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Niels Mitschke

Niels Mitschke

Niels Mitschke, geb. 1968, absolvierte bei Springer eine Ausbildung zum Verlagskaufmann und arbeitete anschließend im kaufmännischen Bereich beim "Jounal für die Frau" und anderen Zeitschriften, bevor er sich 1993 für den damals noch recht neuen Studiengang "Medien-Planung, -Entwicklung und -Beratung" in Siegen bewarb und sich einen der 40 zur Verfügung stehenden Studienplätze ergattern konnte. Nach dem Studium, das er im Rückblick recht differenziert bewertet, zog es ihn zurück nach Hamburg, wo er zunächst den damaligen Internetboom miterlebte und in einer Internetagentur arbeitete und danach als Unternehmensberater arbeitete. Nachfolgend wirkte er im Business Development eines Designbüros und arbeitet nun im Ausland für eine Firma, die Unternehmensgründungen im Hochtechnologiebreich fördert, berät und finanziert.

Zum Studium in Siegen

Warum haben Sie sich für diesen Studiengang/ diese Studienfächer entschieden?

Damals schien es eine gute universitäre Weiterbildung zu meiner kaufmännischen Ausbildung als Verlagskaufmann.

Wie lautet Ihr Urteil über die Effizienz des Studiums im Hinblick auf Ihren heutigen Beruf?

Diese Frage ist sehr differenziert zu beantworten: wenn es um die reine Effizienz geht, kann ich von dem Studium nur abraten. Fachwissen habe ich in einer kurzen Lehre erworben, da kam die Uni nicht ansatzweise heran. Allerdings hat mir das Studium sehr viel Wissen in Hinblick auf konzeptionelles Denken vermittelt. Die Uni ist viel zu sehr mit sich und mit ihren Themen beschäftigt. Eine Welt in der Welt sozusagen.

...und wie lautet Ihr persönlicher Kommentar zur Universität Siegen insgesamt?

Klein kann fein sein, kann aber auch nerven. Denkbar ungeeignete Stadt für Leute, die erste Erfahrungen in den "Medien" machen wollen (siehe Studiengang). Schöne Natur, nette Studenten, für eine begrenzte Zeit durchaus erfüllend.

Wie haben Sie Siegen als Studienstadt empfunden?

Provinziell, aber guter Zusammenhalt unter den Studenten. Theoretisch kann man sich gut auf das Studieren konzentrieren.

Zur Berufswahl bzw. beruflichen Entwicklung

Gab es Unsicherheiten bei der Berufswahl oder eine Phase der Orientierungslosigkeit? Wie haben Sie sie überwunden?

Gab es, gibt es und ist noch nicht wirklich immer überwunden, wobei ich in dem Umfeld von Unternehmensgründungen viel Dynamik, interessante Menschen und wichtige Aufgaben sehe.

Haben Sie eine bestimmte berufliche Tätigkeit von vornherein gezielt angestrebt? Oder wechselten die Wünsche?

Ehrlich gesagt wollte ich effizient Geld verdienen, das hat gerade am Anfang gut funktioniert (Internetboom), Mittlerweile haben sich meine Vorstellungen gewandelt. Ein gutes Klima in der Firma und eine Firma, auf deren Leistungen man etwas stolz sein kann, sind mir wichtiger. Allerdings liegt irgendetwas immer im Argen. Das Studium selbst bietet wenig Möglichkeiten, echte Praxis kennen zulernen, da ist jeder auf Eigeninitiative angewiesen. Also das Übliche: viel Praktika machen und schnell versuchen in der Praxis zu arbeiten.

Wie sah (oder sieht) Ihr Weg zur Erreichung Ihres Wunschjobs aus?

- Eigeninitiativen? Praktika? Kontakte? Direkt- oder Quereinstieg?

Abwarten, die richtigen Leute kennen lernen, Kontakte im Netzwerk pflegen. In meinem Bereich gibt es immer viele spannende Aufgaben zu lösen.

- Zufälle, Situationen, Begegnungen mit bestimmten Personen, die Ihren beruflichen Werdegang besonders geprägt haben?

Claudia Duwe, Marc Zolnai, Hans, Josef, die Radsportposse in HH und meine wohlwollenden Freunde allerlei Geschlechts in und um Deutschland. Sonst hat mich Herr Leschke geprägt, Herr Heinze (der jetzt in Australien lebt) und einige Dozenten hätten sich lieber einen Job auf der Kirmes gesucht, wenn ich das hier so unverschämt sagen darf... Gemocht habe ich aber alle sehr gerne!

…sonstige markante (Erkenntnis-?)Punkte Ihres beruflichen Werdegangs?

Bundeswehr, Ausbildung zum Verlagskaufmann, Journal für die Frau Marketing, eine Internetagentur, zwei Beraterjobs, eine kleine edle Designschmiede und nun ein tolles Gründungszentrum im Hochtechnologiebereich im wunderschönen Tirol!

Aktuelle berufliche Tätigkeit

Welches ist Ihre berufliche Tätigkeit heute?

Ich arbeite in einer Firma, die Gründungen im Hochtechnologiebereich berät, fördert und finanziert. Es ist ein klassischer Unternehmensberaterjob mit viel Business Development und Technologie-Screening.

  • Schnittstelle Forschung
  • Potentialscouting von Neugründungen
  • Fachliche Beratung und Coaching von Gründerteams
  • Pflege der Gründungs- und Forschungsnetzwerke nach Deutschland
  • Business Development, Verkauf und Vertrieb von erklärungsbedürftigen Produkten und Dienstleistungen etc.

Was schätzen Sie an Ihrer Tätigkeit?

Ein gutes internationales Team, kurze Wege, sehr anspruchsvolle Projekte (zum Teil) und eine Aufgabe, die ich auch für sozial wichtig halte. Schließlich sind es die neuen innovativen Firmen, die neue Arbeitsplätze schaffen.

Welche persönlichen Tendenzen empfinden Sie über Ihre momentane Jobsituation? Welche weiteren Pläne haben Sie?

Es gibt immer viel zu Lernen und neue Erfahrungen zu machen. Nachhaltige Ideen zu erkennen und früh zu fördern ist die große Kunst!

Inwiefern hat sich Ihr Leben durch den Übergang von Studium zu Berufsleben verändert? Gibt es Grund, der "schönen, alten Studienzeit" nachzutrauern?

Ja! Es gibt wohl nie wieder die Möglichkeit im Leben sich "zweckfrei und professionell" mit anspruchsvollen Themen zu beschäftigen. Das höchste Gut an dem sich alles messen lässt - im Berufsleben - ist das Geld, das man für seine Firma verdient. Der ROI! Im Studium sieht das anders aus und ich hoffe, dass es so bleiben kann und sich nicht, in einer allgemeinen Effizienzhysterie, alles dem "Kerngeschäft der Uni" unterordnen muss. Wissenschaft sollte so weit wie möglich "frei" bleiben sollte aber ab und zu den Elfenbeinturm verlassen!

Welchen Rat würden Sie zukünftigen Absolventen mit auf den Weg geben?

Guck nicht nur oberflächlich, welchen Job Du willst, sondern lerne Dich ehrlich als Mensch mit Fehlern und Bedürfnissen kennen und versuche Dein Leben darauf auszurichten. Natürlich wollen Eltern ein erfolgreiches Kind, aber denke vor allem daran, was Du willst, welche echten Talente Du hast und finde einen für Dich richtigen individuellen Weg, diese zu erreichen. Das hat sehr viel mit Ausprobieren und Verwerfen zu tun - und das ist okay so! Und: Einfach ist nichts aber wahres Können bedarf keiner Anstrengung! …aber soweit kommt man eh fast nie!

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