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IfM macht Probleme von Menschen mit Behinderung in Katastrophen sichtbar

Um über die Probleme von Menschen mit Behinderung in Katastrophen zu diskutieren und über Themenschwerpunkte und Kooperationen in einem geplanten Forschungsprojekt zu sprechen, veranstaltete das Institut für Medienforschung am 26.06. einen Workshop mit dem Titel „Menschen mit Behinderung – eine unsichtbare Bevölkerungsgruppe im Katastrophenschutz?"


Wenn es brennt, greift man zum Telefonhörer, um die Feuerwehr zu alarmieren. Wenn die Aufzüge in solch einer Situation außer Betrieb sind, nutzt man zum Verlassen des Gebäudes das Treppenhaus. Mittels einer visuellen Kennzeichnung wird man auf den Notausgang aufmerksam gemacht. Doch oft wird vergessen, dass es Menschen gibt, die aufgrund einer körperlichen, sensorischen oder kognitiven Behinderung von den in Notfällen vorgesehenen Maßnahmen ausgeschlossen sind.

Nach der Vorstellung des Instituts für Medienforschung durch Prof. Dr. Gebhard Rusch, gab Natalie Geese (IfM) einen Überblick über bisherige Aktivitäten im Bereich Menschen mit Behinderung in Katastrophen in Deutschland. Im weiteren Verlauf des Workshops wiesen Joachim Scholz und Nora Schotten vom Deutschen Roten Kreuz Marburg nachdrücklich darauf hin, dass auch Blinde und Sehbehinderte Erste Hilfe leisten können, wenn sie in einem auf ihre Bedürfnisse ausgerichteten Kurs dazu befähigt werden. Wichtig ist, dass sie in dem Kurs alles abtasten dürfen – auch die künstlichen Wunden. Allerdings fehlt es bisher an einem Konzept für diese Kurse, das auch von anderen Organisationen übernommen werden könnte.

Angela Meyer, Vertreterin der Mission Sicheres Zuhause, machte in ihrem Vortrag darauf aufmerksam, dass Rettungskräfte zu wenig über den Umgang mit Menschen mit Behinderung wissen und Menschen mit Behinderung nur unzureichend auf ein mögliches Brandereignis vorbereitet werden. Daher ist eine engere Zusammenarbeit zwischen den Feuerwehren und den Menschen mit Behinderung notwendig.

In seinem Vortrag forderte Klaus Büdenbender vom Deutschen Schwerhörigenbund, dass die Teilhabe von Menschen mit einer Hörbehinderung am Deutschen Notrufsystem selbstverständlich sein muss. Am Ende der Veranstaltung waren sich die Teilnehmer einig: Im Bereich Menschen mit Behinderung in Katastrophen besteht noch Handlungsbedarf und ein gemeinsames Forschungsprojekt zum Thema würde die Situation von Menschen mit Behinderung in Katastrophen verbessern.