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Bianca Hauda

Bianca Hauda Laut lachend, lebhaft und Lust auf Popkultur im Hörfunk: Zum grauen Vorlesungsalltag an der Uni war das Radiomachen noch eine sehr gelungene Abwechslung und heute spricht Bianca Hauda, Moderatorin bei 1LIVE, beruflich in Mikrofone. Mit viel Glück konnte die medienaffine Bianca ihr Hobby auf diesem Weg zum Beruf machen. Sobald sie auf Sendung geht, schenken mehrere Millionen Zuhörer Biancas Stimme ihr Gehör. Und ganz privat steckt hinter der bekannten Frauenstimme eine kreative und schwungvolle Persönlichkeit, voller Neugier auf das Leben und seine kleinen Herausforderungen.

 

 

Bianca Hauda: die vielversprechende Frauenstimme für den „Sektor“

Per Schlauchboot zum Hörfunk

Schon zu Zeiten ihres ersten Schulpraktikums, das ein Fernsehpraktikum bei RTL sein sollte, schnupperte Bianca Hauda zum aller ersten Mal „Radio-Luft“ beim Bürgerfunk für Remscheid. Eigentlich war es, insbesondere nach dem Abitur, jedoch ihr großer Wunsch, der Leidenschaft des Theaterspielens nachzugehen. Denn bereits in der 7. Klasse hatte sie diese für sich entdeckt, verfolgt sie heute immer noch nebenbei und geht vor Allem selber gern ins Theater, wie sie mir im Interview erzählt.

Weil die Gymnasiastin aus Remscheid mit den Schauspielschulen leider kein großes Glück hatte, entschied sie, sich an verschiedenen Hochschulen auf einen Medienstudiengang zu bewerben, u.a. auch in Siegen. An der hiesigen Universität erhielt sie daraufhin die Zusage für den Studiengang der Literary, Cultural and Media Studies. Dieses Studienfach konzentriert sich vor allem auf die Vermittlung von Medieninhalten.
Anfänglich gefiel ihr Siegen gar nicht, aber mit der Zeit ließ Bianca sich auf die Atmosphäre ihrer neuen Studienheimat ein. „Ich hab im Endeffekt gern in Siegen studiert. Siegen war gemütlich, man traf nette Leute und die Dozenten kannten einen. Das war viel wert.“
Neben fachwissenschaftlichen Vorlesungen, bot der Studiengang der jungen Studentin die tolle Möglichkeit, Seminare und Projekte auszuwählen, an denen Bianca persönlich großes Interesse hatte. Da kam ihr das Angebot der Studiobühne der Uni Siegen gerade Recht. Denn dort konnte die Theater begeisterte Bianca sich erneut dem Bühnenschauspiel widmen. Sie spielte nicht nur in vielen Stücken, sondern organisierte und inszenierte selbst in freien Gruppen verschiedene Theaterstücke.

Durch Zufall lernte Bianca Hauda dabei einen Reporter von Radio Siegen beim Schauspielen auf der Theaterbühne kennen, der sie für eine Vorstellung beim städtischen Radiosender motivierte. Radio Siegen wollte ihr Talent für den Rundfunk unter Beweis stellen. Biancas Aufgabe: Am Nikolaustag im Dezember sollte sie eine Reportage im lokalen Netphener Schwimmbad samt Nikolaus im Schlauchboot machen. Ihre Art und Fertigkeiten waren überzeugend und Bianca startete erst als Reporterin für die Morgensendung „Hallo Wach“, hat viel für die Kulturredaktion gearbeitet – wieder viel Theaterrezensionen rund um Siegen Wittgenstein - und ist dann in die Doppelmoderation der Morning-Show „Hallo Sonntag“. Nebenher lieferte die begabte Jungmoderatorin zahlreiche weitere Umfragen, Beiträge und Reportagen quer durch die Region Siegen- Wittgenstein. „Ich hab´ beispielsweise Käse in ländlichen Käsereien gemacht und einiges mehr. Das war toll! Und daher halte ich immer die Fahne hoch für den Lokalfunk“, erklärt sie mir begeistert.

Das Leben ist voll von Zufällen!

Bianca HaudaBianca Hauda nutzte die Möglichkeit, sich in den verschiedensten Hörfunkseminaren aus- und weiterzubilden. An der deutschen Hörfunkakademie in Oberhausen belegte sie Kurse für Interviews, Reportagen und vieles mehr. Sie knüpfte wertvolle Kontakte und lernte u.a. einen Moderator vom SWR kennen, der –was Bianca zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnte- zukünftig ihr Moderatorenkollege werden sollte.

Mit ihrem Bachelorabschluss im Gepäck, kehrte Bianca Siegen daraufhin für einen Job beim Livestyle-Programm DASDING des SWR den Rücken und zog nach Baden-Baden.“ Dort moderierte sie erst die Nachmittagssendung, später die Morningshow und war als Reporterin auf Musikfestivals wie z.B. Rock am Ring unterwegs. Später nutzte sie eine riesen Chance und bewarb sich für ein deutsch-französisches Nachwuchsjournalistenprojekt der Robert-Bosch-Stiftung. Als eine von insgesamt zehn Journalisten aus Deutschland wählte man die 24-jährige für das zweimonatige Stipendium aus. Voller Spannung auf die neue Erfahrung, stellte sie sich dem Tagesgeschäft im einzig öffentlich-rechtlichen Jugendradio für ganz Frankreich „Le Mouv“ beim Radio in Toulouse; und der schweren sprachlichen Herausforderung. Denn Französisch kannte sie nur noch laienhaft durch fünf Jahre Unterricht aus der Schule. In der französischen Morgensendung brachte Bianca gleich zwei Gespräche über die damals in Frankreich so gehypte Band Tokio Hotel. „Live im französischen Radio zu sein hat sehr viel Spaß gemacht, war verrückt, und ich hatte echt das Gefühl, als würde ich zum ersten Mal Radio machen und habe nur gehofft, dass der Moderator mir keine Frage außerhalb des Skripts stellt.“

Bianca gefiel die Arbeit bei der jüngsten ARD-Jugendwelle: „Man konnte sich ausprobieren und hatte viele kreative Freiräume.“ Allerdings fühlte sie sich in Baden-Baden überhaupt nicht wohl. Das lag vor allem daran, dass dort viele alte Menschen wohnten und – im Gegensatz zu Siegen- nur sehr wenig junge Leute. Daher hatte Bianca auch kaum das Glück und die Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen. „Da haben mir meine Freunde und Familie zu Hause echt gefehlt. NRW ist eben zu Hause.“

Trotz der guten Erfahrung und der tollen Kollegen beim SWR, war das Ziel der jungen Uniabsolventin umso größer, wieder in den heimischen Sektor zurückzukehren. Mit einer Bewerbung bei 1LIVE, dem bekannten Jugendprogramm des WDR, wollte Bianca Hauda ihrem persönlichen Glück damals auf die Sprünge helfen. Denn eins hat sie gelernt: „Wenn man irgendwo hin will, muss man das selber in die Hand nehmen. Es klopft keiner an deine Tür, man muss selber klopfen.“

Die Rückmeldung des Radiosenders blieb jedoch zunächst aus, bis Bianca am Abend des New Pop-Festivals in Baden-Baden, während eines Konzerts, zufällig mit einem Mann ins Gespräch kommt, der sich im Laufe des Gesprächs als Ulli Krapp – stellvertretender Chef von 1LIVE- entpuppt. Weil beide feststellten, dass sie bereits seit einem halben Jahr in Emailkontakt standen und er diesen spontanen Zufall so nett fand, lädt Ulli Krapp Bianca Hauda zum Gespräch nach Köln und daraufhin sogar zu einem Casting Ende Oktober 2009 ein. Obwohl Bianca kaum Zeit für Vorbereitung blieb, gewinnt sie das Bewerber-Casting: „Es ging alles ganz schnell. Ende Dezember teilte mir Uli auf dem Weg in meine SWR-Sendung noch mit, dass ich gewonnen hatte und meine erste Sendung schon am 01.01.2010 wäre.“ Die Freude der Radiomoderatorin war riesig. Denn hinzukam, dass Bianca bereits am Tag des Castings eine Wohnung in Köln auf Risiko unterschrieben hatte, weil sie Baden-Baden so oder so endlich verlassen wollte.

Nach ihrer ersten Sendung, die, wie sie betont, „echt toll war“, begann Bianca Hauda ihre Laufbahn bei 1Live mit der Promi Lifestyle-Sendung „1LIVE Gold“. Inzwischen moderiert sie fest den 1LIVE Sektor für zwei Wochen im Monat täglich. Der „Sektor“ ist eine Zusammenfassung aller Ereignisse des Tages, die in der Sendung auch mal thematisch genauer unter die Lupe genommen werden. Hierfür schreibt die kreative Bianca ihren eigenen Sendungslaufplan, fügt Anmoderationen, Autorenskripte und Aufzeichnungen von Korrespondenten hinzu. Nebenbei springt sie bei Bedarf auch mal engagiert für Ihre Kollegen in anderen Sendungen ein. Eine davon gefällt ihr dabei ganz besonders gut, der „Plan B“ in 1LIVE. Enthusiastisch verrät sie mir, das ist die Sendung, die sie immer schon einmal in ihrem Leben machen wollte.

Bianca Hauda

Die Hürde ist das Mikro

„Wenn Du im Studio vor dem Mirko sitzt, ist Dir gar nicht so bewusst, dass draußen vier Millionen Leute einschalten und zuhören. Dennoch hört man, ob ein Moderator oder eine Moderatorin im Radio nicht authentisch sind“. Für die erfahrene Radiosprecherin sind „taffe, authentische und verrückte Leute, mit viel Flausen im Kopf und Kreativität im Leben“ ganz besonders interessant.

Die Affinität zum Sprechen zeigt sich auch in anderen Projekten von Bianca Hauda. Gerne macht sie ab und an so manchen „Sprecherjob“, bei denen Podcasts, gesprochene Beiträge und auch Werbung entstehen. In Zukunft möchte sich die fleißige Moderatorin vor allem gerne mehr dem Hörspiel widmen und beispielsweise ihr ganz eigenes realisieren. Im Rundfunk sieht Bianca sich bereits mit 28 an ihrem Ziel angekommen. „Es geht also nicht größer, sondern nur noch in andere Nischen“. Dabei denkt sie auch an Fernsehproduktionen und hegt aber ganz konkrete Vorstellungen, von dem, was sie machen möchte. Vor allem kleine kulturelle Sendungen, in denen es um Musik, Literatur und Mode geht, haben es ihr angetan, wie z.B. der Sender „ZDF Kultur“.

Immer auf der Suche nach etwas Neuem

Neben dem Radioberuf, den sie „total gerne macht“, unternimmt und sucht sich Bianca weitere Freizeitaktivitäten, die zu ihrem fantasievollen Charakter passen. Auf kleinen intimen Konzerten – im Rahmen der Plan B-Musik- holt sie sich mindestens einmal in der Woche mit Freunden ihre Inspiration. Zum Ausdruck kommt diese unter anderem bei ihrem witzigen, ausgefallenen Schmucklabel „lakomettki“ auf der Internetplattform „Dawanda“. Unter diesem originellen Namen stellt Bianca Hauda bunten und selbst gefertigten Bügelperlenschmuck her und bietet ihn zum Verkauf an. „Ich hab einfach immer schon gerne und viel gebastelt. Der sonderbare Ausdruck „Lakomettki“ stammt von Biancas rumänischer Großmutter und bedeutet so viel wie „Nippes oder Kleinkram“. Aber auch am Gitarrenspielen fand die vielseitige Radiosprecherin vor kurzem erst großen Gefallen und fotografiert gerne. „Ich habe das starke Gefühl, immer neue Dinge lernen zu wollen und mich auszuprobieren.“ Und schließlich fügt Bianca zufrieden hinzu, „Das Tolle am Radio ist einfach, dass es mir riesen Spaß macht, es sich wie am ersten Tag noch wie ein Hobby anfühlt und ich nebenher auch noch die Möglichkeit habe, anderen Interessen nachzugehen und mich dadurch zu verwirklichen.“

Dieser Artikel wurde verfasst von Laura Ermert und basiert auf einem Interview bei einem Treffen in Siegen.

 
 
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