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Ricarda Krumwiede

Ricarda Krumwiede

Ricarda Krumwiede, Jahrgang 1966, studiert in Siegen von 1986 bis 1992 Betriebswirtschaftslehre. Nach ihrem Abschluss als Diplomkauffrau strebt sie zunächst die Promotion an und bekommt eine Mitarbeiterstelle als Assistentin am Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, Organisation und Umweltschutz. Schnell stellt sie aber fest, dass es sie statt zu theoretischer Arbeit vielmehr in die Berufspraxis zieht: ihr Interesse liegt hier vor allem in den Bereichen Organisation und Beratung.

Sie bewirbt sich und landet mehr oder weniger zufällig in der Schweiz, wo sie zunächst eine Stelle als Assistentin der Geschäftsleitung im Bereich Consulting eines IT-Unternehmens antritt. Später wechselt sie zu ihrem jetzigen Arbeitgeber, der Züricher Pragmatica AG: dort arbeitet sie heute als Beraterin im Umfeld IT Dienstleistungen, und sie ist Mitglied der Geschäftsleitung.

Ricarda Krumwiede hat damit bereits in jungen Jahren einen vorzeigbaren Karriereweg hinter sich und wurde bspw. im April 2003 von der Süddeutschen Zeitung ausführlich portraitiert. Trotzdem ist sie nicht zum dogmatischen "Workaholic" geworden: "Ich habe mein Arbeitspensum auf 60% reduziert (obwohl diese Reduktion in der Praxis nicht immer funktioniert). So habe ich wieder mehr Zeit für mein Privatleben."

Zum Studium in Siegen

Warum haben Sie sich für BWL als Studienfach entschieden?

Nach dem Abitur habe ich 1 Jahr eine kaufmännische Weiterbildung gemacht (Höhere Handelsschule für Abiturienten), wollte danach aber studieren. Aus dem kaufmännischen Jahr hat sich das Fach Betriebswirtschaft ergeben.

Wie lautet Ihr Urteil über die Effizienz des Studiums im Hinblick auf Ihren heutigen Beruf?

Im Studium lernt man, umfassende, komplexe Sachverhalte zu erarbeiten. Die Inhalte bieten sicher eine gute, fundierte Vorbereitung auf den beruflichen Alltag. Leider ist das Ganze immer sehr theorielastig - wie es in der Praxis aussieht, wie Menschen in Unternehmen handeln und wirken kommt sicher zu kurz.

...und Ihr persönlicher Kommentar zur Universität Siegen insgesamt?

Das Angebot in Siegen war sicher nicht schlechter als an anderen Universitäten - auch wenn der Flair, die bekannten Namen fehlten. Vorteilhaft aber war die überschaubare Größe - man hatte eher Kontakt zu Professoren, Seminare waren nicht überfüllt.

Im Studium lernt man, umfassende, komplexe Sachverhalte zu erarbeiten. Die Inhalte bieten sicher eine gute, fundierte Vorbereitung auf den beruflichen Alltag. Leider ist das Ganze immer sehr theorielastig - wie es in der Praxis aussieht, wie Menschen in Unternehmen handeln und wirken kommt sicher zu kurz.

Wie haben Sie Siegen als Studienstadt empfunden?

Anfänglich als das Gegenteil von der Studentenstadt, wie ich mir eine vorgestellt hatte. Später, durch Kontakte mit anderen Studierenden, vor allem jenen, die nicht ursprünglich aus Siegen stammten und auch nicht jedes Wochenende nach Hause fahren konnten, hat sich eine gute Gruppe gebildet, in der wir einiges auf die Beine gestellt haben. Über die Jahre hat Siegen sich dann weiterentwickelt, das Angebot wurde größer - aber eine "echte" Studentenstadt war es sicher nicht.

Im Studium lernt man, umfassende, komplexe Sachverhalte zu erarbeiten. Die Inhalte bieten sicher eine gute, fundierte Vorbereitung auf den beruflichen Alltag. Leider ist das Ganze immer sehr theorielastig - wie es in der Praxis aussieht, wie Menschen in Unternehmen handeln und wirken kommt sicher zu kurz.

Zur Berufswahl bzw. beruflichen Entwicklung

Gab es Unsicherheiten bei der Berufswahl oder eine Phase der Orientierungslosigkeit?

Nach dem Studium habe ich die Stelle einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin an der Uni angetreten, um zu promovieren. Es wurde mir nach Stellenantritt aber sehr schnell klar, dass ich in dem theoretischen Umfeld nicht weitere Jahre verbringen wollte. Nach einigem Hin- und Herüberlegen habe ich dann mit meinem Professor gesprochen und mich beworben. Das hat bis zum Stellenantritt in der damaligen Arbeitsmarktlage etwas gedauert - nach ca. 1.5 Jahren bin ich dann in die Schweiz gegangen. Aus dieser Zeit an der Uni habe ich den Spaß an der Betreuung von Studierenden mitgenommen - später habe ich, parallel zu meinem Job, die Praktikanten in unserer Abteilung betreut.

Haben Sie eine bestimmte berufliche Tätigkeit von vornherein gezielt angestrebt? Oder wechselten die Wünsche?

Ich habe keine spezielle Branche oder ein bestimmtes Unternehmen im Kopf, als ich mich beworben habe, aber der Bereich Organisation, Beratung hat mich interessiert.

Welche Stationen gab es in Ihrem beruflichen Werdegang?

Uniabschluss, Assistentin am Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, Organisation und Umweltschutz, Wechsel in die Schweiz, Assistentin der Geschäftsleitung im Bereich Consulting eines Unternehmen im IT Umfeld (Systemintegration), dort danach Projektmitarbeiterin für interne und externe Projekte. Wechsel zu einem Unternehmen, das im gleichen Bereich tätig ist, dort dann Teilprojektleitung, Projektleitung - die meisten Projekte im Umfeld der IT von Finanzdienstleistern. Wechsel innerhalb dieses Unternehmens zu meiner heutigen Tätigkeit.

Wie sah (oder sieht) Ihr Weg zur Erreichung Ihres Wunschjobs aus?

Dass ich in der Schweiz gelandet bin, war sicher eher Zufall - oder besser das glückliche Zusammentreffen verschiedener Umstände, wobei Kontakte mitgespielt haben - eigentlich hatte ich mich zwischen Hamburg und München beworben.

Aktuelle berufliche Tätigkeit

Welches ist Ihre berufliche Tätigkeit heute?

Pragmatica AG, Leitung Bereich Enterprise Solutions (ERP Lösungen), Mitglied der Geschäftsleitung. Leitung eines Teams zur Umsetzung von Projekten, um die betrieblichen Prozesse im Unternehmen (Finanzdienstleister, aber auch KMU) optimal zu unterstützen. Dabei arbeiten wir mit Standardsoftware, bieten aber auch individuell konzipierte Lösungen an.

Was schätzen Sie an Ihrer Tätigkeit?

Mein gutes Team, ein hohes Maß an Flexibilität, abwechslungsreiche Aufgaben, immer kommt etwas Neues. Im Gegensatz zu früher, wo ich zu 100 % vor Ort beim Kunden gearbeitet habe, habe ich heute wieder mehr Gelegenheit, mich mit meinen Kollegen auszutauschen.

Inwiefern hat sich Ihr Leben durch den Übergang von Studium zu Berufsleben verändert? Gibt es Grund, der "schönen, alten Studienzeit" nachzutrauern?

Nachtrauern - nein, nicht wirklich. Es war insgesamt eine gute Zeit, mit vielen neuen und aufregenden Erfahrungen und eine wichtige Station in meinem Leben. Es ist sicher schade, dass der Kontakt zu den ehemaligen Studienkollegen wegen Zeitknappheit schwer zu pflegen ist. Was sicher toll wäre: so etwas wie die langen Semesterferien.... Das Berufsleben ist viel stärker bestimmt durch Terminkoordination, Zeitknappheit, Verantwortung nach außen - einfach mal eine "Vorlesung blau" machen liegt da nicht mehr drin.

Bleibt neben Ihrem Jobleben noch Freizeit?

Inzwischen wieder mehr - ich habe mein Arbeitspensum auf 60% reduziert (obwohl diese Reduktion in der Praxis nicht immer funktioniert). So habe ich wieder mehr Zeit für mein Privatleben.

Welchen Rat würden Sie zukünftigen Absolventen mit auf den Weg geben?

Sich treu bleiben, nicht zu verkrampft etwas Bestimmtes anstreben und auch einmal etwas auf sich zukommen lassen. Ansonsten: Schaut Euch in der Praxis um. Sucht in den verschiedenen Tätigkeit Eure Stärken und baut diese gezielt aus.

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