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Andreas Martini

Perspektive Maschinenbau: Junger Absolvent engagiert sich für wissenschaftlichen Nachwuchs

Als er 2012 seinen Master in Wirtschaftsingenieurwesen mit Fachrichtung Maschinenbau in der Tasche hatte, war Andreas Martinis wissenschaftliche Karriere noch lange nicht zu Ende. Während er sich zielgerichtet dem Abschluss seiner Promotion nähert, wird er immer mehr zum Gesicht des Departments Maschinenbau, für das er sich unter anderem sowohl in der Forschung, als auch in der Öffentlichkeitsarbeit engagiert.

Auf den zweiten Blick das Richtige gefunden

Schon früh wusste Andreas Martini, dass er studieren wollte und schrieb sich – sportbegeistert wie er war - für ein Sportstudium ein. Nach einem Semester wurde dieses jedoch aufgrund der Umstellung auf Bachelor / Master umstrukturiert und entsprach nicht mehr seinen Vorstellungen. So merkte er schnell, dass sein Herz darüber hinaus noch für eine andere Fachrichtung schlug. „Als ich diese Entscheidung treffen musste, lag es für mich aufgrund der geringen Entfernung zu meinem Wohnort und des guten Rufs des Fachbereichs Maschinenbau nahe, die Uni Siegen zu wählen“, erzählt der Alumnus. Im Wintersemester 2006/2007 nahm er dort sein Studium in Wirtschaftsingenieurwesen mit Fachrichtung Maschinenbau auf, zog kurze Zeit später von Herborn nach Siegen und ist nach wie vor sehr froh, diesen Schritt gewagt zu haben. „Bereits in den ersten Wochen meines neuen Studiums habe ich gemerkt, dass dies das Richtige ist.“

Promotion als Chance mit Reiz und Herausforderungen

„Nach meinem abgeschlossenen Studium packte mich der persönliche Ehrgeiz und ich entschied mich für eine Promotion.“ Für Andreas Martini beinhaltete die Weiterführung seiner wissenschaftlichen Laufbahn nicht nur einen gewissen Reiz, sondern auch die Möglichkeiten, sein Wissen breitgefächert zu erweitern und seine gewählte Vertiefungsrichtung in der Arbeitsgruppe „Logistik für Produktunternehmen“ zu fokussieren – ein Bereich, der ihn schon während seines Studiums besonders interessiert hatte. „Als Wissenschaftlicher Mitarbeiter betreue ich ca. ein dutzend Abschlussarbeiten pro Jahr, von denen di e Mehrzahl in Unternehmen geschrieben werden und praktisch relevante Problemstellungen behandeln.“, erklärt Martini. „So habe ich die Möglichkeit, über viele unterschiedliche Branchen, Produkte und Unternehmensgrößen hinaus Abläufe kennen zu lernen und Kontakte zu knüpfen.“ Dass seine Wahl auch für die Promotion auf die Uni Siegen fiel, hatte mehrere Gründe. Im Laufe seines Studiums war es dem Alumnus gelungen, ein breites Netzwerk aufzubauen und weitreichende Kontakte zu den Professoren zu knüpfen. „Der wichtigste Aspekt war allerdings das angenehme Arbeitsumfeld und die hervorragende Betreuung. Das gilt sowohl für das Studium als auch für die Promotion.“, fügt er hinzu.

Breitgefächerter Aufgabenbereich

Die Bereiche, in denen Andreas Martini tätig ist, sind ebenso vielfältig wie seine persönlichen Ziele und Interessen. So widmet er sich als wissenschaftlicher Mitarbeiter neben seinen Lehrveranstaltungen zum Thema „Operations Research“, also mathematischer Optimierungsverfahren, und einer Seminarreihe vor allem der Forschung. „Gemeinsam mit meiner Arbeitsgruppe beschäftige ich mich mit der Planung und Optimierung von Routenzugsystemen für die Materialversorgung der Intralogistik. Diese Idee ähnelt dem Bus-Prinzip - wie im öffentlichen Nahverkehr - im Vergleich zum Taxi-Prinzip als konventioneller Materialtransport mit Gabelstaplern. Die Optimierung von Routenzugsystemen ist auch das Thema, mit dem ich mich in meiner Promotion befasse“, beschreibt Martini seine Forschungstätigkeiten. „Ich mache in diesem Bereich Methodenentwicklung, das heißt ich möchte eine Methode zur Verfügung stellen, die es erlaubt, dem Anwender und Planer solcher Systeme Optimierungspotenziale und Stellgrößen für Verbesserungen aufzuzeigen.

Das Ganze wird modellbasiert in Excel umgesetzt, ist also nicht an ein spezielles Tool gebunden und somit später frei zugänglich.“ Dabei sei seine Forschung praxisorientiert und ein erster Baustein, um Anwender in der Praxis zu unterstützen. Doch Martini sitzt keineswegs den ganzen Tag im Büro, sondern stellt seine Ideen und Ergebnisse auf Konferenzen oder Seminaren vor und ist somit häufig unterwegs. „Mir ist es wichtig, dass die Arbeit des Departments und im Konkreten unserer Forschungsgruppe nach außen getragen wird.“ Hierbei ist ihm wichtig, die Möglichkeiten für Kooperationen mit regionalen Unternehmen auszuschöpfen. So berät Martini gemeinsam mit seiner Arbeitsgruppe die Unternehmen vor Ort in diversen Fragen rund um die Logistik und erarbeitet nach eingehender Analyse und Auswertung der Daten passende Lösungsvorschläge.

Öffentlichkeitsarbeit und Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses

Andreas Martinis Name ist fast jedem Fahrzeugbauer, Wirtschaftsingenieur oder Maschinenbauer ein Begriff und auch interessierte Schüler und Studierende erkennen sein Gesicht wieder. Besondere Gründe dafür sind sein weitreichendes Engagement als Academic Advisor und in der Öffentlichkeitsarbeit für das Department Maschinenbau. Haben Studierende Fragen zur ihrer Fächerwahl, brauchen Betreuung bei ihrer Abschlussarbeit oder bei der Organisation von Auslandsaufenthalten und Praktika, kommen sie in sein Büro. „Ich habe schon in meiner Studienzeit als Tutor gearbeitet, da ich auch selbst während meines Studiums dankbar war, Hilfe bei Entscheidungen erhalten zu können. Mir war immer wichtig, dass ich mich nicht von den Studenten abkapsele, sondern sie unterstütze, wo ich kann“, erklärt Martini seine Motivation. „Unser Studienmodell sieht vor, dass sich jeder Einzelne ganz individuell seine Vertiefungsrichtungen aus einem umfangreichen Katalog wählen kann. Für Studierende ist die Einschätzung der Inhalte und sinnvoller Kombinationsmöglichkeiten allerdings schwierig, weshalb eine fachliche Betreuung durchaus wichtig und hilfreich ist.“ Der große Vorteil umfangreicher Wahlmöglichkeiten sei jedoch, dass die Studierenden sehr flexibel seien und die Möglichkeiten hätten, sich zu spezialisieren und von den anderen abzusetzen.

Darüber hinaus hält Andreas Martini Vorträge in Schulen, um die Schüler für ein Studium am Department Maschinenbau in Siegen zu begeistern. „Dabei konzentriere ich mich auf die Leistungskurse im mathematisch-naturwissenschaftlichen und technischen Bereich, weil genau diese Schüler potenzielle Kandidaten sind, um hier zu studieren. Da ich selbst Wirtschaftsingenieurwesen studiert habe und auch am Department Maschinebau arbeite, kann ich den Interessenten die Herausforderungen und Chancen vermitteln und auch Risiken aufzeigen. Dabei ist nicht jeder für ein Studium im technischen Bereich geeignet. Man merkt relativ schnell, wer fachlich schon Erfahrung hat und ein gewisses Verständnis für Mathematik und Technik mitbringt. Auch Eigenständigkeit und Durchhaltevermögen sind wichtig.“ Den wissenschaftlichen Nachwuchs für ein Studium an der Uni Siegen zu begeistern ist wichtig und maßgeblich für die Zukunft des Departments. Somit kommen häufiger Schulen für einen ganzen Tag auf den Campus, um Einblicke in die Labore zu erhalten und die Möglichkeiten hautnah kennenzulernen – Maschinenbau zum Anfassen!

„Der wissenschaftliche Nachwuchs ist sowohl für die Forschung, als auch für die Industrie von großer Bedeutung. Man kann sich in der Forschung nur weiterentwickeln, wenn es Nachwuchs gibt, der auf den gesetzten Bausteinen weiter aufbaut“, betont Andreas Martini. „Forschung ist vergleichbar mit einem Puzzle. Jeder einzelne arbeitet an einem Puzzlestück, das für sich alleine betrachtet lediglich ein Detail darstellt. Durch den Zusammenschluss der Puzzlestücke ergibt sich schließlich das übergeordnete Bild. Die Forschung geht dabei mit der Industrie Hand in Hand, zum Beispiel werden Theorien und technische Entwicklungen in der Praxis getestet und die Ergebnisse wiederum für weiterführende Forschungsarbeiten zur Verfügung gestellt.“

Industrieluft schnuppern

Nach der Fertigstellung seiner Dissertation möchte Martini auf jeden Fall Industrieluft schnuppern. Bereits während seines Studiums jobbte er in ganz unterschiedlichen Branchen und Firmen. Von der Montage von Chemieanlagen über die Tätigkeit in einer Keramikbrennerei bis hin zum Schaltschrankbau bei Rittal war alles dabei. Mittlerweile weiß er schon ziemlich genau, in was für einem Unternehmen er in Zukunft fest arbeiten möchte.

„Während meines Studiums und aus meiner aktuellen Tätigkeit heraus habe ich zahlreiche Unternehmen kennengelernt und konnte wichtige Kontakte knüpfen. Für mich käme am ehesten ein inhabergeführtes Unternehmen mit einer gewissen Größe infrage, wo häufig technisches Know-how mit kurzen Entscheidungswegen kombinierbar ist, und trotzdem gute Aufstiegschancen bestehen. Das Produkt ist dabei eher zweitrangig, da ich als Logistiker von diesem unabhängig wäre“, beschreibt er sein Traumunternehmen. Für ihn wäre es besonders reizvoll, wenn er das ganze Wissen aus verschiedenen Bereichen, das er im Laufe seiner wissenschaftlichen Karriere aufsaugen konnte, in der Praxis anwenden und sich selbst verwirklichen könnte. „Natürlich ist die Logistikleitung mein Ziel – das wäre ideal!“

Das Porträt basiert auf einem Interview mit Andreas Martini und wurde von Franziska Elsner, Alumni-Team der Universität Siegen, verfasst