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Tatjana Otto

Durch gute Planung und kompetente Leitung zum fertigen Produkt – die zahlreichen Facetten einer Produktionsingenieurin

Die Schritte, die Tatjana Otto gegangen ist, haben ihr mehr und mehr gezeigt, wofür ihr Herz schlägt. Nach dem Abitur schrieb sie sich 2007 für den dualen Studiengang Maschinenbau ein und lernte dank der Firmenkooperation mit Kabelschlepp die Strukturen eines mittelständigen Unternehmens kennen. Um nach dem Bachelor-Studium noch mehr Möglichkeiten eines Maschinenbauingenieurs kennenzulernen, hing sie 2010 den Master dran und merkte vor allem während ihres Traineeprogramms bei CLAAS, dass sie nicht nur die Konstruktion, sondern auch die Produktionstechnik reizte. Heute arbeitet sie als Produktionsingenieurin bei dem bekannten Hersteller für Landmaschinen und vereint Produktionstechnik mit Konstruktion und Projektarbeit.

Leidenschaft Maschinenbau

Sicher ist: Sehr viele sind heilfroh, wenn sie den Matheunterricht am Gymnasium hinter sich lassen und in eine ganz andere Richtung durchstarten können. Für Tatjana Otto jedoch fing ihre Leidenschaft für die Naturwissenschaften während des Studiums erst so richtig an. Ganz besonders reizte sie der Studiengang Maschinenbau durch die Möglichkeit, ihre Interessen an Mathematik und den Naturwissenschaften zu verbinden und darüber hinaus kreativ tätig sein zu können. 2007 schrieb sie sich für den dualen Maschinenbau Studiengang ein und ist nach wie vor froh, sich für eine Kooperation mit der Firma Kabelschlepp entschieden zu haben. „Durch den dualen Studiengang konnte ich die Theorie, die ich im Hörsaal vermittelt bekam, direkt in der Praxis umsetzen und nachvollziehen.“, erzählt die gebürtige Hilchenbacherin. So konnte sie bereits während des Studiums die unterschiedlichen Abteilungen des Mittelständlers kennenlernen und eigenständig Konstruktionsarbeiten für Kunden umsetzen. Auch in der Entwicklung und Projektierung war sie tätig. „Ich gewann einen Eindruck davon, wie ein Mittelständler „tickt“ und wie die Schnittstellen zwischen den einzelnen Abteilungen aussehen.“

Das Wissen erweitern

Als Tatjana Otto den Bachelor-Abschluss in der Tasche hatte, wollte sie ihr Wissen und ihre Erfahrungen erweitern und auf eine breitere Basis stellen. „Ich wollte mein erlangtes Wissen vertiefen und durch das Kennenlernen weiterer Fachbereiche ausbauen. Gleichzeitig wollte ich mir die Möglichkeit einer späteren Promotion offen halten“, erklärt die Alumna. „Da Kabelschlepp mich zu diesem Zeitpunkt direkt nach dem Bachelor-Studium als Konstrukteurin brauchte, ich aber mehr Eindrücke und Erfahrungen sammeln wollte, entschied ich mich schweren Herzens die Kooperation mit Kabelschlepp zu beenden und den Master „auf eigene Faust“ zu versuchen. Der Bachelor war mir nicht genug.“ Sie nahm ihren Plan direkt fest in die Hand und entschied sich im Jahr 2010 für einen Master ohne Firmenkooperation. Während sie im Rahmen ihrer Stelle als studentische Hilfskraft Einblicke in die universitären Abläufe erhielt, schnupperte Sie bei der BMW AG Kornzernluft. So sammelte sie bei BMW tiefgehende Erfahrungen in Produktionstechnik und Projektmanagement. Ein halbes Jahr lang unterstützte sie die Projektleitung beim Aufbau der neuen Kunststofflackiererei in Leipzig und baute so die Produktionsstraßen für die neuen Elektrofahrzeuge i3 und i8 mit auf. „Ich hatte auf diese Weise die Möglichkeit, im Projektgeschäft mitzuarbeiten, die Entwicklungsschritte und den Aufbau der Produktionsstraße von den Fundamenten bis zu ersten Tests zu begleiten. Diese Erfahrungen waren sicherlich der ausschlaggebende Punkt, an dem ich meine zweite Liebe für Produktionstechnik und Projektarbeit entdeckte habe.“ <\br> Für Sie trat das produktionsnahe und projektorientierte Arbeiten zunehmend in den Vordergrund, wobei das Interesse an der Konstruktion nie verloren ging. Ihre Masterarbeit schrieb Tatjana Otto in der Abteilung bei BMW, in der sie ihr Praktikum absolviert hatte. Thematisch beschäftigte sie sich allerdings nicht mit der Projektierung, sondern widmete sich dem Lean Management. Ein zunächst in Japan entwickeltes ganzheitliches Konzept zur Wertschöpfungssteigerung. Dazu gehört beispielsweise die Verschlankung von Produktionsprozessen, um diese zu optimieren und effizienter zu machen. „Ich entwickelte ein Tool für die Fertigungsplanung, um dort die im Lean Management genutzten Methoden leichter anwenden zu können.“, erklärt Tatjana Otto kurz das Thema ihrer Masterarbeit.

Direkteinstieg oder Traineeprogramm

Nach ihrem Masterabschluss war sie schnell an der Frage angelangt: Direkteinstieg, Traineeprogramm, oder doch Promotion? Sie war zwiegespalten, da ihr Herz neben der Konstruktion, mittlerweile auch für die Produktionstechnik schlug. „Ich entschied mich für ein Traineeprogramm. Durch meine vielseitigen Interessen konnte ich so individuell meinen Weg durch das Unternehmen gehen und ein Netzwerk im Unternehmen aufbauen.“ Dies tat sie als International Trainee bei der Firma CLAAS, die Mähdrescher und Traktoren herstellt. „Noch während meiner Masterarbeit bin ich nach Köln zum Absolventenkongress gefahren, um mir dort mögliche Unternehmen anzuschauen. Durch Landwirtschaft in der Familie (Großvater, Onkel), kannte ich CLAAS als Hersteller für Landmaschinen und so fand in Köln die erste Kontaktaufnahme statt. Anschließend habe ich mich dann online für ein Traineeprogramm beworben.“

Rückblickend wird ihr bewusst, dass ihre seit dem Abitur durchlaufen Stationen maßgeblichen Einfluss auf ihren heutigen Beruf gehabt haben. Vor allem als Trainee war sie primär in der Produktion tätig. Eine Zeit, die sie zu ihrem aktuellen Tätigkeitsfeld geführt hat. Heute ist sie Produktionsingenieurin bei CLAAS und übernimmt dort ein dreigeteiltes Aufgabenfeld. Sie leitet Planungsprozesse und Technologieprojekte, die das Oberflächenzentrum der Firma betreffen und kombiniert außerdem Konstruktion mit dem Projektalltag. „Ich übernehme mit meinen Kollegen auch die Beratung der technischen Entwicklung. Teile, die in der Lackieranlage beschichtet werden, müssen tauch- und beschichtungsgerecht gestaltet sein, da sie u.a. durch große Tauchbecken fahren. Die Teile dürfen dann nicht aufschwimmen und die Flüssigkeiten müssen ablaufen können.“ Dies werde schon während des Entwicklungsprozesses genau beachtet und so sei es wichtig, die Kollegen in den jeweiligen Abteilungen genau zu beraten und auf Besonderheiten hinzuweisen. Zudem ist Tatjana Otto stark in das Alltagsgeschäft der Produktion eingebunden, wo es unter anderem um Produktionsplanung und die Arbeitsplanung für Arbeitsplätze in der Produktion geht.

Einen typischen Arbeitstag hat sie bei der Bandbreite an Einsatzgebieten nicht und das ist es, was ihren Job so abwechslungsreich und spannend macht. „Die Produktion ist durch das Tagesgeschäft geprägt. Gibt es eine Störung in der Anlage, kippen alle Planungen innerhalb von Minuten um 180 Grad.“

Internationaler Austausch und Kontrastprogramm

Fließend Englisch zu sprechen ist in einem großen Konzern wie CLAAS sehr wichtig. Das merkte Tatjana Otto nicht nur bei Ihrer Auslandstätigkeit im ungarischen CLAAS-Werk. „Wir haben Werke z.B. in Ungarn, Russland, Frankreich oder auch China und sind in der Lackiertechnik sehr gut vernetzt. Da kann es passieren, dass das Telefon klingelt und sich ein Kollege aus einem internationalen Schwesternwerk meldet. Da ist dann natürlich Englisch unabdingbar.“ Auch auf den jährlichen Treffen zum Austausch über Projekte ist Englisch die erste Sprache.<\br> Tatjana Otto liebt ihren Beruf, genießt jedoch auch die Auszeiten, die sie sich selbst nimmt. Vor allem schafft für sie das Reisen einen guten Ausgleich. Seit vielen Jahren zählt auch Karate zu ihren großen Leidenschaften und für sie darf in keinem Winter das gemeinsame Skifahren mit der Familie fehlen. „Das ist ein gutes Kontrastprogramm zu meinem Job.“

Dieses Porträt basiert auf einem Interview mit Tatjana Otto und wurde von Franziska Elsner verfasst.