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Nicolai Nobis

Zwischen Teamarbeit und Rampensau – Das Leben in der Medienlandschaft

29 Jahre jung und schon eine ganze Menge erreicht. Der Siegener ehemalige Student der Medienwissenschaft Nicolai Nobis kann mittlerweile von sich selbst behaupten für so einige Fernsehproduktionen verantwortlich zu sein. Das ist aber auch kein Wunder, denn schließlich steuert der junge Mann bereits seit seinem 17 Lebensjahr zielstrebig darauf hin. „Wenn es nicht die Medien geworden wären, hätte ich vermutlich theoretische Mathematik studiert. Aber seit dem Abi, als mein Interesse am Fernsehen so richtig geweckt wurde, gab es eigentlich keinen Plan B mehr“, sagt er, studierte an der Uni Siegen zunächst bis 2010 den B.A. Studiengang Medienwissenschaft und im Anschluss den Masterstudiengang Medienkultur und wirkt damit durchaus zufrieden.

Dennoch war der Weg zu seinem jetzigen Arbeitsplatz weit.
Nach dem Abitur war da erst einmal Zivildienst angesagt. „Für mich war es wichtig, auch erst einmal richtig zu arbeiten. Das gehörte halt einfach dazu“. Und auch danach ging es noch nicht so richtig los. Der erste Anlauf in Siegen scheiterte am NC und so beschloss Nicolai Nobis, Praxiserfahrung zu sammeln. Einige Praktika und in den Pausen Arbeit auf der Baustelle, so verbrachte der Alumni das Wartejahr, bis er sich endlich erneut bewerben konnte. Neben Siegen standen noch zwei andere Städte auf der Bewerbungsliste, doch eigentlich war ihm schon vorher klar, dass Siegen sein Ziel werden sollte.
„Nachdem ich mich dann noch ein Jahr länger damit beschäftigt hatte, war mir eigentlich klar, dass das Programm in Siegen das Vielversprechendste war.“ Und auch die Homepage der Universität Siegen überzeugte den damals angehenden Studenten, zumindest mehr als die der anderen Universitäten. „Wer keine übersichtliche Homepage hat, dem kann ich auch keinen vernünftigen Medienstudiengang zutrauen“.

„Die Uni hat mich vor allem Erwachsen gemacht“

Und hier begann dann seine Ausbildung zum Medienschaffenden. „Die Uni hat mich vor allem Erwachsen gemacht und mir eine Basis geschaffen. Ich konnte Kontakte knüpfen, mich in Teamarbeit üben und habe einen praktischen und theoretischen Überblick gewonnen. Ich bin gerne ein Allrounder. Meiner Meinung nach muss ich, wenn ich in einer höheren Position bin, immer über die anderen Positionen, zumindest grundlegend, Bescheid wissen“. Das hat die Uni Siegen geschafft. Lediglich die Arbeit mit Datenbanken sei in der Medienwissenschaft zu kurz gekommen. Dabei sei besonders die Arbeit mit Excel in der Arbeitswelt zwingend notwendig. „Nur ein paar Sätze bei Word eintippen und einen schlechten Hintergrund bei PowerPoint erstellen, reicht da einfach nicht aus“.
Bevor er schließlich sein Studium mit der Master-Arbeit beendete, wollte Nicolai Nobis unbedingt noch einmal ins Ausland. Ein Semester in San Francisco gab ihm die Möglichkeit, neue Erfahrungen zu sammeln und seinem Englisch den letzten Schliff zu verpassen. „Entgegen dem, was ich eigentlich angegeben hatte, habe ich in San Francisco Schauspielkurse an der Uni belegt. Eigentlich hatte ich mich für 'Communications' beworben, aber wenn ich die Wahl habe zwischen 'in einer Vorlesung sitzen' und 'selber aktiv werden', entscheide ich mich lieber für das letzte“

„Man muss auch wissen, wann man anderen das Feld überlassen sollte“

Zurück in Siegen ging es dann direkt mit der Master-Arbeit weiter. Noch nebenher übernahm Nicolai Nobis auch die Gesamtleitung über den Goldenen Monaco, bei dem er schon mehrere Jahre mitgearbeitet hatte.
Und schon damals war ihm klar, dass es nicht immer darauf ankommt, dass man selber glänzt. Er selbst hat nie Filme eingereicht, sondern war froh darüber, anderen einen guten Start zu geben und ihnen zu zeigen, wie gut sie sind. Eine Einstellung, die Nicolai Nobis bis heute beibehalten hat.

Denn auch im Arbeitsleben geht es nicht immer darum, den Ellbogen auszufahren. „Klar muss man selbstbewusst sein und auch mal Rampensau sein, aber man muss eben auch im Team arbeiten und wissen, wann man anderen das Feld überlassen sollte.“ Mit dieser Philosophie fährt Nicolai Nobis auch im Arbeitsalltag gut. Er bewarb sich nach dem Studium bei der DaVinci Media GmbH, einem Wissenssender, der nahezu weltweit zu empfangen ist, um einen Praktikumsplatz im Bereich Sendeplanung. Dazu gehörten, neben der Planung der Werbepausen, auch die Arbeit mit Datenbanken. Hier konnte er überzeugen, so dass er auch nach Ablauf des Praktikumsplatzes weiter bei DaVinci arbeiten konnte. Er arbeitete im Bereich Programm-Management und kümmert sich heute um die redaktionelle, sowie technische Weiterentwicklung der Apps.

Die enge Zusammenarbeit mit dem Management führt dazu, dass man ihm die Chance zum Original Programming bot. Eine Chance, die zu ersten Eigenproduktionen führte und dazu, dass heute fast alle Produktionen über ihn laufen. „Das heißt ich bin Producer, Projektmanager und mehr oder weniger auch Senderedakteur für alle Eigen- und Auftragsproduktionen. Und das ist auch eigentlich das Besondere an der Da Vinci Media GmbH. Wir sind nur ungefähr dreißig Leute und man kennt sich und wenn ich wollte, könnte ich in jeden Bereich hineinschauen und an Projekten mitarbeiten. Der einzige Bereich, wo ich sage: Macht ist das mal lieber, ist tatsächlich die Buchhaltung“. Das bedeutet aber auch, dass er täglich zwischen verschiedenen Jobs und Aufgaben jonglieren muss. Eine verantwortungsvolle und aufregende Aufgabe, die zwar viel Stress mit sich bringt, mit der Nicolai Nobis aber, zumindest im Moment, an seinem Ziel angekommen ist. „Tatsächlich habe ich vor kurzem noch gedacht, dass ich momentan eigentlich das erreicht habe, was ich mir vor zehn Jahren als Ziel gesetzt habe. Natürlich habe ich hier noch einiges vor, zum Beispiel, dass wir unseren Content im größeren Maße selber produzieren, aber ich habe schon das Gefühl, in einer Firma angekommen sein, in der ich die nächsten Jahre bleiben und zufrieden sein kann“. Trotzdem wird Nicolai Nobis sich nicht einfach auf dem, was er erreicht hat, ausruhen. „Man ist nie wirklich fertig. Es gibt immer noch einige kleine und auch große Schrauben, an denen man noch drehen kann“.
Und was muss man mitbringen, wenn man in der Fernsehlandschaft erfolgreich sein will? „Auf jeden Fall Geduld, Hartnäckigkeit und Durchsetzungsvermögen, aber das muss nicht unbedingt mit Ellbogeneinsatz funktionieren. Man sollte immer jede Chance ergreifen, die sich einem bietet, aber man sollte genauso viel auch wieder zurückgeben!“

Das Porträt basiert auf einem Interview mit Nicolai Nobis und wurde von Valeria Hermanns verfasst.