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Dr. Catharina Friedrich

Voller Energie. Mathematikerin in Führungsposition bei einem Energieversorger

Eine Karriere, die vieles verbindet: mathematische Ausbildung mit Sinn zur Optimierung, interdisziplinäres Handeln mit Führungskompetenz, Herausforderung in Führungspositionen mit Familie. Dr. Catharina Friedrich erfüllt genau diese Anforderung und stellt sich der Herausforderung mit voller Energie. Zielstrebig übernahm sie auf ihrem Karriereweg Verantwortung in mehreren Führungspositionen und ist mittlerweile als Mutter von zwei Kindern Leiterin des Regionalzentrums Sieg der Westnetz GmbH und hier für ca. 200 Mitarbeiter verantwortlich. Doch alles nahm seinen Anfang an der Siegener Uni, wo sie 1997 ihr Diplomstudium in Mathematik aufnahm.

Keiner Träumerei gefolgt

In ihrer jetzigen Leitungsposition ist Catharina Friedrich gemeinsam mit ihren Mitarbeitern für das Planen, Bauen und Betreiben der elektrischen Verteilnetze verantwortlich, wobei da vieles von selbst gut von den einzelnen Abteilungen gehandhabt wird. So fallen ihr vor allem Management-Aufgaben zu. Außerdem beschäftigt sie sich mit der Optimierung und Strukturierung der Prozesse, die zum Planen, Bauen und Betreiben der Anlagen notwendig sind. Dabei geht es auch immer häufiger um die Verbesserung der Energie-Effizienz.

„Ich wusste interessanterweise zuallererst, was ich nicht machen wollte. Journalistin oder Juristin fielen direkt raus. Mir war es wichtig, etwas zu studieren, womit ich dann hinterher einen Arbeitsplatz bekomme und ein sicheres Einkommen habe.“ So folgte sie keiner Träumerei, sondern schätzte realistisch die Erfolgschancen ab, sodass sie sich dazu entschied, Diplom-Mathematik zu studieren. „Mein Ziel war es zu der Zeit, anschließend in die Industrie zu gehen, um Mathematik praktisch für Optimierungen anwenden zu können. Das reizte mich ganz besonders.“

Der Sprung in die Energiewirtschaft

Unverhofft kommt oft und so wurde sie durch einen Bekannten auf die Chancen in der Energiewirtschaft aufmerksam. Sie warf die Bewerbungsunterlagen bei RWE Siegen, dem Sitz der Netzgesellschaft ein, und wurde prompt zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. „Ich merkte hier ein gewisses Interesse, einen Mathematiker einzustellen. Es ging beispielsweise darum, Instandhaltungsstrategien zu optimieren und dies war genau der Bereich, der mich schon zu Anfang meines Studiums besonders interessiert hatte: Mathematik praktisch angewendet im Zusammenhang mit Optimierung.“ Zudem bewegte sie ihr Interesse an interdisziplinärem Arbeiten schließlich zu einer Zusage.

Einen neuen bedeutenden Schritt wagte Friedrich knapp fünf Jahre, nachdem sie die Stelle in Siegen angenommen hatte, und wechselte in eine Stabsabteilung nach Neuss, wo sie als Leiterin Verantwortung für die Koordination Operation Services übernahm. Im Jahre 2013 bewarb sie sie dann nach Köln und als Leiterin der Bauplanungsabteilung war sie hier weniger im Büro, als auf den Baustellen aktiv. „Mein Lebensmittelpunkt war jedoch nach wie vor Siegen und so passte es mir ganz gut, als im letzten Jahr hier die Stelle des Leiters des Regionalzentrums frei wurde. Sofort habe ich mich darauf beworben und es hat auch geklappt. Da ich in Wilnsdorf wohne und dort Mann und zwei kleine Kinder habe, freute ich mich sehr über die Zusage. So war es mir möglich, den Beruf und die Familie zu vereinen.“

Doppelbelastung erfolgreich gemeistert!

Obwohl Catharina Friedrich um das Jahr 2008 herum bereits sicher in der Berufswelt angekommen war, ergab sich aus einem Projekt die Möglichkeit für eine Promotion am Lehrstuhl für elektrische Energieversorgung in Dresden. Parallel zu ihrem anspruchsvollen Beruf legte Friedrich mündliche Prüfungen ab und schrieb an ihrer Doktorarbeit. Vielleicht fragt sich der ein oder andere, warum sie noch diesen anstrengenden Schritt gegangen ist. „Ich habe es angeboten bekommen und konnte mir noch nicht wirklich vorstellen, wie anstrengend das hinterher werden würde. Dann habe ich einfach zugesagt“, schmunzelt die Wilnsdorferin. „Drei Wochen bevor meine Tochter geboren wurde, habe ich meine Promotion verteidigt und nach dem ganzen Stress kam mir dann die Zeit mit meinem neugeborenen Kind wie Urlaub vor. Es war wundervoll!“ Auch im Nachhinein bereut sie diese Entscheidung nicht, da sie sich auf diese Weise sowohl persönlich, als auch fachlich weiterentwickeln konnte und heute nach der enormen Doppelbelastung auch viele Dinge viel lockerer sieht als vor ihrer Promotion.

Ein kleines Erfolgsrezept

Im Laufe ihres beruflichen Lebens hat sich Friedrich immer weiter die Karriereleiter erklommen und schon früh führende Positionen übernommen. Vieles hat sich auf jeden Fall auch über Umwege ergeben, doch ein kleines Erfolgsrezept verrät sie dennoch. „Gute Leistung und hohe Leistungsbereitschaft gehören schon mal persé dazu und natürlich ist es auch wichtig, ein Netzwerk zu ganz unterschiedlichen Leuten aufzubauen. Man muss bekannt und sichtbar sein, weil Führungspositionen in der Regel mit jemandem besetzt werden, den man bereits in einer Sonderaufgabe erlebt hat und von dem man weiß, dass er viel leisten kann“, erzählt Friedrich. „Es reicht auch nicht aus, sich am Schreibtisch zu vergraben und dort gute Leistungen zu erbringen, ohne, dass es jemand mitbekommt. Außerdem ist es wichtig, durchaus den Willen zu äußern, Führungskraft zu sein. Sonst geht man einfach in der Masse unter und wird nicht gesehen, weil vielleicht die anderen denken, man möchte das nicht zusätzlich zu den Kindern. Aber nein, ich möchte nicht entweder oder, sondern ich möchte sowohl, als auch! Und das musste ich kommunizieren.“

Und tatsächlich wurde ihr Anliegen gehört und ihre Bewerbung nach Siegen als Leiterin des Regionalzentrums Sieg war erfolgreich. Die Erfahrung, die Friedrich bereits als Führungskraft sammeln konnte, kommt ihr Tag für Tag bei der Zusammenarbeit mit ihren ca. 200 Mitarbeitern zugute. „Direkt mit Mathematik hat dies zwar nicht mehr viel zu tun, aber eine gewisse Liebe zur Abstraktion bleibt und hilft auch sehr“, betont sie.

Das große Hobby „Familie“

„Man kann wirklich sagen, dass die Familie mein größtes Hobby ist und sie ist auch mein größter Ausgleich zum Beruf. Meine Elternzeit nach der Geburt meiner Kinder habe ich total genossen, weil man aus dem Hamsterrad, auf das man Tag für Tag aufspringt, einfach herauskommt und die Welt hinterher mit ganz anderen Augen sieht.“ Friedrich hat seit ihrem Wiedereinstieg bei RWE den Vorteil, einen Teilzeitvertrag zu haben, der ihr sehr flexible Arbeitszeiten erlaubt. So hat sie immer wieder die Möglichkeit, aus ihrem „Hamsterrad“ auszubrechen und Zeit mit ihrer Familie zu verbringen. „Die Kinder fordern mich auch auf ihre ganz besondere Art und Weise und dadurch halten sie mich auf dem Boden. Das ist sehr gesund und tut immer wieder gut.“

Ein Thema, das Dr. Catharina Friedrich besonders am Herzen liegt, ist die geringe Frauenquote in naturwissenschaftlichen und technischen Berufsfeldern. „Ich möchte wirklich Mädchen und Frauen dazu ermutigen, in diese Bereiche vorzudringen! Frauen sind genau wie Männer technisch und mathematisch talentiert, also haltet euch nicht zurück. Frauen, rein in die Technik!“ Auch bei RWE sei der Anteil von Frauen mehr als gering. „Uns erreichen hier sowohl für Ausbildungsberufe, als auch für Ingenieurberufe kaum Bewerbungen von Frauen. Ich hätte hier wirklich gerne mal noch ein paar weibliche Führungskräfte, zum Beispiel als vorgesetzter Meister. Es ist nicht so, dass es die Männer nicht gut machen. Ich schätze alle meine Kollegen sehr. Aber es ist leider nicht durchmischt, sondern sehr einseitig.“

Das Porträt basiert auf einem Interview mit Dr. Catharina Friedrich und wurde von Franziska Elsner verfasst.