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Lehre

Aktuelle Lehrveranstaltungen

 

WiSe 2019/20: Gerechtigkeit als Fairness (Rawls)

 

 


Lehrveranstaltungen vergangener Semester

 

SoSe 2019 "Wie ist es, eine Fledermaus zu sein?" Grundtexte der analytischen Philosophie des Geistes

Können wir realistisch in Erfahrung bringen, wie Andere die Welt konkret erleben und sich fühlen? In seinem berühmt gewordenen Aufsatz „What is it like to be a bat?“ beschäftigt Thomas Nagel sich mit der Frage danach, ob es möglich ist, Erlebniszustände anderer Wesen in Erfahrung zu bringen.
Mit dieser Frage nach dem Fremdpsychischen bearbeitet Nagel ein klassisches Feld der Philosophie des Geistes. Zugleich gilt er als ein prominenter Vertreter der analytischen Philosophie, die im 20. und 21. Jahrhundert die Philosophie insgesamt weitreichend prägte. Insofern darf sein Fledermaus-Aufsatz namengebend für dieses Seminar stehen, dessen Programm es ist, sich gemeinsam einen Ein- und Überblick zu zentralen Texten der analytischen Philosophie des Geistes zu verschaffen.
Der 2007 neu aufgelegte Band „Analytische Philosophie des Geistes“ von Peter Bieri (Hg.) liefert uns eine aufschlussreiche Sammlung bedeutender angloamerikanischer Texte in deutscher Übersetzung. Ihr verbindendes Grundthema ist die Frage nach dem Zusammenhang von Körper und Geist (Stichwort: Leib-Seele-Problem), wenngleich sie sich keinesfalls darauf allein beschränken. Nicht zuletzt wollen wir uns im Seminar grundsätzlich darüber verständigen, was wir eigentlich unter ‚analytischer Philosophie‘ verstehen können.

 

WiSe 2018/19 "Gleichheit, Demokratie und Gerechtigkeit: Auf Spurensuche in Kants praktischer Philosophie "

Immanuel Kant gilt als das philosophische Schwergewicht schlechthin – und wohl vielen liegt sein Name auch schwer im Magen. Kants praktische sowie theoretische Philosophie gehören (nicht nur) an sämtlichen deutschen Philosophie-Instituten zum Standard in der Lehre. Davon dürften auch Philosophie-Studierende der Uni Siegen ein Lied singen können. Vielen gelten dabei sein kategorischer Imperativ als unbrauchbar, da zu formalistisch sowie seine Texte insgesamt als schwierig und realitätsfern, wenn nicht gar veraltet.

Doch wie brauchbar ist Kants praktische Philosophie zur Orientierung in unserem Leben abseits der Universität? Welche unserer heutigen Probleme in politischen- und Gerechtigkeitsfragen finden wir bei ihm bereits behandelt und beantwortet? Lässt Kant sich glaubhaft im philosophisch-ethischen Schulunterricht als relevant verkaufen, wo er ebenfalls zum Pflichtprogramm gehört? Und kann er zurecht als ein wesentlicher philosophischer Wegbereiter der Menschenwürde und Menschenrechte gelten, wie wir sie heute im Grundgesetz der BRD vorfinden?

Mit John Rawls, Jürgen Habermas und Rainer Forst haben wir zentrale Figuren der politischen Philosophie im 20./21. Jahrhundert, die in ihren Demokratie- und Gerechtigkeitstheorien substanziell auf Kant zurückgreifen. Ihre Verweise sollen die Ausgangspunkte für unsere Spurensuche in verschiedenen Texten Kants praktischer Philosophie sein: Was hat Kant uns in Fragen von Gleichheit, Demokratie und Gerechtigkeit heute zu sagen?

 

SoSe 2018 "Aspekte von Gerechtigkeit bei Rawls und Habermas"

Der US-Amerikaner John Rawls (1921-2002) und der Deutsche Jürgen Habermas (1929) gehören zu den einflussreichsten Philosophen der letzten 60 Jahre. Wer sich heute mit politischer Philosophie, Moralphilosophie oder Gesellschaftstheorie befassen möchte, kommt nicht umhin, ihre Argumente zur Kenntnis zu nehmen.
Rawls, politischer Philosoph des egalitären Libertarismus, prägt mit seinen Beiträgen sämtliche abendländischen Debatten um gerechte Gesellschaft. Insbesondere sein 1971 erschienenes Hauptwerk A Theory of Justice trug dazu bei, dass er heute vielen als Erneuerer der politischen Philosophie im 20 Jahrhundert gilt.
Habermas, Sozialphilosoph und Mitbegründer der Diskursethik, ist ein äußerst vielseitiger Theoretiker. U.a. mit seiner Diskurstheorie der Moral und des Rechts hat er sich in alle wichtigen theoretischen Debatten der Bundesrepublik eingebracht.

 

WiSe 2017/18 "Anthropologie und Normativität"

Dass unsere Auffassungen davon, was einen Menschen wesentlich ausmacht, Einfluss auf Moralbil-dung und Gesetzgebung nehmen, erscheint auf den ersten Blick wenig verwunderlich. Aus der Per-spektive einer praktischen Philosophie, die den Anspruch hat, Normen rein rational aufzustellen und zu begründen, sieht das jedoch anders aus. Sie fragt sich zunächst: Sollte das auch so sein und kann es konsistenter Weise überhaupt so sein? Genauer:

- Wie kann es von statten gehen, dass bestimmte Menschenbilder praktische Verbindlichkeit für uns und andere erlangen? Mit anderen Worten: Können aus deskriptiven Sätzen über den Menschen gültige normative Sätze werden, die einem ein Tun oder Unterlassen vorschreiben?

- Wie unproblematisch ist es, wenn kulturell geprägte Vorstellungen vom Menschen in überkulturell bindende Gesetzgebung einfließen?

 

SoSe 2017 "Moralkritik: Auseinandersetzungen mit Begründungen von "richtig" und "falsch"

Die vorgesetzlichen Auffassungen dazu, was für die Mitglieder einer Gemeinschaft an Handlungen zulässig oder geboten ist und was nicht, lassen sich als ‚Moral‘ begreifen. Zum Zweck zumindest einer friedlichen Koexistenz scheint die Moral auch unerlässlich zu sein. Offenbar aber wird ein solches Gefüge von Regeln früher oder später problematisch, kritische Fragen bezüglich des jeweiligen Moralgebildes werden dann aufgeworfen. Denn beispielsweise können die Auffassungen über die Gehalte der Moral – innerhalb einer Gemeinschaft aber auch zwischen Gesellschaften – stark voneinander abweichen. Doch auch geteilte moralische Überzeugungen sind anfällig für Infragestellung. Der Einzelnen kommen wohlmöglich Zweifel an der grundsätzlichen Richtigkeit der Moral – etwa angesichts der schmerzlichen Einschnitte in die individuellen Interessen, die moralische Normen durchaus mit sich bringen können.

In unserer gegenwärtigen Welt sind wir moraltheoretisch stark herausgefordert. Zunehmend heterogene Gesellschaften sowie die globale Vernetzung lassen unterschiedlichste Vorstellungen vom Richtigen und Falschen aufeinander treffen. Wie ist mit solchen Differenzen umzugehen? Auch zahlreiche weitere Phänomene stellen aktuell Herausforderungen für moralische Positionen und deren Rechtfertigungen dar. So zum Beispiel indifferente Haltungen à la anything goes, grundsätzliche Skepsis gegenüber jeglicher werthaltiger Stellungnahme, aber auch Streit über die Vereinbarkeit bestimmter Praxen mit vermeintlich unstrittigen Moralvorstellungen oder die Resignation gegenüber moralischen Überlegungen angesichts unerträglicher Widersprüche und Vorkommnisse. Nicht zuletzt im Interesse des Gelingens von friedlicher Gesellschaft scheint es somit durchaus angebracht, sich mit Moral und ihrer Kritik zu befassen.

Das Programm dieses Seminars ist es daher, zu Begriffsklärungen von ‚Moral‘ zu gelangen sowie unter Anderem den unten stehenden moralkritischen Fragen nachzugehen. Wir werden zu diesen Fragen ausgewählte – klassische und weniger klassische – philosophische Texte lesen und miteinander diskutieren.

- Kann im Fall miteinander konfligierender moralischer Vorstellungen entschieden werden, welcher Vorstellung recht zu geben ist?

- Ist die etwaige Basis für solche Entscheidungen dann selbst eine moralische? Gibt es also so etwas wie eine allgemeine (Kern-)Moral, auf die sich zurückgreifen lässt? Oder kann und muss in moralischen Streitfragen moral-neutral begründet werden?

- Warum sollte ich mich moralisch verhalten? oder: Inwiefern genau hat Moral verbindliche Geltungskraft?

- Sollte ich mich überhaupt moralisch verhalten? oder: Ist Moral überhaupt verbindlich?

- Kann Moral als etwas gedacht werden, dass sich dem Gegenüber rational begründen oder angemessen rechtfertigen lässt?

 

WiSe 2016/17 "Fundamente des Rechts. Begründete Theorien in der (Menschen-)Rechtsphilosophie"

Die Fragen nach Toleranz, Gerechtigkeit und dem Fundament der Menschenrechte führen den politischen Philosophen Rainer Forst (Frankfurt) allesamt zu seinem grundlegenden Recht auf Rechtfertigung. Mit ihm scheint eine philosophisch-rationale, allgemein nachvollziehbare sowie allgemein verpflichtende Grundlage von (Menschen-)Rechtlichkeit und Toleranzpraxis zustande gekommen zu sein. Anknüpfend an diese Vorlage Forsts besteht der programmatische Kern des Seminars darin, Versionen philosophischer (Menschen-)Rechtsbegründung kennenzulernen und auf ihre allgemeine Verbindlichkeit hin abzuklopfen. Dabei wird stets auch deren Überzeugungskraft im Hinblick auf aktuelle Problemlagen im Fokus stehen. In diesem Zusammenhang werden wir uns u. A. mit Ansätzen von Hobbes, Spinoza, Kant, Nietzsche, Habermas, Höffe und Joas auseinandersetzen. Zur Einleitung in das Thema der philosophischen Begründungen von Menschenrechten dienen uns in der ersten Blocksitzung am 4.11. einige ausgewählte Kapitel aus Menke, C. / Pollmann, A., Philosophie der Menschenrechte zur Einführung, Hamburg 2007. Dieser sowie alle weiteren Texte werden jeweils vorab elektronisch zur Verfügung gestellt und sind zu lesen. Die vier verbleibenden Blocktage des Seminars werden thematisch untergliedert sein und es wird zu den jeweiligen Themen studentisch vorbereitete Sitzungseinführen geben (keine Referate).