦται κἂν εἰ τύχοιεν ἄτεκνοι, καθάπερ οὐ πολύπαιδες μόνον, ἀλλὰ καὶ σφόδρα εὔπαιδες, ἐν εὐτυχεστάτῳ καὶ λιπαρωτάτῳ γήρᾳ τὸν βίον εἰώθασι καταλύειν, ὑπὸ τοσούτων προνομίας ἀξιούμενοι καὶ τιμῆς, ἑκουσίῳ γνώμῃ μᾶλλον ἢ φύσεως ἀνάγκῃ θεραπεύειν ἀξιούντων. ἔτι τοίνυν ὅπερ ἢ μόνον ἢ μάλιστα τὴν κοινωνίαν ἔμελλε διαλύειν, ὀξυδερκέστερον ἰδόντες γάμον παρῃτήσαντο μετὰ τοῦ καὶ διαφερόντως ἀσκεῖν ἐγκράτειαν. Ἐσσαίων γὰρ οὐδεὶς ἄγεται γυναῖκα, διότι φίλαυτον ἡ γυνὴ καὶ ζηλότυπον οὐ μετρίως καὶ δεινὸν ἀνδρὸς ἤθη παλεῦσαι καὶ συνεχέσι γοητείαις ὑπάγεσθαι. μελετήσασα γὰρ θῶπας λόγους καὶ τὴν ἄλλην ὑπόκρισιν, ὥσπερ ἐπὶ σκηνῆς ὄψεις καὶ ἀκοὰς ὅταν δελεάσῃ, διηπατημένων οἷα ὑπηκόων τὸν ἡγεμόνα νοῦν φενακίζει. παῖδες δ’ εἰ γένοιντο, φρονήματος ὑποπλησθεῖσα καὶ παρρησίας, ὅσα κατ’ εἰρωνείαν πρότερον ὑπούλως ὑπῃνίττετο, ταῦτα ἀπ’ εὐτολμοτέρου θράσους ἐκλαλεῖ καὶ ἀναισχυντοῦσα βιάζεται πράττειν, ὧν ἕκαστον κοινωνίας ἐχθρόν. ὁ γὰρ ἢ γυναικὸς φίλτροις ἐνδεθεὶς ἢ τέκνων ἀνάγκῃ φύσεως προκηδόμενος οὑκέτι πρὸς ἄλλους ὁ αὐτός ἐστιν, ἀλλ’ ἕτερος λέληθε γεγονώς, ἀντ’ ἐλευθέρου δοῦλος. οὕτως γοῦν ὁ βίος ἐστὶν αὐτῶν περιμάχητος, ὥστ’ οὐκ ἰδιῶται μόνον, ἀλλὰ καὶ μεγάλοι βασιλεῖς ἀγάμενοι τοῦς ἄνδρας τεθήπασι καὶ τὸ σεμνὸν αὐτῶν ἀποδοχαῖς καὶ τιμαῖς ἔτι μᾶλλον σεμνοποιοῦσι.”
    Quelle: E. H. Warmington (ed.): Philo IX, in: The Loeb Classical Library, London: 1941 (repr. 1967) 436-442.


    (1) Unzählige von Schülern hat unser Gesetzgeber zu einer Gemeinschaft gesalbt. Sie werden Essäer genannt. Ich glaube, sie sind angesichts ihrer Frömmigkeit dieser Bezeichnung würdig. Sie bewohnen viele Städte Judäas, aber auch große, vielbewohnte Dörfer. (2) Bei ihnen gibt es keine Erwählung durch Abstammung - denn "Abstammung" schreibt man nicht bei Freiwilligen -, sondern durch Tugendeifer und Verlangen nach Menschenfreundlichkeit. (3) Bei den Essäern gibt es überhaupt kein (unmündiges) Kind, aber auch keinen heranwachsenden Knaben oder jungen Mann, denn die Unbeständigkeiten an diesen sind Gewohnheiten, die zur Unvollkommenheit des Jugendalters gehören, mit ihr neigen sie den Neuerungen zu. Es sind dagegen Männer, die schon dem reifen Alter zuneigen. Sie werden nicht mehr von den Wallungen ihres Leibes überschwemmt und auch nicht von den Leidenschaften bestimmt, sondern sie ernten wahrhaftige und wirklich alleinige Wahrheit. (4) Zeugnis von der Freiheit gibt ihr Leben. Keiner wagt es, überhaupt etwas zu besitzen, kein Haus, keinen Sklaven, kein Land, keine Herden, nichts anderes, was der Beschaffung oder Austattung von Reichtum gleich käme. Sie legen vielmehr alles geschlossen in die Mitte [ihrer Gemeinschaft] und haben den gemeinsamen Ertrag von allem. (5) Sie wohnen an demselben Ort, sie leben in Freundschaftsbünden und halten gemeinsame Mahlzeiten und führen ihre Leben, indem sie alles für Gemeinnütziges einsetzen. (6) Aber alle beschäftigen sich anders; dazu rüsten sie sich, ohne Zaudern kämpfen sie sich durch, nicht Frost, nicht Hitze, nicht wechselnde Witterung vorschützend. Bevor die Sonne aufgegangen ist, wenden sie sich ihren gewohnten Aufgaben zu; wenn sie ganz untergeht, hören sie damit auf und haben nicht weniger Freude als die, die mit Übungswettkämpfen Vergleiche ausgetragen. (7) Denn sie glauben, daß die Übungen, die sie unternehmen, fürs Leben tauglicher und für Seele und Leib besser und dauerhafter sind als die Übungen in den Wettkämpfen, da sie nicht der Kraftentwicklung des Körpers unterworfen sind. (8) Denn es gibt bei ihnen die einen, Ackerbauern, die sich auf das Säen und die Pflege der Gewächse verstehen, die anderen aber, Herdenführer, die alle Arten von Tieren führen. Einige haben auch Schwärme von Bienen. (9) Andere sind Handwerker entsprechend ihrer Fertigkeit; an nichs, was zu den notwendigen Bedürfnissen gehört, müssen sie Mangel leiden; nichts schieben sie von dem auf, was zu ehrlicher (wörtl. "unschuldiger") Erwerbsquelle führt. (10) Jeder nimmt den Lohn für so verschiedenen Tätigkeiten und übergibt sie dem einen Schatzmeister, der von ihnen gewählt wurde. Nach dem Empfang kauft jener sofort das Notwendige und sorgt für reichlich Nahrung und die anderen Dinge, die für das tägliche Leben notwendig sind. (11) Sie leben miteinander an einem Ort, sind Tischgenossen und miteinander zufrieden, lieben die Genügsamkeit, fliehen das aufwendige Leben wie eine Krankheit an Seele und Leib. (12) Sie haben nicht nur einen gemeinsamen Tisch, sondern teilen auch die Kleidung. Sie haben dicke Mäntel gegen den Winter, leichte Umhänge für den Sommer, so daß es jedem, der will, leicht möglich ist, eines zu nehmen, wenn er will, da das, was von einem ist als Teil von allen und das, was von allen ist, als Teil von einem erachtet wird. (13) Und wenn einer von ihnen krank ist, wird er von der Gemeinschaft gepflegt, denn er wird mit den Aufwendungen und Mitteln von allen behandelt. Wenn auch die Alten ohne Kinder sind, so sind sie es doch gewohnt wie solche, die nicht nur viele Kinder haben, sondern auch noch sehr gute, in glücklichstem, herrlichstem Greisenalter ihr Leben zu Ende zu bringen, von so vielen des Vollzugs und der Ehre für würdig befunden, die mit freiwilliger Einstellung es für wert erachten, sie mehr als die Natur erfordert, zu pflegen. (14) Was nun allein oder am meisten die Gemeinschaft dabei war zu gefährden, haben sie höchst scharfsinnig in der Ehe gesehen. Deshalb haben sie sie vermieden, um unterschiedslos Enthaltsamkeit zu üben. Keiner der Essaier hat eine Frau, weil die Frau selbstsüchtig, sehr eifersüchtig und feige ist und die guten Sitten des Mannes zu umgarnen und mit bedrängenden Zaubereien zu verleiten versucht. (15) Sie übt sich in schmeichlerischen Worten und aller anderen Schauspielerei wie auf der Bühne; wenn sie dann Augen und Ohren geködert hat, betrügt sie den Verstand als Anführer der getäuschten Untertanen [d.h. der dem Verstand untergebenen Sinne]. (16) Wenn dann Kinder geboren werden, ist sie voller Hochmut und Freimütigkeit im Reden, und was sie vorher in ihrer Verstellung in listiger Weise nur andeutete, das spricht sie nun mit ihrem größer gewordenen Wagemut aus, und nachdem sie alle Scham abgelegt hat, tut sie mit Gewalt Dinge, die alle der Gemeinschaft feindlich sind. (17) Der aber, der durch Lockungen einer Frau gefesselt ist oder sich aus der Notwendigkeit der Natur um die Kinder kümmert, ist für die anderen nicht mehr derselbe, sondern ist unbemerkt ein anderer geworden, ein Sklave statt eines freien. (18) So ist also ihr (der Essener) Leben erstrebenswert, so daß nicht nur einzelne, sondern auch große Könige die Männer bewundern und vor ihnen erstaunen und ihre Wünsche mit Hochschätzungen und Ehrerbietungen bekunden. (Übersetzung: R. Hoppe)


     

     

     zurück