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Spread the Nerd

„Am herausforderndsten war es, mich tatsächlich zu trauen.“
Spread the Nerd
Gründerin: Johanna Barnbeck
Studium an der Uni Siegen: Literary, Cultural and Media Studies

Johanna Barnbeck, Gründerin von "Spread the Nerd", macht Forschung erfahrbar. Ihre 2019 gegründete Agentur für Wissenschaftskommunikation ist als Netzwerk organisiert. Rund 10 Mitarbeiter an den Standorten Berlin und Amsterdam arbeiten projektbezogen in multidisziplinären Teams mit ihren Kunden in ganz Europa. Ihr Bachelorstudium an der Uni Siegen und der anschließende Master in Amsterdam prägten ihren Weg zur Kreativberaterin und künstlerischen Forscherin.

Wie bist du auf die Idee zu „Spread the Nerd" gekommen?

Ich habe schon einige Jahre vor der Gründung im Bereich Wissenschaftskommunikation gearbeitet und das Gleiche gemacht, was ich heute tue. Das heißt ich habe projektbezogen Teams zusammengestellt und mit Universitäten und Forschungseinrichtungen zusammen Forschung erfahrbar gemacht. Der Grund für die tatsächliche Ausgründung war ganz pragmatisch. Zuvor bin ich mit meiner Person als Marke aufgetreten, musste dann allerdings feststellen, dass meine potenziellen Kunden es bei größeren Projekten wie beispielsweise der Entwicklung und Implementierung von Kommunikationsstrategien eher gewohnt sind mit Agenturen zusammen zu arbeiten. Daher habe ich die Agentur Spread the Nerd auf die Beine gestellt.

Was verbirgt sich hinter der Idee zu „Spread the Nerd"?

Wir machen innovative, zeitgemäße Wissenschaftskommunikation und Formatentwicklung und befassen uns dabei mit der Frage: Wie erreiche ich als Universität oder Forschungseinrichtung eine Zielgruppe, um sie nicht nur über aktuelle Forschungsergebnisse zu informieren, sondern auch mit ihr in Interaktion zu treten und den Austausch und das Interesse zu verstetigen?

Die Wichtigkeit unserer Arbeit ist auch durch Corona noch einmal hervorgetreten. Je mehr Menschen ein grundsätzliches Verständnis von faktenbasierter Forschung und wissenschaftlichen Prozessen haben, umso einfacher können Informationen verbreitet und gehört werden.

Wir überlegen uns verschiedene Konzepte wie Forschung greifbar und erfahrbar gemacht werden kann. Das kann zum Beispiel in Form von Animationsvideos oder auch in Gestalt von Installationen zum Anfassen und Ausprobieren sein.

Dabei arbeiten wir eng mit den Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen zusammen und entwickeln gemeinsam mit ihnen Formate, die für ihre Forschung sprechen und alltägliche Anknüpfungspunkte bieten.

Was war die größte Herausforderung bei der Gründung?

Was und wie ich es machen wollte, wusste ich von Anfang an. Auch, wie sich Spread the Nerd von anderen – meist klassischeren – Agenturen unterscheiden und wofür wir stehen würden. Am herausforderndsten war es, mich tatsächlich zu trauen. Ich hatte klischeehaft einen BWL’er im Kopf, der auch das Rüstzeug hat, um sich in eine Gründung zu wagen. Nach dieser Person habe ich eine Weile Ausschau gehalten, um als Team zu gründen und dann aber festgestellt, dass ich den Schritt auch selbst gut wagen kann. Ich musste nur den ganzen wirtschaftlichen Überbau noch lernen und habe mir auf diesem Weg die Gründung Stück für Stück erarbeitet.

Was treibt dich an?

Ich lerne einfach unglaublich gern, das ist meine persönliche Motivation. So habe ich mir eine Arbeit gebaut, in der ich einfach immer weiter lernen kann. Ich komme mit Spitzenwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern zusammen, die mir von ganz neuen Forschungen erzählen, die so noch nie kommuniziert wurden. Mit ihnen arbeite ich kreativ und trotzdem zielgerichtet zusammen. Dieses neue und innovative fasziniert und inspiriert mich immer wieder.

Gesellschaftlich treibt mich an, dass ich Forschung durch kreative Kommunikation auf Augenhöhe gerne zugänglicher machen möchte. Ich beobachte, dass bei vielen Personen Berührungsängste bestehen, weil sie denken, dass sie nicht verstehen, woran geforscht wird – oder, dass ihre Forschung nicht verstanden wird. Das liegt häufig an der verwendeten Fachsprache und fehlenden Strategie für die Vermittlung. Durch eine zielgruppengerechte, passende Ansprache kann jede Person ihren eigenen Zugang finden.

Wofür bist du bei Spread the Nerd verantwortlich?

Ich arbeite als Kreativberaterin für die Wissenschaft. Gemeinsam mit den Projektpartnerinnen und -partnern entwickele ich das gesamte Projekt und die Formate. Die Umsetzung erfolgt in unserem Team. Jede und jeder hat seine kreative und technische Expertise, die an den passenden Stellen ins Projekt einfließen. Mein Part besteht in der Strategieentwicklung, der Konzeption von Videos und künstlerischen Exponaten und der Erarbeitung von Fortbildungen und Kreativworkshops.

Wie hat sich für dich der Weg in die Gründung ergeben?

Dafür muss ich ein wenig ausholen. Schon in meinem LCMS Studium an der Uni Siegen mochte ich es, dass dort viele Disziplinen zusammenkommen. So habe ich früh gelernt Verknüpfungen zwischen unterschiedlichen Themen zu schlagen, die so nicht direkt angelegt sind. Im Anschluss an das Studium in Siegen habe ich Kulturanalyse in Amsterdam studiert. Auch dieser Studiengang war sehr interdisziplinär. In meiner Begeisterung habe ich angefangen, aus den Themen, mit denen ich mich gerade inhaltlich im Studium befasste, Kunstprojekte zu machen. Ich habe viel fotografiert und gefilmt und mich immer wieder inspirieren lassen eine Performance oder Installation zu den Themen zu gestalten. Diese habe ich dann analysiert und als Basis für weitere Forschung genommen, so dass sich Theorie und Praxis aufeinander bezogen. Ich habe gemerkt, dass mir dieser Bereich der künstlerischen Forschung sehr entspricht und ich da einen eigenen Zugang habe.

Damit habe ich letztendlich auch den Grundstein für meine heutige Tätigkeit gelegt. Nur, dass es bei Spread the Nerd auch darum geht, Wissen zu vermitteln. Und da kommt dann die Wissenschaftskommunikation mit rein.

Wie ist der Name Spread the Nerd entstanden?

Der Name Spread the Nerd ist absichtlich mit einem Augenzwinkern zu verstehen, da er die Art ausdrückt, wie wir arbeiten und Wissenschaftskommunikation verstehen. Nicht immer nur formal, und ernst, sondern zugewandt, locker und modern.


Dieses Porträt basiert auf einem Interview mit Johanna Barnbeck und wurde von Janice Gust verfasst.

 

Hier zur Homepage des Start-ups.