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Juan Carlos Perea Arellano

Juan Carlos Perea Arellano

Juan Carlos Perea Arellano ist gebürtiger Mexikaner, heute lebt und arbeitet er in seinem Heimatland als externer Berater des Hauptwirtschaftsprüfers der Regierung des Bundesstaates Quintana Roo. Während seiner Studienzeit machte er einen Zwischenstopp an der Siegener Universität für sechs Jahre. Er studierte in Siegen Wirtschaftsmathematik und schloss sein Studium mit Diplom ab. Nach seinem Studium an der Siegener Universität kehrte er in sein Heimatland mit neuen spannenden und interessanten Erfahrungen und Eindrücken zurück.
Durch das Studium konnte er sein berufliches Ziel noch klarer definieren. Auch der Erwerb der deutschen Sprache kommt ihm heute zugute.
Mit einer spannenden beruflichen Entwicklung in unterschiedlichen Ländern, ist er heute in seinem Heimatland beruflich unterwegs und denkt mit Freude an seine Studienzeit an der Siegener Universität zurück.

Ihr Weg vom Ausland nach Siegen

Warum haben Sie sich für ein Auslandsstudium entschieden?

Mir war schon immer klar, wie wichtig ein Auslandsstudium oder zumindest ein Austauschjahr für mich persönlich als auch für meine zukünftige berufliche Entwickung ist.

Wie kamen Sie nach Siegen?

Ich kam "auf eigene Faust" nach Siegen. Keine Institution half oder unterstützte mich finanziell. Ich hatte nur die Unterstützung meiner Eltern und deutscher Freunde, die für mich zu meiner zweiten Familie geworden sind.

Wie führte Ihr Weg nach Siegen?

Da ich bereits die 12. Klasse am EV Gymnasium in Siegen-Weidenau absolvierte, erkundigte ich mich schon damals welche Optionen mir die Universität Siegen bieten könnte. Dort fand ich zum Glück heraus, dass die Universität für mein akademisches Interessengebiet (Wirtschaftsmathematik) die beste Universität deutschlandweit war.

Haben Sie mit einem Auslandsstudium ein bestimmtes Ziel verfolgt?

Ja, eine bessere Ausbildung zu bekommen und gleichzeitig neue, interessante, interkulturelle Erfahrungen für mein Leben zu sammeln.

Ihre Zeit in Siegen

Wie beurteilen Sie die Universität Siegen (Atmosphäre, Angebote etc.) in Hinblick auf Ihre Ausbildung aus Ihrer persönlichen Sicht als Mexikaner im Vergleich zu Ihrem Studium in Mexiko?

Ich finde die Atmosphäre und die Ausbildung an der Universität Siegen super, sonst hätte ich nicht so lange dort bleiben können!!

Wie haben Sie Siegen als Studienstadt empfunden?

Na ja, wenn man aus einer der größten Städte der Welt kommt, in der so eine kulturelle Vielfältigkeit vorhanden ist, ist so eine Frage schwer objektiv zu beantworten. Trotzdem muss ich ehrlich sagen, dass ich immer den richtigen Ausgleich in Siegen gefunden habe.

Hat Ihnen während Ihrer Zeit in Siegen etwas gefehlt bzw. was würden Sie kritisieren?

Gar nichts ...

Gibt es für Sie ein besonders schönes Erlebnis während Ihres Auslandstudiums in Siegen?

Eins??? Viele, aber am wichtigsten ist, denke ich, dass ich in Siegen wahre Freunde fürs Leben gefunden habe!

Inwiefern haben sich Ihre Perspektiven während des Studiums und auch danach geändert?

Bei mir hat sich nichts geändert, da ich schon vor meinem Studium ganz genau wusste, was ich aus meinem Leben machen wollte.

Durch Ihr Auslandsstudium haben Sie verschiedene Kulturen und gesellschaftspolitische Systeme kennen gelernt. Wie beurteilen Sie diese Erfahrung im Zeitalter der Globalisierung im Hinblick auf Ihren heutigen Beruf?

Ich denke schon, dass eine Ausbildung im Ausland viel zur Globalisierung beisteuern kann. Wobei auch immer wichtig ist, sich in bestimmte Lagen zu versetzen. In meinem Fall muss ich nur an mein Land denken und versuchen, die gesammelten Erfahrungen und Kenntnisse an die Verhältnisse in meinem Land anzupassen. Mein Ziel ist es sozusagen, nur maßgeschneiderte Lösungen zu liefern!

Wie würden Sie rückblickend Ihre Zeit in Siegen beschreiben?

Eine unbeschreiblich schöne, multikulturelle, lehrreiche und positive Zeit.

Ihr Weg nach dem Studium zurück ins Ausland, bzw. in Ihr Heimatland

Sie sind nach Ihrem Auslandsstudium in Siegen zurück nach Mexiko gegangen, stand das für Sie von Anfang an fest- oder war es ein spontaner Entschluss?

Kann man in diesem Leben feste Entschlüsse treffen? Um dies zu tun, braucht man immer 100%-ige Sicherheit und dies ist rein mathematisch unmöglich!!!
Ich bin im Jahr 1998 nach Deutschland geflogen, um mit meinem Studiengang anzufangen, dies, nachdem ich die Deutsche Schule Alexander von Humboldt, Mexiko-Stadt, absolvierte und ein Jahr lang die beste private Universität hier, Instituto Tecnológico Autónomo de México, Mexiko-Stadt, besucht habe.
Mein ursprünglicher Plan war am Anfang alles schnell in Siegen durchzuziehen und dann zurück nach Mexiko zurück zu fliegen. Aber, es war ja nur ein Plan und nichts Festgelegtes und so habe ich mir die Gelegenheit als Manager am Zürich Airport (nach meinem Vordiplom in Wirtschaftsmathematik, BSc in Mathematics and Economics) zu arbeiten, nicht entgehen lassen. Diese Chance habe ich natürlich aus Globalisierungs- und Auslandserfahrungsgründen genutzt, die mir eine weitere Perspektive des Lebens zeigen sollte. Dazu noch – das gebe ich auch zu –, wollte ich gerne die Referenz "Manager in der Schweiz" in meinem CV haben.
Im Jahr 2002, nachdem ich die Schweiz verlassen und ich eine Weile in Mexiko verbracht hatte, kam ich wieder nach Siegen zurück um weiter zu studieren. Dazwischen, bekam ich zufälligerweiser die Möglichkeit - mitten im Hauptstudium - für die Universität zu arbeiten ... als Dozent. Das Angebot war mehr als verlockend für mich, da ich den Studierenden nicht nur meine Sprache, sondern auch Kultur und Wissen vermitteln sollte.
Im Jahr 2004, bevor ich mein Diplom in Wirtschaftsmathematik (MSc in Mathematics and Economics) absolvierte, bekam ich Interesse – natürlich zu 90% aufgrund meiner Freundin – länger in Deutschland zu bleiben (Ob für immer? Das war noch fraglich!).
Ich habe bereits während meines Studiums und im darauf folgenden Jahr – als ich noch als Dozent der Universität gearbeitet habe – mehrere Versuche gestartet, eine Stelle in Frankfurt, der Finanzmetropole Europas, zu bekommen. Zuerst bei allen Banken, danach bei allen Finanzstellen und am Ende, bei allen Firmen die mir interessant erschienen. Leider habe ich überwiegend Absagen bekommen, und die, die sich für mich interessiert haben, wollten sich leider nicht für mich die Mühe machen, ein Arbeitsvisum zu beantragen.

Sie haben durch Ihr Auslandsstudium eine völlig neue Kultur kennen gelernt, hat das Sie als Mensch verändert.

Das Auslandsstudium hat neben dem Besuch der Deutschen Schule in Mexiko-Stadt sowie einem Studienaufenthalt in Kanada einen entscheidenden Beitrag zu meiner Sicht zu (gesellschafts-)politischen und kulturellen Fragen geleistet. Nur durch den Blick über die eigenen Landesgrenzen hinaus lernt man die Werte und Denkweisen eines Landes in Frage zu stellen, zu relativieren und man wird zwangsläufig mit „anderen Wahrheiten“ konfrontiert.

Ist es Ihnen nach der Rückkehr schwer gefallen sich wieder zu integrieren?

Sehr, die Reintegration ist mir sehr schwer gefallen. Schwer vor allem, weil ich der Meinung bin, dass man bei jedem langen Auslandsaufenthalt mehr Wissen und Lebenserfahrung erlangt.

Sind Sie durch das Auslandsstudium Ihrem beruflichen Ziel/Wunsch näher gekommen?

Mein Auslandsstudium hat mir selbstverständlich schon ein wenig geholfen, um hier eine bessere Start-Position zu haben, was aber nicht heißt, dass ich meinem beruflichen Ziel/Wunsch näher gekommen bin. Um dorthin zu kommen, müsste ich hier die vorhandene Armut und Ungerechtigkeit erlöschen.

Ihre aktuelle berufliche Tätigkeit im Ausland

Welches ist Ihre berufliche Tätigkeit heute?

Externer Berater des Hauptwirtschaftsprüfers der Regierung des Bundesstaates Quintana Roo, Mexiko.
Unterstützung des Hauptwirtschaftsprüfers des Bundeslandes Quintana Roo in administrativen, wirtschaftlichen und finanziellen Angelegenheiten, um die öffentlichen Ressourcen des Staates professionell, unparteiisch und angemessen zu prüfen bzw. zu kontrollieren. Diese Aufgabe impliziert auch die Festlegung der Grundlagen und Bestimmungen für die Organisation, Verfahren und Arbeitsweisen der Behörden des Staates und der Gemeinden sowie aller anderen prüfbaren Körperschaften, die Wirtschaftssubjekte einer Revision sind.

Was schätzen Sie an Ihrer Tätigkeit?

Als ein 31-jähriger Mexikaner, der vollkommen patriotisch – aber nicht nationalistisch – ist, kann ich sagen, dass es seit jeher meine Hauptherausforderung ist, aus meinem Vaterland ein besseres Stück auf Erden zu machen, insbesondere für die Mehrheit der Mexikaner.
Mit dieser Einstellung – die nicht politisch ist, sondern die ich eher als Lebensphilosophie sehe –, stehe ich jeden Tag auf und versuche es dann immer wieder in die Tat umzusetzen – mit Hilfe der oben genannten Gerechtigkeit, Gleichberechtigung, Loyalität und Honorabilität – und dies dann auch weiter an meine Mitmenschen zu geben, weil wir nur so, ein besseres Mexiko schaffen werden.

Würden Sie ein Auslandsstudium weiterempfehlen? Wenn ja Warum?

Selbstverständlich, so eine Erfahrung sollte jeder machen, schon allein aus dem Grund, weil man lernt, toleranter mit seinen Mitmenschen zu sein.

Herr Perea Arellano, vielen Dank für das Gespräch.