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Germanistik / Angewandte Sprachwissenschaft

Startseite Bild 1Die Professur für Angewandte Sprachwissenschaft an der Universität Siegen untersucht Sprache als Medium der Kommunikation und damit ein grundlegendes Themengebiet an der Schnittstelle der Linguistik zu den Gesellschafts- und Kulturwissenschaften. Durch Sprache vermittelte Kommunikation ist zwar nicht alles, aber kaum etwas ist, auf einer höheren Ebene menschlichen Zusammenlebens, ohne sie denkbar: Kooperation und Organisation, Beziehung und Identitäten, Erkenntnis und Wissen beruhen auf der elementaren, körpergebundenen Fähigkeit des Menschen, sich mit anderen zu verständigen, und sie beruhen – von einem gewissen Niveau an – auf den Konventionen des Sprachgebrauchs, die sich in derartigen Prozessen, auf der Basis allgemeiner kognitiver Fähigkeiten, herausbilden, verfestigen, institutionell ausdifferenzieren und historisch verändern. Zur Veränderung des Sprachgebrauchs trägt nicht zuletzt die Technisierung der Kommunikation, von der Schrift bis zum Internet, bei.

 

Startseite Bild 2Dementsprechend kommen kaum eine wissenschaftliche Disziplin und kaum ein professionelles Praxisfeld, in denen die Voraussetzungen der Institution professionell reflektiert werden, umhin, den Bedingungen sprachlicher Verständigung Aufmerksamkeit zu widmen: Wie zum Beispiel gelingt es uns, unsere Beiträge in einer Besprechung so zu gestalten, dass sie wechselseitig aufeinander bezogen sind? Was unterscheidet durch Texte vermittelte Kommunikation vom Gespräch unter gleichzeitig (und an einem Ort) Anwesenden, und wie schlägt sich dies in der Gestaltung sprachlicher Äußerungen nieder? Wie spielt Sprache mit anderen Zeichensystemen zusammen (z.B. Stimme und Gestik, visuelle Kommunikation auf Monitoren), wie und wozu werden in der Kommunikation mitunter verschiedene Sprachen miteinander kombiniert? Welche Rolle spielt sprachliche Kommunikation in verschiedenen Institutionen (z.B. im Dienstleistungssektor, in Kultureinrichtungen wie dem Theater, im Unterricht, in Hochrisikoarbeitsumfeldern), welchen Störungen ist die Kommunikation dort typischerweise ausgesetzt und wie können diese professionell bearbeitet werden?

 

Startseite Bild 3Die empirisch fundierte, detaillierte Analyse sprachlicher und anderer semiotischer Phänomene in der Kommunikation bietet einen Schlüssel zum Verständnis spezifischer institutioneller Verhältnisse. Zugleich gibt sie Aufschluss über kommunikative Funktionen sprachlicher (und nicht-sprachlicher) Mittel und die Ordnungsstrukturen, die der Kommunikation durch sprachliche und diskursiv fundierte kognitive Strukturen auferlegt sind. Insofern eine kultursensitive Gestaltung kommunikativer (und damit sozialer, z.B. organisationaler) Verhältnisse die Analyse des Bestehenden voraussetzt, die ihrerseits alltägliche Praktiken zum Gegenstand hat, stehen Grundlagen- und anwendungsrelevante Forschung in diesem Bereich der Wissenschaft nicht einem Gegensatz, sondern regen sich wechselseitig an.