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FORUM SIEGEN
Universität Siegen
57068 Siegen


E-Mail: forum-siegen@uni-siegen.de
Tel.: +49 (0)271/740-4508

Programm

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Donnerstags, 20 Uhr (s.t.), Kulturhaus LYZ - Eintritt frei-  

Auch zu finden auf Facebook unter: FORUM SIEGEN

 


19. April 2018 / Bach Chor Siegen

MUSIK - Sprache der Kirche

In der Renaissance, mit ihrer Rückbesinnung auf Kunst und Wissenschaft der Antike, erfuhr die Musikpraxis einen unglaublichen Entwicklungsschub. wurde die MUSIK doch wieder als Bestandteil des Kanons der „Septemartes liberales“ (Sieben freien Künste) in einen hohen Stand gesetzt. Das Zusammenfinden von Renaissance und Reformation wurde zum Glücksfall der Geschichte! Bei Martin Luther fand die Ausgestaltung der Musik-Rhetorik – ganz orientiert an der klassischen Sprach-Rhetorik - ihren ersten Höhepunkt: Die MUSICA SACRA wurde in ihrer Bedeutung der Predigt gleichgesetzt. So wurde MUSIK zu einer ganz zentralen `Sprache der Kirche´!


26. April 2018 / Prof. Dr. Georg Stanitzek

Ästhetische Formen der Ideologiekritik in den 1960er und 1970er Jahren

In den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften, in Literatur und Kunst ist die westdeutsche Nachkriegsrenaissance des Marxismus mit einer Konjunktur ideologiekritischen Denkens verbunden. In diesem Zusammenhang verdient eine ästhetisch ungemein produktive Variante dieser Ideologiekritik besondere Aufmerksamkeit: Roland Barthes' "Mythen des Alltags" und ihre Rezeption im Umkreis von 1968.


17. Mai 2018 / Prof. Dr. Thomas Münch

„Klasse an sich“ und „Klasse für sich“ – ein taugliches Begriffspaar in verwirrenden Zeiten?

Die Unterscheidung zwischen der ökonomischen Stellung der abhängig Arbeitenden in der kapitalistischen Gesellschaft und der sich bewussten Arbeiterklasse, die ihre politischen Interessen zielgerichtet, also klassenbewusst vertritt, machte Marx (mehr oder weniger) 1847 im „Elend der Philosophie“ (MEW 4: 180f.).

Ohne auf die „Theorieepizykel“ dieses Begriffspaares in der marxistischen Dogmatik weiter einzugehen, stellt sich angesichts des Wahlverhaltens weiter Kreise der „Lohnabhängigen“ – entweder votieren sie für rechte Parteien oder verweigern sich der Wahl - die Frage, ob dieses begriffliche Instrumentarium in einer „Gesellschaft der Singularitäten“, der „Unternehmer der eigenen Arbeitskraft“ und der „Nebenwidersprüchen“ die zu „Hauptwidersprüchen„ werden, noch analytische Kraft hat.

 

Erklären „Klasse“ und „Klassenbewusstsein“, so die Frage, aktuelles Wahlverhalten, behauptete und gelebte Kulturdifferenzen, politische Volten und die Krise der linken Parteien? Oder gewinnen die hier wiederaufgenommen Begriffe nur analytische und politische Relevanz, durch eine „dialektische Aufhebung“, die in Resonanz mit den Grundfragen unserer politischen und ökonomischen Verfasstheit und ihren Akteuren steht?

Der Versuch diese Frage zu beantworten, oszilliert von der Struktur her zwischen den Mühen der theoretischen Ebenen und den ganz praktischen, politischen Problemlagen, die im Fokus einer rheinischen Großstadt am deutlichsten zu erkennen sind.

 

Literatur:

Eribon, Didier. 2016 Rückkehr nach Reims. Berlin.

Marx, Karl. 1981: Das Elend der Philosophie. MEW 4. Berlin.


 24. Mai 2018 / Ingo Schulz

„Peter Holtz - Sein glückliches Leben erzählt von ihm selbst“

Peter Holtz will das Glück für alle. Schon als Kind praktiziert er die Abschaffung des Geldes, erfindet den Punk aus dem Geist des Arbeiterliedes und bekehrt sich zum Christentum. Als CDU-Mitglied (Ost) kämpft er für eine christlich-kommunistische Demokratie. Doch er wundert sich: Der Lauf der Welt widerspricht aller Logik. Seine Selbstlosigkeit belohnt die Marktwirtschaft mit Reichtum. Hat er sich für das Falsche eingesetzt? Oder für das Richtige, aber auf dem falschen Weg? Und vor allem: Wie wird er das Geld mit Anstand wieder los? Peter Holtz nimmt die Verheißungen des Kapitalismus beim Wort. Mit Witz und Poesie lässt Ingo Schulze eine Figur erstehen, wie es sie noch nicht gab, wie wir sie aber heute brauchen: in Zeiten, in denen die Welt sich auf den Kopf stellt.

Vom Waisenkind zum Millionär. Wie konnte das so schiefgehen?

Ingo Schulze ist einer der renommiertesten deutschen Autoren seiner Generation. Sein Debüt ›33 Augenblicke des Glücks‹ (1995) wurde mit Begeisterung aufgenommen, einzelne Erzählungen wurden im New Yorker abgedruckt. ›Simple Storys‹ (1998) war ein spektakulärer Erfolg und ist Schullektüre. Für ›Handy‹ (2007) wurde er mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet, für ›Neue Leben‹ (2005) mit dem Joseph-Breitbach-Preis. Sein Werk wurde in mehr als 30 Sprachen übersetzt.


07. Juni 2018 / Prof. Dr. Dres. h.c. Michael Quante

Die Aktualität der Philosophie von Karl Marx

Karl Marx hat gezeigt, dass und weshalb eine kapitalistisch organisierte Gesellschaft aus strukturellen Gründen zu einem scheiternden menschlichen Leben führt. Ein Klassiker ist er, weil diese Analyse von philosophischen Konzeptionen getragen ist, die auch in unserer heutigen Situation kritische Kraft entfalten.


14. Juni 2018 / Dr. sc. Eckhard Priller

Genossenschaften haben Zukunft – ökonomische und soziale Faktoren

Die Genossenschaftsidee steht seit 2017 auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit. Genossenschaften sind aber nicht nur als Kulturform anzusehen. Unter dem Gesichtspunkt ihrer Einordnung in zivilgesellschaftliche Debatten werden sie als Organisations- und Rechtsformen gesehen, die sich ständig neu erfindet und der für die Zukunft der Gesellschaft ein wachsender Stellenwert zukommt.

Während Genossenschaften lange Zeit unter Aspekten von Selbsthilfe, Autonomie und Selbstbestimmung betrachtet wurden, stehen heute ideelle Grundsätze von Gemeinschaft wie Solidarität, Ehrlichkeit, Verantwortung und Demokratie mit im Mittelpunkt. Die Genossenschaftsidee ermöglicht nicht zuletzt weniger privilegierten Bevölkerungsschichten gesellschaftliche Teilhabe.

Die zivilgesellschaftliche Dimension von Genossenschaften liegt in der Idee gemeinschaftlicher Selbstorganisation, der Einbindung zivilgesellschaftlichen Engagements und in der solidar-ökonomischen Ausrichtung. In dieser Perspektive tragen Genossenschaften eine spezielle gesellschaftliche Verantwortung.

 

Unter dem Leitmotiv – Genossenschaften haben Zukunft – geht der Beitrag auf folgende Aspekte ein:

  •  die Entwicklung des genossenschaftlichen Sektors,

  • die zivilgesellschaftliche Dimension der Genossenschaft,

  • Genossenschaften als neue Sozialunternehmen, Neugründungen und alternative Genossenschaften.


 

 14. Juni 2018 / Prof. Dr. Christoph Strünck

Die Erneuerung einer sozialen Innovation: Warum Raiffeisen den Kapitalismus besser macht

Die Genossenschaftsidee ist eine der ältesten und zugleich erfolgreichsten sozialen Innovationen. Karl Marx sah die Zukunft in der Revolution, Friedrich Wilhelm Raiffeisen eher in der Reform. Marx mag weitaus populärer und wirksamer gewesen sein. Doch der moderne Kapitalismus hat mehr Lektionen von Raiffeisen und seinen Adepten gelernt. Genossenschaften sind kein Gegenprogramm, aber sie machen die Marktwirtschaft zu einer gemischten Wirtschaft. Eine revitalisierte Genossenschaftsidee trägt dazu bei, zentrale gesellschaftliche Herausforderungen zu meistern. Dazu zählen die Alterung der Gesellschaft, soziale und regionale Ungleichheiten, neue Formen der Mobilität sowie die Versorgung mit Grund- und Basisgütern wie Wohnen und Energie. Zu den erforderlichen sozialen Innovationen zählen auch moderne Genossenschafts-Konzepte. Der Beitrag bringt Beispiele dafür und stellt sie zur Diskussion.


05. Juli 2018 / Dr. Christina Morina

 

Die Erfindung des Marxismus. Wie eine Idee die Welt eroberte

 

Die sogenannte Soziale Frage, mit der die dramatischen Folgen der Industrialisierung umschrieben werden, hat im Laufe des 19. Jahrhunderts viele verschiedene Antworten hervorgebracht. Den Aufstieg des Marxismus kann man als einen Antwortversuch auf diese Frage, die stets eine politische war, verstehen. In keiner anderen modernen politischen Weltanschauung wurde der Anspruch, ihr „theoretisches“ Verständnis mit der sozialen Wirklichkeit („Praxis“ ) in Einklang zu bringen, so leidenschaftlich vertreten wie unter den Anhängern der Schriften von Karl Marx und Friedrich Engels. Der Vortrag spürt den Anfängen des Marxismus nach, in dem er die individuellen Lebensläufe und das sozialpolitische Engagement einer Handvoll bald sehr einflussreicher Intellektueller untersucht – die zwischen 1845 und 1870 in Deutschland, Österreich-Ungarn, Frankreich und im Zarenreich geborenen Karl Kautsky, Eduard Bernstein, Rosa Luxemburg, Victor Adler, Jean Jaurès, Jules Guesde, Georgi W. Plechanow, Wladimir I. Lenin und Peter B. Struve. Mit dieser innovativen, gruppenbiografischen Annäherung an die Entstehungsgeschichte einer der wirkmächtigsten politischen Weltanschauungen der Moderne wird nicht nur die ursprüngliche Faszination der Marx’schen Gedanken deutlich. Es lassen sich zugleich auch jene gewaltigen Gestaltungs- und Zerstörungskräfte identifizieren und verstehen, die der Marxismus im 20. Jahrhundert entfalten sollte.