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UKUS: Semi-automatisierte Produktionsplanung für den Mittelstand

Erste UKUS-Veranstaltung im Jahr 2016 ein voller Erfolg

Ein spannendes Thema und ein voller Bernhard-Weiss-Saal in der Industrie- und Handelskammer Siegen - so lässt sich die erste UKUS-Veranstaltung im Jahr 2016 zusammenfassen, zu der IHK und das Siegener Mittelstandsinstitut (SMI) der Universität Siegen eingeladen hatten.  "Semi-automatisierte Produktionsplanung für den Mittelstand - Möglichkeiten und Erfahrungen" stand auf der Tagesordnung. Begrüßt wurden die Teilnehmer durch Marco Butz von der IHK Siegen und Daniel Schnitzler, Geschäftsführer des SMI. Dieser führte kurz und knapp in die Thematik ein und gab einen kurzen Ausblick auf das in der Veranstaltung vorgestellte Produktionsplanungstool, dem "Production Planner", der aus einem Projekt zwischen dem SMI und dem Unternehmen Bilsing Automobiltechnik GmbH entstanden ist.
 
Wie in vielen Unternehmen üblich, basierte die ursprüngliche Planungsmethode bei der Bilsing Automobiltechnik GmbH zu großen Teilen auf der Erfahrung der Produktionsplaner, die zur Grobterminierung ein ERP-System und die herkömmliche Excel-Software nutzten, erklärte Andreas Beul, Internationaler Prozessmanager bei Bilsing. Diese Aufgabe stellte sich in seinem Unternehmen, insbesondere vor dem Hintergrund einer hohen Artikelvielfalt und einem gleichzeitig hohen Eigenfertigungsanteil, als relativ kompliziert dar: Grund genug, über eine unterstützende Produktionsplanungssoftware nachzudenken.
 
"Nach Überlegungen, ein Standardtool für unsere Planungszwecke einzusetzen, entschieden wir uns für die Zusammenarbeit mit dem SMI", erklärte Beul. "Hiervon versprachen wir uns eine flexiblere und individuellere, auf unsere Bedürfnisse zugeschnittene Planungssoftware."
 
Nach einer knapp zweijährigen Projektdauer befindet sich das Tool nun in der Einführungsphase und soll planmäßig im zweiten Quartal dieses Jahres im Betrieb eingesetzt werden. Erste Verbesserungen, wie eine durchschnittliche Erhöhung der Losgrößen sowie eine Verminderung der Rüstzeiten und verspäteten Aufträge, sind bereits zu erkennen. "Wir setzen nach wie vor auf die Erfahrung unserer Mitarbeiter, nutzen Excel allerdings nur noch als Reportingtool", stellte Beul zum Abschluss seines Vortrages heraus.
 
Dr. Jan Wolf, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Technologiemanagement der Uni Siegen und verantwortlich für die Entwicklung des Tools, zeigte mit einer Live-Demo anschaulich die Qualitäten des "Production Planners" auf. Die Software könne den Planer nicht ersetzen, stellte er klar. Sie solle diesen aber unterstützen, damit er "seine Expertise in die letzten fünf Prozent der wirklich kniffligen Fälle stecken kann."
 
"Viele mittelständische Unternehmen setzen bei der Produktionsplanung auf manuelle Planungsmethoden, was häufig zu Problemen führt", berichtete Dr. Wolf. Fehlmengen und daraus resultierende Terminabweichungen, lange Wartezeiten und hohe Bestände auf Zwischenstufen der Produktion sind nur einige Konsequenzen, die aus einer solchen Planungsweise resultieren können.
 
Dass das Finden der optimalen Lösung für eine bestimmte Produktionsreihenfolge von Aufträgen oft sehr kompliziert ist, zeigte Dr. Wolf anschaulich an einem Beispiel, in dem die strikte Befolgung bestimmter Planungsregeln visualisiert wurde. Bei der Entwicklung eines Algorithmus, der zur optimalen Lösung führt, seien die zur Verfügung stehenden Daten von besonderer Bedeutung, "denn der Algorithmus kann immer nur so gut rechnen, wie die Daten sind."
 
Abgerundet wurde die Veranstaltung durch Andreas Kunsleben, Leiter des Geschäftsfeldes Beratung der Effizienz-Agentur (EFA) NRW, der Beratungs- und Fördermöglichkeiten zur Planungsoptimierung vorstellte. Die EFA fungiert als Berater in den Bereichen Information/Wissenstransfer/Vernetzung, Ressourceneffizienz und Finanzierung. Insbesondere im letztgenannten Bereich existieren eine Reihe von Fördermöglichkeiten für Unternehmen, die für bestimmte Projekte in Anspruch genommen werden können.
 
Veränderungen in Unternehmen können sehr vielfältiger Natur sein, haben jedoch zumeist eine direkte Wirkung auf die Ressourceneffizienz der selbigen. "An dieser Stelle macht es Sinn, mit der EFA in Kontakt zu treten und über mögliche Verbesserungsangebote zu sprechen", zeigte Kunsleben anhand einiger Praxisbeispiele auf. Die EFA bietet jedem produzierenden Unternehmen aus Industrie und Handwerk eine kostenlose Erstberatung an und arbeitet mit einer Reihe von externen Kooperationspartnern zusammen, die über Spezial-Know-how auf dem betreffenden Gebiet verfügen.
 
Die Vorträge der Referenten stehen hier zum Download bereit:
 
 
Weiterführende Informationen zu dem Thema finden Se auf unserem Themenflyer Semi-automatisierte Produktionsplanung.
 
Die nächste UKUS-Veranstaltung findet am 21. April 2016 zum Thema "Lean Management" statt.