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Brandschutz für Menschen mit Behinderung: Tagung gibt Einblicke in ein vernachlässigtes Thema

Brandschutzexperten, Mitarbeiter von Einrichtungen für Menschen mit Behinderung sowie Brandschutz- und Sicherheitsbeauftragte informierten sich auf einer Fachtagung in Fürth über den Brandschutz für Menschen mit Behinderung.

Auf der zweitägigen Veranstaltung vom 26. bis 27. Oktober standen u.a. Vorträge zu den Themen besondere Anforderungen an den Brandschutz für Menschen mit Behinderung, spezielle Brandschutz- und Evakuierungskonzepte, Schulungen und Übungen bei Einrichtungen für Menschen mit Behinderung sowie zu dem Spannungsfeld zwischen selbstbestimmtem Leben und Brandschutz auf dem Programm.

Das IfM war mit einem Vortrag über die Anforderungen an den Brandschutz für blinde Menschen vertreten. Natalie Geese machte darauf aufmerksam, dass Broschüren zur Verhinderung von Bränden und zum richtigen Verhalten im Brandfall in Brailleschrift, akustischer Form und auf einer barrierefreien Website zur Verfügung gestellt werden müssen. Außerdem können Rettungswege nur dann von blinden Menschen erschlossen werden, wenn Rettungswegpläne tastbar gemacht werden oder man durch akustische Signale zu den Notausgängen geleitet wird. Die Kommunikation zwischen Angehörigen der Feuerwehren und blinden Menschen muss immer verbal erfolgen.

Generell ist der Brandschutz häufig mit Barrieren für Menschen mit Behinderung verbunden: Feuerschutztüren können von mobilitätseingeschränkten Personen häufig nicht geöffnet werden und Besucher im Rollstuhl werden aus Sicherheitsgründen von Veranstaltungen ausgeschlossen. Dabei würde von einem barrierefreien Brandschutz die gesamte Bevölkerung profitieren. Auch eine stärkere Vernetzung und Zusammenarbeit der Akteure kann Abhilfe schaffen: So führt das fehlende Wissen der Angehörigen der Feuerwehren derzeit dazu, dass Behinderung oft mit einer körperlichen Behinderung gleichgesetzt wird. Andererseits müssen Menschen mit Behinderung stärker auf Brandereignisse vorbereitet werden. Dies sind einige Erkenntnisse, die die Teilnehmer der Tagung mit an ihren Arbeitsplatz nehmen können. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Mission sicheres Zuhause und der Bundesvereinigung der Lebenshilfe.