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Heiko Elmsheuser

Heiko Elmsheuser Marketing war der Bereich, mit dem sich der Siegener Alumnus Heiko Elmsheuser während seines BWL-Studiums intensiver beschäftigen wollte. Das war schon früh klar. Doch die Frage, wo es nach seinem Abschluss 1997 hingehen sollte, beantwortete sich erst nach und nach. Der IT-Bereich interessierte ihn seit Jahren, der ‚Zukunftsmarkt Software‘ war in aller Munde. Doch hatte er nie geplant, dass ihn der Weg vom Marketing in leitende Positionen der Kommunikation zu einem Global Player der IT-Branche verschlagen sollte. Heiko Elmsheuser ist heute Pressesprecher und Leiter der Unternehmenskommunikation von Microsoft Deutschland.

Von der Bundesliga zum Global Player


Der Weg zum Leiter Unternehmenskommunikation bei Microsoft Deutschland

Ob er Bill Gates persönlich kennt? – „Wir sind uns 2003 beim 20jährigen Firmenjubiläum von Microsoft in Deutschland zufällig auf der Toilette begegnet“, gibt er schmunzelnd zu. Vor ein paar Jahren war es noch relativ leicht, mit den Obersten der Führungsetage Small Talk zu führen. „Dieser lockere Umgang ist heute leider nicht mehr möglich, die Terminkalender der Top-Führungskräfte sind so gefüllt, dass ein Small Talk eher selten ist.“

Essentials aus dem Studium in Siegen

Er hat Siegen genossen. Das sieht man sofort, wenn man Heiko Elmsheuser, während er über sein Studium, seine Kommilitonen und die Zeit abseits der Uni berichtet, in die Augen schaut. „Wir haben alles relativ locker genommen, haben zwar unsere Aufgaben erledigt, waren aber nicht die ersten, die morgens zur Vorlesung gegangen sind. Interessant ist aber, dass alle Mitglieder dieses ehemaligen „Clubs“ heute sehr verantwortungsvolle Positionen besetzen.“ - Letztendlich gibt der Erfolg ihnen Recht.

„Das, was mir das Studium zu aller erst vermittelt hat, sind Motivation, Eigeninitiative und die Kompetenz, mich schnell in Zusammenhänge hineindenken zu können. Dafür halte ich ein Studium für essenziell.“

Die ersten Schritte in die richtige Richtung

Nachdem er sein Studium in Siegen abgeschlossen hatte, wurde ihm von einem Systemhaus für Hard- und Software in Ratingen seine erste Stelle angeboten, bei dem er mit dem Aufbau der Marketing-Abteilung betraut wurde. Unter anderem zählten Fußball-Vereine der 1. Bundesliga zu dieser Zeit zu den Kunden des Systemhauses. „Und eben diese Vereine boten interessante Geschichten, die sich leicht an die Presse kommunizieren ließen – so gab es erste Berührungspunkte mit der Medienwelt, zu der ich schon jeher eine Affinität hatte“, blickt der Wahl-Münchner heute zurück.

Die nächste Station war eine dänische Software-Firma in Hamburg, bei der Elmsheuser erstmals für die gesamte Pressearbeit zuständig war. „Es fing wirklich beim Kleinsten an, das kann man sich heute gar nicht vorstellen. Wir haben uns wie die Schneekönige gefreut, wenn in einer Computer-Zeitschrift ein kleiner Artikel über uns erschien“, reflektiert er seine Anfänge im PR-Bereich. Als Microsoft vier Jahre später die Firma aufkaufte, war Elmsheuser einer der ersten, die nach München in die Unternehmenszentrale wechselten, wo er die Mittelstandskommunikation übernahm. Schritt für Schritt kamen immer mehr Verantwortungsbereiche hinzu. Anfang 2008 übernahm er dann die Leitung der Business Kommunikation und zu Beginn diesen Jahres die Leitung der Unternehmenskommunikation.

Betrachtet man die heutige Karriere des 41jährigen, kann man sich kaum vorstellen, dass Heiko Elmsheuser nach der 10. Klasse keine Lust mehr hatte, zur Schule zu gehen, den Sinn von Abitur und Studium hinterfragte. Also machte er sich auf in die USA, besuchte die High School, genoss bei 24°C den Winter im US-Bundesstaat New Mexico. „Ohne dieses Jahr in den USA, würde ich heute nicht hier sitzen.“ So habe dieses Jahr nicht nur seine Persönlichkeit gestärkt und ihm Klarheit gegeben über seine berufliche Zukunft, vielmehr war dieser Auslandsaufenthalt auch Voraussetzung für seine jetzige Position.

Professionalität ist das A und O für Spaß an der Arbeit

Sicherlich ist die Verantwortung, die er als Repräsentant eines Global Players täglich trägt, eminent, die Informationsflut, die er bereits kurz nach dem Aufstehen morgens um 6 Uhr zu bewältigen hat, meist unüberschaubar, doch durch Erfahrung, Professionalität und vor allem Spaß an dem, was er tut, macht ihn diese Situation nicht mehr nervös.

Besonders in der momentanen Entwicklung der Medienlandschaft, die sich einem fundamentalen Wandel befindet und radikalen Umbrüchen unterwirft, es immer weniger klassische und immer mehr ‚Freizeitjournalisten’ und Blogger gibt sieht Elmsheuser sich und seine Arbeit als Plattform, Journalisten ihre Arbeit zu erleichtern und mitunter Ungreifbares zu konkretisieren. Auch die Änderungen der Mediennutzung – man denke nur an Twitter oder Facebook - hat konkrete Auswirkungen auf die Kommunikationsabteilungen von Unternehmen: „Wo früher ausschließlich Richtung Journalisten – persönlich oder über Pressemitteilungen - kommuniziert wurde, kommuniziert man heute via Twitter, Facebook, YouTube an die breite Öffentlichkeit.“

Sein Privileg: „Ich bin natürlich in der Lage, frühzeitig viele neue Technologien nutzen zu dürfen. So arbeite ich meist schon über ein Jahr früher mit der neuesten Software wie beispielsweise dem neuen ‚Office’-Paket. Und das ist eine große Arbeitserleichterung für mich als Wissensarbeiter. Auch ein klassisches Telefon habe ich schon lange nicht mehr.“ Soft Skills, die sozusagen ‚on the job’ hinzukommen mussten: „Neben der Fähigkeit des Multitaskings, waren intensive Medientrainings besonders wichtig– da musste ich durch. Dabei lernte ich mich durch Fragen nicht in die Ecke drängen zu lassen und Gespräche in eine gewisse Richtung lenken zu können und wie Körpersprache zur Verdeutlichung des gesagten, nutzen zu können.“

Heute gibt er seine Erfahrungen als Mentor weiter und steht in dieser Funktion nicht nur Microsoft-Mitarbeitern, sondern auch Siegener Studierenden und Absolventen im Rahmen des Career Mentoring Programms „Siegen im Tandem“ engagiert zur Seite.

Bei dem Stichwort ‚Work-Life-Balance‘ lacht er. „Die ist nicht sehr gut…“ Doch sobald der Vater eines dreijährigen Mädchens ein wenig Freizeit genießt, freut er sich, dass seine kleine Familie ihr Recht einfordert. Da kann auch das Fußballspiel gerne warten.